
Kabul (dpa) - Beim zweiten Selbstmordanschlag in Kabul in zwei Tagen hat ein Attentäter der Taliban mindestens 16 Menschen mit in den Tod gerissen. Unter den Opfern des Anschlags kurz nach der Abreise von US-Verteidigungsminister Robert Gates waren nach Angaben von Augenzeugen vier Kinder auf ihrem Weg zur Schule.
Insgesamt seien acht Soldaten und acht Zivilisten getötet worden, sagte der Sprecher der Internationalen Schutztruppe ISAF, General Carlos Branco. Acht Soldaten und 20 Zivilisten seien verletzt worden, als der Angreifer im Berufsverkehr sein mit Sprengstoff beladenes Auto in einen Bus der Armee lenkte.
Schon während des Gates-Besuchs am Dienstag waren in Kabul bei einem Selbstmordanschlag auf die ISAF der Attentäter getötet und 22 Zivilisten verletzt worden. Zu beiden Anschlägen bekannten sich die radikal-islamischen Taliban. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, bei dem Angriff am Mittwoch seien bis zu 40 Soldaten getötet worden. Angaben der Taliban zu Opferzahlen sind meist stark übertrieben. Laut Mudschahid stammte der Attentäter aus der ostafghanischen Provinz Chost.
Bei dem Anschlag am Mittwoch wurden zahlreiche Läden in der Umgebung zerstört. «Es war eine sehr starke Explosion», sagte der 22 Jahre alte Sajed Naqibullah, der leicht verwundet wurde und einen Cousin bei dem Anschlag verlor. «Ich saß in meinem Laden, als es zu der Explosion kam. Ich rannte hinaus und sah überall Leichen und Verwundete herumliegen.» Es sei ein «unmenschlicher» Angriff.