Eine am vergangenen Donnerstag in Jerusalem eingerichtete Buslinie mit strikter Geschlechtertrennung hat den Zorn des Verkehrsministeriums provoziert. Säkulare Israelis schütteln nur den Kopf. Frauen müssen an den hinteren Türen einsteigen, sitzen dürfen sie nur im rückwärtigen Teil des Busses.
Die neue Buslinie, die vornehmlich das von ultra-orthodoxen Juden bewohnte Stadtviertel mit der Klagemauer in der Altstadt verbindet, wurde von einer Privatfirma in Betrieb genommen. Der Auftrag kam vom "Rabbiner-Komittee für Transportfragen": Die Religiösen halten es für sittenwidrig, wenn sich nicht verwandte Männer und Frauen im Bus nahe kommen.
Die Bus-Debatte ist ein neuer Höhepunkt im Streit zwischen Israels frommer Bevölkerung und denen, die den religiösen Normen nicht folgen wollen. Vor allem die hedonistische Jugend in Tel Aviv würde gern in einem säkularen Staat leben, in dem das Standesamt und nicht das Rabbinat die Oberhoheit über alle Fragen des Familienrechts hat. Doch Israel definiert sich als jüdischer Staat, in dem am Schabbat der öffentliche Nahverkehr stillsteht und Fahrstühle in Hotels auf jedem Stockwerk halten: So müssen fromme Gäste keinen Knopf drücken. Das Auslösen eines elektrischen Impulses gilt nach religiösem Recht als Arbeit, und die ist am Schabbat verboten. (har har har har). Der Supermarkt an der Ecke führe keine säkularen Zeitungen mehr und habe Schokoladenriegel aus dem Programm genommen, weil sie nicht koscher seien. Aus Rücksicht auf das religiöse Publikum dürften Frauen nicht mehr bei Kulturveranstaltungen singen, die von der Stadt organisiert werden. (spiegel.de)
Dabei wird Israel als westlich-geprägter Staat geehrt und unterstützt, während die EU die Türkei als radikal und anti-demokratisch beschimpft wird. Halaluja!
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Eva hat den Apfel nur deshalb gegessen, weil sie endlich Kleider haben wollte. Douglas Jerrold, (1803 - 1857)