Erst mal vielen Dank für die Antworten.
Die Meinungen scheinen ja recht gespalten zu sein, hier in diesem Forum.
Ich denke mit den afghanischen Muslimen im Westen verhält es sich genauso, wie mit allen anderen Muslimen im Westen.
Das Praktizieren des Islam in einer Umgebung, wo es nicht als selbstverständlich erachtet wird, stellt eben eine große Herausforderung dar.
Genau in dem Augenblick, in dem der Glaube geprüft wird, zeigt sich, wie tief verankert, die Angst und Liebe zu Allah ist.
Ist man bereit, der großen Masse zu folgen und über die göttlichen Gesetze hinweg zu sehen, oder stellt man sich dem Kampf und verteidigt seine Prinizipien und Überzeugung da, wo niemand einem beisteht außer Allah?
Ein Muslim, der sich mit dem Islam beschäftigt und ihn verstanden hat, wird wissen, dass der letzte Richter, vor dem er stehen wird, Sein Schöpfer sein wird und deshalb ist er niemandem sonst Rechenschaft schuldig, außer Allah.
Dass der Islam eher von ungebildeten Leuten praktiziert wird ist nicht ganz richtig.
Der Islam ist die einzige Religion, die mit dem Verstand erfasst werden kann und auch muss.
Im Qur'an erwähnt Allah an mehrern Stellen, dass der Glaube an Ihn in Verbindung mit Denken und Wissen erreicht wird, durch Beobachten und Erforschen der Schöpfung:
"Wahrlich, in der Schöpfung der Himmel und der Erde und dem Wechsel von Nacht und Tag sind Zeichen für die Denkenden." (Imran, Vers 190)
"Schauen sie denn nicht zu den Kamelen, wie sie erschaffen wurden, und zu dem Himmel, wie er emporgehoben ist, und zu den Bergen, wie sie aufgerichtet sind, und zu der Erde, wie sie hingebreitet ist?" (Gasiya, Vers 17-20)
"Darum soll der Mensch betrachten, woraus er erschaffen wurde. Erschaffen wurde er aus einer sich kräftigen hervorschießenden Flüssigkeit, und kommt zwischen den Lenden und den Rippen hervor." (Tariq, Vers 5-7)
"Wahrlich in der Schöpfung der Himmel und der Erde, und dem Wechsel von Nacht und Tag, und den Schiffen, die auf dem Meer fahren mit dem, was den Menschen nützt, und in dem, was Allah vom Himmel an Wasser herniedersandte und damit die Erde nach ihrem Tod belebte, und alle Arten von Tieren sich ausbreiten ließ; Und im Wechsel der Winde und den dienstbaren Wolken zwischen Himmel und Erde sind Zeichen für die Denkenden." (Baqara, Ver 164)
"Und zu Seinen Zeichen gehört die Schöpfung der Himmel und der Erde und der Unterschied eurer Sprachen und Farben." (Rum, Vers 22)
Wer sich mit dem Islam beschäftigt, wird sehr schnell feststellen müssen, wie einzigartig und unvergleichlich die Gesetzgebung ist ( man betrachte nur einmal die Gesetzgebung zum Erbrecht und die Regelung vom Zahlen der Armensteuern, bis hin zur Verstaatlichung der Bodenschätze, Rohstoffe, Wasserversorgung) und dass Glaube und Denken in ihrem Fundament unzertrennlich sind.
Die Behauptung, der Islam werde eher von Menschen ohne Bildung praktiziert ist und war schon immer längst überholt.
Denn gerade Menschen mit wenig Bildung praktizieren den Islam nicht immer in seiner Reinheit sondern vermengen ihn mit Aberglaube und Traditionen, die ihren Ursprung ganz wo anders haben, nicht aber im Islam.
So steht im Qur'an:
"Wahrlich, nur die Wissenden unter Seinen Dienern fürchten Allah. Wahrlich, Allah ist Erhaben, Allverzeihend." (Faitr, Vers 28)
Viele Grüße