Salam Scullyjan,
ich danke für die gezeigte Moderatorengröße, meinen Beitrag stehen zu lassen. Was ist auch schon dabei ? Ich biete eine andere Version der Geschichte an, der niemand folgen muss.
Deine edlere Darstellung, weshalb Adoption im Islam verboten ist, ist leider nicht plausibler - sie klingt nur nicht so unangenehm menschlich nachvollziehbar wie meine ;-).
Weshalb hätte Mohamed nicht einfach seine Schwiegertochter heiraten können, wenn sie ihn statt Zaid lieber mochte und Zaid zugunsten seines Adoptivvaters verzichtet hätte und beide sich folgerichtig scheiden lassen. Scheidung war doch möglich, unabhängig von bestehenden oder aktuell abgeschafften Adoptionserlaubnissen.
Weshalb sollte der Prophet infolge des frisch verhängten Adoptionsverbots die Gültigkeit seiner eigenmächtigen Adoptionsaufhebung Zaid gegenüber durch Heirat dessen Frau bestärken müssen ? Weshalb hätte es nicht genug, wenn der Prophet sagt, meine neueste Offenbarung durch Allah lautet Adoptionsverbot, und darum kann ich Zaid nun ab sofort nicht mehr als Adoptivsohn betrachten ? Wo ist der Zusammenhang mit der einer Eheschließung von Zaids Ex ?
Wenn Menschen untereinander in einer bestimmten Weise, die in beidelei Interesse wäre, sich helfen wollen, dann steht nun mit einer Koransure ein göttliches Verbot dagegen, das für mich gegen den Barnherzigkeitsgedanken steht. Oder kann man ab einem bestimmten Barmherzigkeitsausmaß sich oder anderen schaden oder jemals Gott übertreffen ( naja, Allah offensichtlich schon, denn er/es/sie scheint von Adoptionen ja nun nichts zu halten ) ?!
Wenn Adoption im Islam erlaubt wäre, würde ich mich für etliche Waisen, die in islamisch geprägten Ländern dann wieder richtige Eltern bekämen, freuen. Du hast jedoch recht, das allein würde mich nicht überzeugen, dass Islam das Beste für alle ist.
Ich würde nie behaupten, dass alle, die sich an ein Adoptionsverbot halten, deswegen schlechte Menschen seien. Ich unterliege keinem Adoptionsverbot und adoptiere trotzdem nicht. Darum ging es mir gar nicht.
Ich bezweifle einfach, dass der Islam eine schlüssige und tragfähige Begründung für dieses Verbot hat, und entsprechende bestätigende Rückmeldungen hast Du von anderen usern ja nun auch schon bekommen.
Höllenängstliche Muslime werden mit den Achseln zucken und sagen, brauchen wir auch nicht, denn Allah weiss es für uns am besten und ich bin dazu da, das zu tun, was er mir vorgibt und das zu lassen, was er verbietet.
Aus solchem Befehl- und Gehorsamsprinzip kann ich als zum Denken, Fragen und Bewerten fähiger Mensch keine innere Zufriedenheit schöpfen. Unter solchem Aspekt ist es mir nicht möglich, meinen Gottesglauben zu stärken.
Zurück zur Adoption und Islam:
Es wird vielen Muslimen schwer fallen, sich daran zu halten, weil dieses Verbot nunmal im Widerspruch zur Vorgabe steht, anderen nach bestem Vermögen und Kräften zu helfen. Mehr noch, eine Hilfsmöglichkeit (=Adoption) wird zu einer sündhaften Tat degradiert. Ich frage mich, ob das wirklich so gewollt sein kann.