--- quoted from "Scully" -
Die Frage bleibt: was kann man dagegen unternehmen? Du kannst Deine eigene Kinder gleich berechtigt erziehen. Entweder dürfen sie alles gleich tun, oder sowohl Mädchen als Jungs bleiben zuhause. Keine Widerrede!
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Salam Scullyjan,
die Frage bliebt aber, wie leicht das Gleichberechtigt-erziehen-können von der Hand geht, wenn man selbst in den tradierten Mustern bleibt, also de facto hinnimmt, dass zwischen Jungen und Mädchen hinsichtlich der ihnen zugestandenen Rechte Unterschiede in Fallkonstellationen gemacht werden, in denen objektiv betrachtet keine Unterschiede erforderlich sind.
Es gibt doch so viele Mädchen, die sich ihre Verbote schönreden: Weil ich dies und jenes nicht darf, ist es auch ganz sicher nicht gut für mich; obwohl der Hintergrund der Verbote ja oft gerade nicht darin liegt, dass die Eltern in ihrer Teeniezeit mal etwas vergleichbar Verbotenes ausprobiert haben, damit auf die Nase gefallen sind und deshalb ihre Kinder vor vermeidbaren Schäden bewahren wollen. Zum Beispiel: Diskothekenbesuch oder auch nur mit einem oder mehreren nichtafghanischen Schulfreunden sich im Café zum Quatschen und Eisessen treffen.
Und Jungen ? Ja, Jungen dürfen vor der Ehe z.B. eine (nicht-afghanische) Freundin haben, damit es ihnen für ihre Ehe mit einer Afghanin nachher leichter fällt, ihrer Ehefrau treu zu bleiben. Und dementsprechend auch abends auf die Straße und die Disco, um so ein "Übungsexemplar" auch kennenlernen zu können.
Wahrscheinlich steht weniger die Kultur, sondern eher die gelebte Doppelmoral der Möglichkeit entgegen, unvoreingenommen gemeinsam mit der/dem Betreffenden, für die/den man die Zuneigung empfindet, herauszufinden, ob es auf Dauer wirklich Liebe ist.