--- quoted from "Deutsch68" -
Salam Scullyjan,
ok, bezogen auf die fehlende biologische Blutsverwandtschaft ist natürlich eine Heirat zwischen Adoptivvater und seiner Adoptivtochter oder Adoptivmutter und ihrem Adoptivsohn möglich.
Nach hiesigem Rechtsverständnis heisst Adoption aber Annahme an Kindes statt, d.h. man betrachtet sein Adoptivkind genauso, als ob man es selbst geboren hätte. Wer kommt dabei schon auf die Idee, als Mutter den eigenen Sohn oder als Vater die eigene Tochter zu heiraten ?
Die Erläuterungen aus islam.de kenne ich auch - und jedesmal frage ich mich, wieso Adoptivkinder unrechtmäßige Erben sein sollen, wenn sie doch gerade durch die Adoption in den Stand eines gleichberechtigten Geschwisterkindes erhoben worden und damit rechtmäßig erbbrechtigt sind ?!
Anders gesagt: Diese Erklärung, weshalb Adoption im Islam verboten ist, finde ich an den Haaren herbeigezogen !
Auch der Punkt mit der Familienordnung: Der Status eines Adoptivkindes ist doch zweifelsfrei definiert. Was soll daran unordentlich sein ? Kind ist Kind und Eltern sind Eltern. Wo soll daraus ein Durcheinander entstehen ? Eher ist m.E. doch eine Gefahr hinsichtlich geschwisterlicher Eifersucht gegeben, die aber auch unter ausschließlich leiblichen Kidnern existiert.
Das einzige, was ich als islamische Begründung halbwegs nachvollziehen kann, ist die Sache des Keuschheitsaspektes; weil zum Adoptivkind eben keine Blutsverbindung besteht und man sich als anderes Geschlecht eben nicht vor fremden Blut zeigen soll. Andereseits - kann man bei einem Adoptivkind, das jahrelang mit nichtverwandten Angehörigen gemeinsam in engster Vertrautheit und klar definiertem Beziehungsstatus aufwächst, bei dessen Betrachtungsweise tatsächlich alles auf die fehlende Blutsverwandtschaft reduzieren ? Ist einem liebevollen Adoptivelternherzen so etwas wirklich möglich ? Würde ich als sexistisch empfinden.
Khoda hafez
Deutsch68
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Ich bin neu hier - Salam an ALLE.
@Deutsch68: die Praxis der Adoption im Westen zeigt uns jedoch, dass sehr wohl sogenannte Adopivkinder, spätere Partner in einer "Liebes"-beziehung werden; mir fällt spontan Woddy Allen ein. Abgesehen von W.A. habe ich im Laufe meines Lebens hier in Deutschland mehrmals in meinem Bekanntenkreis ähnliche Fälle erlebt.
Für einen Muslim ist Fakt, dass Allah swt im Quran Eindeutigis über die Adoption vorgibt:
"Allah hat keinem Manne zwei Herzen in seinem Inneren gegeben, noch hat Er jene unter euren Frauen, von denen ihr euch scheidet mit der Formel, sie seien euch verwehrt wie der Rücken eurer Mütter, zu euren (wirklichen) Müttern gemacht, noch hat Er eure adoptierten Söhne zu euren (wirklichen) Söhnen gemacht. Das ist (nur) Gerede aus euren Mündern; Allah aber spricht die Wahrheit, und Er zeigt (euch) den Weg." [33:4]
"Nennt sie (eure Adoptivsöhne) nach ihren Vätern. Das ist gerechter vor Allah. Wenn ihr jedoch ihre Väter nicht kennt, so sind sie eure Brüder im Glauben und eure Schützlinge. Und wenn ihr versehentlich darin gefehlt habt, so ist das keine Sünde von euch, sondern (Sünde ist) nur das, was eure Herzen vorsätzlich tun. Und Allah ist wahrlich Allverzeihend, Barmherzig." [33:5]
Über den Grund für dieses Verbot kann nun spekuliert werden. Was für einen Muslim bei so einer klaren Vorgabe aber irrelevant sein muss, da er ja weiss: Manches im Leben bleibt im Verborgenen!