Der CSU-Politiker und Ex-Staatssekretär Hermann Regensburger hat gar nichts gegen Ausländer und schätzt Django Asül als Kabarettisten. Aber dass ein Türke die bayerischen Politiker derbleckt, das geht ihm dann doch zu weit.
Als Orte der Geselligkeit haben Bayerns Stammtische eine bedeutende Funktion. Was der Stammtisch sagt, ist in manchen Kommunen Gesetz. In Ingolstadt etwa hat sich eine Männergruppe hervorgetan, die schon Stadtratsentscheidungen beeinflusst haben soll. Sie trifft sich werktäglich in einem Lokal namens "Le Café", um von dort aus die Stimme zu erheben.
Die beteiligten Herren hören es gerne, wenn sie als Elite-Stammtisch bezeichnet werden. Da sitzen ehemalige Richter, Ärzte, Ingenieure, Stadträte, Oberbürgermeister und auch Ex-Staatssekretär Hermann Regensburger (CSU). Letzterer hat sich nun im Namen seiner Beisitzer bei der Paulaner-Brauerei über den Auftritt von Django Asül beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg beschwert und dessen Absetzung gefordert.
"Wir sind unisono der Meinung, dass es nicht passend ist, wenn ein Türke die bayerischen Politiker derbleckt", begründete Regensburger seinen Anti-Asül-Antrag per E-Mail. "Diese bairische Traditionsveranstaltung sollte in bayerischer Hand bleiben", schrieb Regensburger über den "Stilbruch". Bei einem türkischen Folklorefest sei es auch "unvorstellbar, dass ein Bayer die türkische Regierung aufs Korn nimmt".
Eine vernachlässigenswerte Stammtischparole? Oder ein ernstzunehmender Fehltritt des ehemaligen Innen-Staatssekretärs? Die Brauerei und der Künstler ignorieren das Schreiben und wollen es nicht kommentieren. Django Asül widmet sich viel lieber jener aktiven Integration, die die Staatsregierung seit jeher von allen Migranten und ihren Nachfahren einfordert.
Der gebürtige Hengersberger mit türkischem Pass spricht deftigstes Bairisch, seine Pointen sind nicht nur auf dem Nockherberg von einer landestypischen Würze, von der so mancher einheimischer Kabarettist nur träumen kann. Ugur Bagislayici, wie Django Asül mit bürgerlichem Namen heißt, ist der Prototyp für gelungene, proaktive Integration.
Doch den Stammtischbrüdern aus Ingolstadt kann er es nicht recht machen. "Mit Fremdenfeindlichkeit hat das nichts zu tun", beteuert Regensburger. Die Satzung seines Stammtisches schließt dementsprechend nur Frauen aus, aber keine Ausländer.
Persönlich habe er als Hobby-Derblecker, der zuletzt beim Starkbierfest in Gerolfing mit orientalisch anmutendem Schnauzbart und rotem Fez auftrat, nichts gegen Django Asül, nein, "als Kabarettisten schätze ich ihn generell sogar". Trotz oder eher wegen des Nockherberg-Debüts Asüls saßen 1,9 Millionen Fernsehzuschauer vor den Bildschirmen. Damit war sein Auftritt allein zahlen- und marketingtechnisch ein kluger Schachzug der Veranstalter. Es hat sich aber auch gesellschaftspolitisch gelohnt: Nebenbei wurde gezeigt, dass nicht nur Einwanderer und ihre Nachfahren Integrationswillen vermissen lassen, wie so oft behauptet wird, sondern auch Einheimische und ihre Vordenker an den Stammtischen. Dies hat der frühere Staatssekretär Regensburger schonungslos offengelegt.
(SZ vom 16. März 2007) Von Stefan Mayr Quelle:sueddeutsche.de
oh mann man ist ja als zuschauer schon peinlic berührt wenn man den ede da so sitzen sieht und versucht ein krampfhaftes lachen herauszuwürgen. eigentlich so denke ich sagt er gerde zu sich natürlich im kopf "dieser sch. . . türke" das sieht man doch an der mimik ; ) außerdem was sagte der ede doch gleich " türkei? das hat nichts mit europa zu tun" wieso also sich von einem nichteuropäer auf dem arm nehmen lassen!
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