Oh, nie sollst du mich falsch von Herzen heißen,
Schien schwach auch, da ich fern war, meine Glut.
So leicht könnt ich vom eignen Selbst mich reißen,
Als von der Seele, die in deiner ruht.
Dort ist der Liebe Heim. Irrt ich auch weit,
Getrieben hat's mich doch, zurückzueilen
Zu rechter Zeit, nicht anders durch die Zeit;
Selbst bring ich Tropfen, die mein Arges heilen.
Beherrschen alle Fehler auch mein Ich,
In deren Bann jedwedes Menschenblut,
Doch für so urteilslos nicht halte mich,
Für Nichts zu opfern dich, das höchste Gut.
Nichts ist dies weite Weltall meinem Sinn,
Du, meine Rose, bist mein Alles drin.
sonnet 109
_________________
Da wo ich bin ist immer vorne!Bin ich einmal hinten,ist hinten vorne!