Wer betrieb den Kupferabbau in prähistorischer Zeit? "Schliemanns Erben" begeben sich auf Spurensuche in den Iran.
Die Wiege der modernen Zivilisation wird durch zwei große Kulturen repräsentiert: durch Mesopotamien zwischen Euphrat und Tigris und durch die Harappa-Kultur am Indus. Hier entstanden die ersten großen Städte, die vorzüglich organisiert waren. Man trieb Fernhandel und entwickelte spezielle Handwerke. Schon sehr früh wurde Metall verarbeitet, vor allem Kupfererz, das zur Herstellung von Waffen und Schmuck diente. Doch weder in Mesopotamien noch am Indus gab es eigene Erzvorkommen und dennoch blühte das Handwerk. Woher kamen die Rohstoffe?
Zwischen Indus und dem Zweistromland liegen die kargen Hochebenen des Iran. Könnten die Rohstoffe von dort gekommen sein? Erstmals seit der Revolution durften deutsche Archäologen, unter ihnen Hermann Parzinger, wieder im Iran forschen. Auf der Suche nach den geheimnisvollen Kupferquellen wurden sie bald fündig. In der Nähe des Dorfes Arisman entdeckten sie Reste hunderter Brennöfen. In einem prähistorischen Bergwerk machten sie Kupferadern aus. An anderer Stelle fanden sie Gußformen.
Das sind deutliche Hinweise auf einen sehr frühen, regen Erzabbau. Es ist zu vermuten, dass die Metallproduzenten systematisch vorgingen, dass sie in großem Stil und für den Export arbeiteten. Dahinter muss eine straffe Organisation gestanden haben und Reichtum, denn Erze waren damals mehr wert als Gold. Gibt es eine Kultur, von der wir noch nichts wissen? Ein unbekanntes Großreich, das "Schliemanns Erben" in Atem halten wird?
Dokumentation von Gisela Graichen und Peter Prestel