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Votivpraxis im hellenistischen und kuschanzeitl. Baktrien

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Post 15.03.2006 00:28:29 
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Khayyaam
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Votivpraxis im hellenistischen und kuschanzeitl. Baktrien

Tadjikistan: Votivpraxis im hellenistischen und kuschanzeitlichen Baktrien

Weihgaben aus Heiligtümern beiderseits des Oxus

Archäologische Forschungen zur Religionsgeschichte Zentralasiens

Lage

    
  Das antike Baktrien im Satellitenbild  
    
  Fruchtbare Ebene eines Nebenflusses des Amudarja  









Das antike Baktrien liegt beiderseits des Flusses Oxus (heute: Amudarja), im Süden Uzbekistans und Tadjikistans und im Norden Afghanistans. Es wird im Norden vom Gissar-Gebirge, im Osten vom Pamir und im Süden Hindukusch eingefasst; nach Westen öffnet sich Baktrien in die Wüste Karakum. In den Flussebenen des Oxus sowie seiner Zuflüsse befanden sich einst fruchtbare Ackerflächen, die zusammen mit dem aus dem Fluss gewonnenen Gold und dem Handel mit Lapislazuli und anderen Edelsteinen zum einstigen Reichtum dieser Landschaft beigetragen haben.

Abteilungen:
Eurasien-Abteilung

Weitere Informationen zur Abteilung/Kommission, die das Projekt betreut

 

   
 

Geschichte

    
  Ionisches Kapitell aus dem Oxus-Tempel, erste Hälfte 3. Jh. v. Chr.  
    
  Terrakotten der Kuschanzeit, aus dem Oxus-Tempel  

Baktrien gehörte seit der Mitte des 6. Jh. v. Chr. zum persischen Großreich und bildete aufgrund seines Reichtums eine seiner wichtigsten Satrapien. Nachdem das Land in den Jahren um 329-327 v. Chr. durch Alexander den Großen erobert wurde, stand es unter dem Einfluss der Mittelmeerwelt. Es blieb jedoch politisch ein unruhiges Gebiet. Zunächst gehörte es zum Reich der Seleukiden, welche die Nachfolge Alexanders im Osten angetreten hatten. In der Mitte des 3. Jh. v. Chr. gründete einer der Satrapen ein unabhängiges Königtum, das graeco-baktrische Reich. Aber bereits um 130 v. Chr. zerbrach das Reich durch den Einfall nomadischer Völker aus dem Norden. Einem dieser aus chinesischen Quellen als Yüe-chi bekannten Nomadenstämme, den Kuschan, gelang es um die Zeitenwende, die anderen unter seiner Herrschaft zu einigen. Bald konnte das Herrschaftsgebiet nach Süden und Osten vergrößert werden, so dass sich das Kuschanreich am Beginn des 2. Jhs. bereits über den Hindukusch hinweg nach Gandhara und weit bis nach Indien hinein erstreckte und damit die Südroute der Seidenstraße kontrollierte.  

Ziele

    
  Bronzestatuette aus dem Oxus-Tempel  
    
  Intentionell zerstückelte Weihgaben  

Die Heiligtümer im antiken Baktrien sind für Forschungen zum Verhältnis zwischen indigener und griechischer Kultur im hellenistischen Orient von großer Bedeutung. Während bislang versucht wurde, die dort verehrten Götter zu bestimmen und als einheimische, griechische oder synkretistische Gottheiten zu identifizieren, ist das im Herbst 2006 begonnene Forschungsprojekt ritualgeschichtlich orientiert. Es stützt sich auf die in den Tempeln gefundenen Weihgaben, die als materielle Zeugnisse der praktizierten Rituale betrachtet werden. Ausgehend von den Funden aus dem Oxus-Tempel im heutigen Tadjikistan, der als einziger Kultbau Baktriens von der hellenistischen bis in die Kuschanzeit genutzt wurde, wird die Votivpraxis an anderen baktrischen Kultorten untersucht. Zunächst wird gefragt, in welchem Maße die Weihsitten des 3. und 2. Jhs. v. Chr. an iranischen Traditionen orientiert sind und ob sich der für andere Aspekte der Kultur nachgewiesene griechische Einfluss auch in der Votivpraxis widerspiegelt. In einem zweiten Schritt wird die Entwicklung der Weihgebräuche von der hellenistischen bis in die Kuschanzeit untersucht. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie sich der politisch-gesellschaftliche Wandel im Zuge der Eroberungen Baktriens durch nomadische Völker um 130 v. Chr. auf die religiösen Vorstellungen ausgewirkt hat. Das Ziel des Projektes ist es, am Beispiel der Votivpraxis einerseits die Ausprägung der griechisch-orientalischen Mischkultur in Baktrien zu beleuchten und andererseits ihre Transformation unter nomadischem Einfluss zu verfolgen.  

Forschungsgeschichte

    
  Halblebensgroße Statue aus dem Oxus-Tempel  

Seit den 1960er Jahren wurden in Baktrien mehrere Tempel aus hellenistischer Zeit und der anschließenden Kuschanzeit ausgegraben. Doch der Charakter dieser Kultorte konnte weder durch eine Analyse der Bauformen und Raumstruktur noch durch eine Auswertung der spärlichen literarischen und epigraphischen Überlieferung befriedigend beschrieben werden. In dieser Hinsicht verspricht eine Untersuchung der zahlreichen dort gefundenen Weihgaben bessere Ergebnisse.
Der Oxus-Tempel wurde zwischen 1976 und 1991 von Igor R. Pičikjan im Zuge der durch Boris A. Litvinskij geleiteten Südtadjikischen Archäologischen Expedition ausgegraben. Die Grabungsergebnisse und ausgewählte Funde wurden in Vorberichten und verschiedenen Monographien veröffentlicht. Eine vollständige Fundvorlage wurde von den ehemaligen Ausgräbern zwar begonnen, konnte jedoch bisher nicht abgeschlossen werden. Seit 1998 werden die Grabungen fortgesetzt, wobei sie nun von der Akademie der Wissenschaften Tadjikistans durchgeführt und von Anjelina Drujinina geleitet werden. Sie konzentriert sich zwar auf die Erforschung der umgebenden Siedlung, führt jedoch im Temenos und in den Flügelbauten des Tempels Ausgrabungen und Nachuntersuchungen durch.  

Bisherige Arbeiten

    
  Weihgaben aus Gold, Silber und Bronze, aus dem Oxus-Tempel  

In den Jahren 2003 und 2004 ist eine neue und umfassende Aufnahme der im Oxus-Tempel geborgenen Funde durchgeführt worden, welche die Grundlage für die 2006 begonnenen Forschungen zur Votivpraxis bildet. 

Kooperationen

    
  Blick auf den Oxus-Tempel, im Hintergrund der Amudarja  

Das Projekt findet in enger Zusammenarbeit mit der heutigen Leiterin der Ausgrabungen am Oxus-Tempel, Dipl. Arch. Anjelina Drujinina (anjelinad@yahoo.com) und mit dem Antikenmuseum des Achmadi-Donisch-Instituts für Geschichte, Archäologie und Ethnographie der Akademie der Wissenschaften der Republik Tadjikistan statt. 

Ansprechpartner

Dr. phil. Gunvor Lindström

Klassische Archäologie
Telefon: 01888-7711-303
Telefax: 01888-7711-313
Email: gl@dainst.de

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft  

Literatur

А. Дружинина, Предварительные результаты раскопок на городище Тахти-Сангин [Vorberichte der Ausgrabungen 1998-2004], Археологические работы в Таджикистане 27, 2000, 240-261; 29, 2004, 131-160. 224-236; 30, 2005, 86-105.
A. Drujinina, Die Ausgrabungen in Taxt-i Sangīn im Oxos-Tempelbereich (Süd-Tadzikistan). Vorbericht der Kampagnen 1998-1999, Archäologische Mitteilungen aus Iran und Turan 33, 2001, 257-282.
A. P. Drujinina - N. R. Boroffka, First preliminary report on the excavations in Takht-i Sangin 2004, Bulletin of the Miho Museum 6, 2006, 57-69.
H.-P. Francfort, Fouilles d'Aï Khanoum III. Le Sanctuaire du temple à niches indentées. 2. Les trouvailles, Mémoires de la délegation archéologique française en Afghanistan 27 (Paris 1984).
G. Fussman, Surkh Kotal. Tempel der Kuschan-Zeit in Baktrien, Materialien zur Allgemeinen und Vergleichenden Archäologie 19 (München 1983).
G. Fussmann - O. Guillaume, Surkh Kotal en Bactriane II. Les monnaies - les petits objets, Mémoires de la délegation archéologique française en Afghanistan 33 (Paris 1990).
И. Т. Кругликова, Дильберджин. Храм Диоскуров, Материалы советско-афганской археологической экспедиции (Москва 1986).
Б. А. Литвинский/И. Р. Пичикян, Эллинистический храм Окса в Бактрии (Южный Таджикистан) I. Раскопки, архитектура, религиозная жизнь (Москва 2000).
Б. А. Литвинский, Эллинистический храм Окса в Бактрии (Южный Таджикистан) II. Бактрийскоe вооружение в древневосточном н грческом контексте (Москва 2001).
B. A. Litvinskij - I. R. Pičikjan, Taxt-i Sangīn. Der Oxos-Tempel. Grabungsbefund, Stratigraphie und Architektur, Archäologie in Iran und Turan 4 (Mainz 2002).  

Post 23.07.2007 20:39:14 
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Khayyaam
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Baktrien - Wikipedia

Post 23.07.2007 21:33:30 
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Khayyaam
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Baktrisches Steinstempelsiegel mit Abdruck der Vorderseite - Afghanistan, Mitte 3. Jt. v. Chr.

Narrativer Stil

Kissenförmiges Stempelsiegel mit linsenförmigem Querschnitt, quer durchbohrt, aus rötlich-braunem Serpentin. Zwei annähernd quadratische gewölbte Stempelflächen mit abgerundeten Ecken. Tief geschnitten und gekerbt. Mitte 3. Jt. v. Chr., Afghanistan. Narrativer Stil nach Winkelmann.

Darstellung auf der Vorderseite: Geflügelte Ziege am Berg. Über dem Rücken: Berg mit stilisierter Pflanze. Kissenförmige Stempelsiegel gehören zu den charakteristischen Siegelformen der baktrischen Glyptik des 3. und beginnenden 2. Jt.s v. Chr. Sie sind im gesamten Bereich der baktrischen Hochkultur von Afghanistan  und Süduzbekistan bis Südturkmenistan (Margiana) verbreitet. 

Überwiegend bestehen diese Siegel aus lokalem Gestein wie z.B.  Serpentin, gelegentlich finden sich auch metallene Exemplare. Diese Form wird für Siegel der unterschiedlichsten baktrischen Stile genutzt. Bekanntestes Siegel dieser Form sind die Murghabstilsiegel. Siegel des vorliegenden Stils sind jedoch älter und gehen bis in die Mitte des 3. Jt.s v. Chr. zurück. Sie besitzen deutliche Bezüge zur Glyptik der Harappakultur in Nordwest-Indien und der südostiranischen Glyptik aus dem Kermangebiet.

  (Museo-on.com - Kulturen der Welt erleben)

Post 23.07.2007 21:37:44 
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Bling-Bling


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Location: in meiner geheimen Unterwasser-Villa

Khayyam Joon, wenn irgendwann mal die Araber den Iran verlassen haben, werden wir alle wieder geeinigt werden und um unsere Geschichte, Kultur und Sprache kümmern, bis dahin, yek boza bar mardoome Iran, Uzbekistan, Tajikistan, Turkmenistan!


_________________
Ba Naam e Khudahvand e Jan o Kherab, Kazeen Bartar Andisha Bar Nagzarad 007 Provokateur http://djini.de/better_arabic.html SCHAUT REIN

Post 13.09.2007 16:20:58 
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