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Messerstecherei
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Afghanistan Forum - AfghanMania Forum Index -> Deutsch-afghanische Beziehung und Weltpolitik

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Joined: 02 Apr 2004
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Post 15.03.2006 00:28:29 
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Khayyaam
VIP


Joined: 04 Nov 2005
Posts: 9817

Das ist vollkommen richtig, Blue Eyes jaani, und das habe ich auch niemals dementiert bzw. in Frage gestellt! Ich wies ja bereits darauf hin, daß die Erziehung von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden ebenfalls auch von zahlreichen anderen, äußeren Faktoren mit beeinflußt wird. Das steht ganz außer Frage. Ebenfalls kann man nicht sagen, daß alle gewaltbereiten bzw. bereits gewalttätigen Jugendlichen aus sogenannten "Problemfamilien" stammen. Sie bilden allerdings einen großen Anteil aus diesen, und man kann durch eine entsprechende Erziehung und durch ein bestimmtes Vorleben von ganz bestimmten Codices von Verhaltensnormen und Verhaltensmustern bei der Kindererziehung schon sehr, sehr viel erreichen und auf diese positiv einwirken! Ebenfalls sollten die Eltern unbedingt ein Auge auf den Umgang ihrer Kinder haben, was allerdings in der Regel gar nicht mehr nötig wird, wenn man den Kindern bereits von früher Jugend an behutsam beibringt und erklärt, mit welchen Leuten man Kontakt pflegen und von welchen man sich lieber distanzieren sollte! Kinder lernen da recht schnell und passen sich in der Regel, wenn man es denn richtig und ohne äußerlich erkennbaren Zwang anstellt, den entsprechenden Verhaltensmustern der erziehungsberechtigten Erwachsenen, die für sie recht häufig ein Vorbild darstellen, an! Selbstverständlich steht aber auch der Staat in einer gewissen Verantwortung und kann sich dieser keineswegs durch fehlgeleitete Politik und durch fadenscheinige Argumentation, wie so häufig, versuchen zu entziehen.

Post 10.01.2007 23:19:55 
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BlueEyes
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Joined: 27 Jan 2003
Posts: 311
Location: Frankfurt am Main

 


Da sind wir uns ja einig... ;)

 Nur das der Staat wesentlich mehr Verantwortung trägt als angenommen wird.

Wie sollen sich den Schüler und Familien verhalten wenn die Verhältnisse und Zukunftausichten für die Jugendlichen katastrophal sind ??

Das Umfeld hat einen sehr starken Einfluss und die Geselschaft vorallem der Staat haben eine große Verantwortung.

ich frage mich wieso er sich entzieht und keine Lösungen für Schüler als auch Lehrer herbeiführt.

Wieso diese Machtlosigkeit ??

Hier ein Video dazu :


http://www.youtube.com/watch?v=MpyKzUGwsEE&mode=related&search=]

was ist eure Meinung hierzu ?








Last edited by BlueEyes on 11.01.2007 02:55:33, edited 1 time in total

Post 11.01.2007 00:36:56 
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AliGee
Moderator


Joined: 26 Oct 2003
Posts: 831
Location: Lübeck

Salam BlueEys jan,
ich habe mir eben das Video angeschaut. Da braucht man sich echt nicht zu wundern. Man hat es ja schon vor vielen vielen Jahren kommen sehen. Doch dagegen wurde nichts getan. Jetzt wo es sowieso zu spät ist, will die Regierung da eingreifen. Ich glaube nicht, dass sich da was ändern wird.

Wenn es so weiter geht, werde ich, wenn meine Kinder im Schulalter sind, von hier auswandern. Das kann man nicht mehr mitansehen.

Ba Ehtram

Post 11.01.2007 01:09:26 
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BlueEyes
Premium Mitgliedschaft


Joined: 27 Jan 2003
Posts: 311
Location: Frankfurt am Main

 

Ja AliGee jan,

 es ist erschreckend !  Hier noch zwei :


Mädchengewalt :
http://www.youtube.com/watch?v=eSmQL7gRXrI

 



Berliner Jungs:
http://www.youtube.com/watch?v=P-h6VykFoSM&mode=related&search= 

 



dass es die ganze Zeit falsch gelaufen ist um so weit zu kommen...da sind wir uns einig..


 Sehe es allerdings nicht ein das es keine Massnahmen ergriffen werden können die zu einem Erfolg führen.


Ich bin dafür das man was unternimmt...und würde mich für Lösungsansetze freuen.

Was denkt ihr müsste da unternommen werden, damit die Zustände sich jetzt als auch nachaltig besssern ??

 

Post 11.01.2007 01:26:13 
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Mulder
Moderator


Joined: 24 Apr 2003
Posts: 2427
Location: Irgendwo im Nirgendwo

Ich sehe das Problem darin, dass Staat bzw. Schulen die Kindererziehung ausschliesslich dem Elternhaus überlassen und ihre Funktion nur noch auf Bildung konzentrieren.

Woraus besteht die Gesellschaft und das sog. Umfeld, das auf die Kinder einwirkt? Es sind alles Menschen aus der gleichen Schule, dem gleichen Ort, sogar dem gleichen Haus. So blendend die Erziehung im Elternhaus auch sein mag...wenn das Umfeld genau das Gegenteil ist, von dem was die Eltern vermitteln, kann man sich nicht mehr allein auf die elterliche "Erziehungsstärke" verlassen.

Was ich damit auszudrücken versuche, ist, dass auch die Gesellschaft und besonders die Schulen in gewissem Maße eine erzieherische Funktion erfüllen sollten. Was Eltern allein nicht schaffen -weil man nicht von jedem Elternhaus eine perfekte Kindererziehung erwarten kann- so sollten sie doch wenigstens ein wenig darauf zählen können, dass die Schule auch was dafür tut.

Der Begriff "Pädagoge", was ja nun alle Lehrer (die in Deutschland studiert haben) sind, zielt schliesslich nicht nur auf die Bildung, sondern auch auf die Erziehung der Schüler, die laut folgender Definition sogar vor der Bildung erwähnt wird:

"Ein Pädagoge ist eine Person, die sich mit dem erzieherischen Handeln, also der Praxis von Erziehung und Bildung und den Theorien der Pädagogik professionell auseinandersetzt. Er ist ein Erzieher, (Schul-)Lehrer oder ein Erziehungswissenschaftler." (Wikipedia)

Früher gab es "Fächer" wie Ordnung, Sauberkeit, Disziplin, Anstand, Verhalten, etc. Heute wird sowas als altmodisch abgetan. Dabei erachte ich die Vermittlung von sozialgesellschaftlichen Werten als durchaus wichtiger als das Wissen, ob man Delphin mit "ph" oder "f" schreibt.

Wenn die Mutter ihrem Kind sagt: "du sollst dich nicht prügeln" so ist sie nur eine Stimme gegen viele, wenn das Kind antwortet: "draussen prügeln sich aber alle". Was Eltern zu Hause erzählen, wird oft als "Alte-Leute-Gerede" abgetan...wenn nun Gesellschaft und Umfeld das gleiche erzählen würden, bin ich davon überzeugt, dass dies so manche quere Einstellung und Ansicht ändern würde.

 


_________________
---Ein kluger Mensch bemerkt alles, ein Dummer macht ueber alles eine Bemerkung.---

Post 11.01.2007 12:01:15 
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Khayyaam
VIP


Joined: 04 Nov 2005
Posts: 9817

Salaam be hame!

Es ist in der Tat erschreckend, was die Videos für einen schrecklichen und hoffnungslosen Eindruck vermitteln. Da kann ich allen meinen Vorrednern und Vorrednerinnen nur vollkommen recht geben und beipflichten.

Ein erkleckliches Teil Schuld hieran trägt m. E. die vollkommen verfehlte Familienpolitik, die die letzten Jahre von den verantwortlichen politischen Stellen aus betrieben worden ist.

Man war und ist auch heute immer noch einzig und allein darauf aus, den Kindernachwuchs hier in Deutschland mit allen erdenklichen Mitteln und mit aller Macht zu fördern und die Eltern von Familien zu begünstigen und versucht das mit rentenpolitisch bezogenen Antworten zu begründen. Dabei hat man allerdings die wesentlichen Aspekte, was eine ordentliche und zum Teil auch strenge aber gute Erziehung der "zahlreichen" Kinder anbelangt, vollkommen vernachlässigt und völlig aus dem Auge verloren, die man sich als zahlungskräftige, zukünftige Renten- und Steuerzahler heranziehen will!

Was zieht man sich denn eigentlich heran? Welche zukünftigen potentiellen Eltern, aus welchen Gesellschaftsschichten, lassen sich von solchen scheinbar lukrativen, familienpolitischen Geschenken und großzügigen Angeboten, wie z. B. die verlängerten Babypausen und die verhältnismäßig hohen Bundeserziehungsgelder mit bis zu 1800,00 € Höchstbetrag, ködern bzw. locken? Akademisch gebildete Leute mit akademischen Gehältern wohl kaum! Wer das dann sein wird, beantwortet sich, glaube ich, wohl von selbst! Wie sollen diese Unsummen überhaupt finanziert und aufgebracht werden? Müssen wieder einmal dieselben Leute die Zeche zahlen?

Wie auch immer, es galt und gilt lediglich immer noch eins, nämlich mit allen erdenklichen Mitteln die Geburtenraten anzuheben und zu steigern. Das „Kinderkriegen“ mußte und muß wieder populär werden und durfte und darf um gar keinen Preis für die entsprechenden Familien sogleich auf den ersten Blick mit erheblichen Unkosten und Mühen verbunden sein, was diese wiederum davon abhalten könnte, in unserer ohnehin recht kostspieligen Zeit, auch nur daran einen Gedanken zu verschwenden, allein aus Mühen und Kostengründen, sich keine Kinder anschaffen zu wollen. Es sollte ganz im Gegenteil den Paaren, die ohnehin bereits Kinderwünsche hegten, suggeriert und wieder schmackhaft gemacht werden, diese Wünsche auch entsprechend umzusetzen und zu realisieren. Dabei wurden und werden für alle Familien - je mehr Kinder um so besser! - alle erdenklichen Vergünstigungen und andere, kinderlose Paare übervorteilende "Familienpakete" angeboten. Diese hingegen mit deren Finanzierung bestraft!

Die praktische Umsetzung einer wohlausgewogenen, durchdachten, pädagogisch sinnvollen Kindererziehung, wo man bisweilen auch einmal Strenge walten lassen kann und muß, wie man es von früher her kannte und durchaus gewohnt war, wurde vorsorglich vollkommen vernachlässigt, aufgegeben und blieb damit völlig auf der Strecke. Althergebrachte Traditionen und sich stets bewährende Werte der früheren Kindererziehung wurden vollständig "ausgehebelt", aufgegeben und sogar als "überholt" und "altmodisch" abgetan.

Es wurden Gesetze erlassen, die es jedem Lehrer von vorneherein vollständig unmöglich machten und machen, bei der pädagogischen Erziehung auch einmal eine entsprechende Portion an Strenge walten zu lassen und in besonderen Fällen auch einmal richtig durchgreifen zu können. Diese werden ganz im Gegenteil von den Schülerinnen und Schülern in der Regel gar nicht mehr für voll genommen, wie ebenfalls ganz deutlich einer der Filme w. o. gezeigt hat, und sie müssen mittlerweile sogar schon gewaltsame Übergriffe und Repressalien durch die Rädelsführer in den Klassen befürchten. Das gleiche trifft sogar für die Kindererziehung in den eigenen Familien zuhause zu. Ein Vater muß bisweilen fürchten, von seinem eigenen Kind angegriffen, öffentlich denunziert und sogar "wegen vermeintlicher Kindesmißhandlung" grundlos angezeigt zu werden, nur weil er seinem Sohn einen „kleinen Klaps auf den Po“ verabreicht haben soll. Ich spreche hier keineswegs von wirklicher Kindesmißhandlung in Form von schweren Prügelstrafen, die ich ebenfalls rundweg und vehement ablehne! Aber schon Fürst Otto von Bismarck lehrte, gar nicht mal so unrecht, meine ich, das Prinzip "Zuckerbrot und Peitsche"! Ersetzen wir "Peitsche" mal durch "Poklaps"!

Es ist vollkommen richtig, daß sich der Staat mittlerweile aus der Kindererziehung selbst, und der sich daraus resultierenden Verantwortung, vollkommen verabschiedet und verabsentiert und diese alleine den Eltern aufgebürdet hat, wobei diesen allerdings rechtlich gesehen sämtliche Mittel und Möglichkeiten genommen worden sind. Der Anreiz zum richtigen und korrekten Verhalten fehlt den Kindern aber selbst auch völlig.

Mulderjaan hat schon ganz zu recht auf die mittlerweile fehlenden "Kopfnoten" hingewiesen, die früher in den Zeugnissen grundsätzlich vergeben wurden, und die den meisten Kindern ein regelrechter Ansporn zu besserem Betragen waren.

Kinder bekommen heutzutage fast alles, was man käuflich erwerben kann. Ihnen fehlt es in materieller Hinsicht an fast nichts! Ein jedes Kind hat ein Handy, ein jedes nennt einen Gameboy oder eine Playstation sein Eigen! "Fast" jedes Kind hat heutzutage seinen eigenen Computer mit DSL-Internetzugang! Kann man dieses seinem Kind nicht alles zur Verfügung stellen, wird dieses in der Schule von seinen Mitschülerinnen und Mitschülern gehänselt.

Verhätschelung und Vertätschelung, insb. auch von seiten der verantwortlichen Stellen des Staates, was insb. die Jurisprudenz (Jugendstrafgesetzgebung!) anbelangt, sind heute bei der Kindererziehung absolut an der Tagesordnung! Die meisten Jugendlichen gehen bei der Verurteilung schlimmer Gewalttaten in der Regel straffrei aus, was einen Anreiz für immer mehr Gewaltdelikte bietet und darstellt! Und die wenigsten Kinder lernen von klein auf an, Verantwortung zu übernehmen. Die wenigsten Kinder hier in Deutschland wissen, wie hart und wie lange ein einzelner Erwachsener überhaupt arbeiten muß, bis nur allein das Allernotwendigste, was in einer Familie allmonatlich gebraucht wird, von den Eltern herangeschafft und erwirtschaftet wurde! Viele Kinder haben so absolut keine Beziehung mehr zum Geld und insbesondere nicht mehr zum Verdienen von Geld! Und an alledem trägt die Politik und deren bevollmächtigten Organe einen ganz entschiedenen Teil an Schuld!

Eine ordentliche Schulausbildung und eine sich daran anschließende berufliche Ausbildung, wie wir ganz deutlich in den „Horrorfilmen“ w. o. an den unreifen Aussagen einiger Jugendlicher gesehen haben und deutlich mitverfolgen und nachvollziehen konnten, sind nicht mehr gefragt und nicht mehr wichtig und werden rundweg abgelehnt und negiert! Wir leben heute in einer absoluten „Spaßgesellschaft“, wo nur noch der Unterhaltungswert, Freude, Spaß, Sex und Vergnügen zählen, und dazu gehören unvermeidlich auch Alkohol- Tabak- und Drogenkonsum und insbesondere auch Gewalt und Brutalität in jeder Hinsicht!

Selbstverständlich ist das alles nur ein kleiner Teilaspekt, der von mir hier aus einem einzigen, großen, "wabernden" Dilemma, was insbesondere unsere enorme (Jugend)Arbeitslosigkeit und die daraus resultierenden düsteren Zukunftsaussichten ohne Perspektive für die Jugend anbelangt und umfasst, willkürlich herausgegriffen, herauskristallisiert, focusiert und herausgehoben wurde, aber, ich denke schon, ein sehr wesentlicher und ein sehr maßgeblicher Teilaspekt!





















Post 11.01.2007 14:40:01 
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