Assalamalaikum-warahmattullah-wa-barakatuh und Eid Mubarak an euch alle,
so jetzt will ich mal wieder sachlich werden... Ich versuche mal eure Ideen zu Fragen Zusammenzufassen und so meine Position darstellen und durch Beispiele belegen, wobei ich mich sowohl auf Helena und Temoryan als auch auf BlueEyes beziehen werde.
Aus euren Beiträgen entnehme Ich, dass Ihr meint dass – übertrieben ausgedrückt – solche „ Mega brust-klopfer-stolzen Afghanen“ wie Ich schlecht für Afghanistan sind und das dies ein Rückständiges denken ist.
Zunächst bin ich keiner von den eben erwähnten „Brust-Klopfern“. Denn ich sage euch, dass ein frommer muslimischer Russe mir näher ist als ein ungläubiger nationalistischer Afghane. Das führt mich weiter zur Frage: Was ist Stolz? Stolz bedarf keiner Leistung und auch keiner Begründung. Deswegen ist Stolz auch kein Wert, der einem das Recht gibt sich selbst einen höheren Wert einzuräumen. Es ist ein Selbstverständnis. Eine Berufung aus seine Identität. Und ist Identität nicht das, was uns als Gruppe verbindet? Stolz erlaubt einem aber die Aufrechte und Selbstbewusste Begegnung mit anderen. Der GESUNDE STOLZ kann das Gemeinschaftsgefühl und den Zusammenhalt stärken. Der Nationalstolz steht bei den Afghanen aber weit hinten, sofern er überhaupt vorhanden ist. Vornehmlich herrscht der Klanstolz. Durch soziale Disparitäten und fehlende Bildung wird Sie oft missbraucht. Der Stolz bleibt ,jedoch, das was Sie ist. Der einzige Grund, der es uns erlaubt zu sagen, wir haben zwar nichts, aber wir sind dennoch Stolz die Kinder unserer Eltern zu sein. (Ich hoffe ihr versteht meine Meta-Botschaft)
Dies schließt gleich an den nächsten Gesichtspunkt an. Es wird behauptet, dass die Afghanen aus eigener Kraft nicht aus ihrer selbstverschuldeten Unterentwicklung nicht raus fänden und sich deshalb an weiter entwickelten Ländern Beispiele nehmen sollten.
Emin! Das ist richtig. Entwicklung ist der einzige Weg in die Zukunft. Die Iraner haben sich entwickelt. Gerade in der Schah-Zeit wurde sehr viel in die Bildung investiert, sodass Iran heute zu den Ländern mit den besten Chirurgen der Welt zählt. Massallah! Dennoch stellt sich für mich eine Frage... Wenn Entwicklung immer positiv zu bewerten ist, wieso ist die politische Lage Irans so problematisch heute? Dem Islam oder den „Extremisten“ die Schuld zu zuweisen ist zu oberflächlich, denn es gab eine Revolution. Eine Revolution benötigt die Zustimmung der Majorität einer Gesellschaft, um Erfolgreich zu sein. Waren alle Iraner Extremisten? Nein, das politische System und der Sittenverfall und natürlich auch die sozialen Disparitäten wurden in Frage gestellt und das führte zu Fall des Systems. Ein Volk muss sich natürlich entwickeln: Aus ihrer Identität heraus. Aufgabe eines Staates ist es lediglich und gleichzeitig vornehmlich Indikatoren, wie Bildung und rechtliche Gleichstellung zu Gewährleisten, sodass eine Entwicklung stattfinden kann. Soziokulturell muss sich jedes Volk selbst entwickeln. Wenn der Satt das in die Hand nimmt und Menschen die Kopftücher vom Kopf reist und Sie Zwangs amerikanisiert geht das wie im Fall Iran schief. Wenn das Volk sich selbst (z.B. durch Medien beeinflusst) entschließt andere Länder zu imitieren geht das immer einher mit Identitätsverlusst.
Es stellt sich ja dann die Frage, ob eigentlich Entwicklung ohne den Verlust von Tradition und Identität gibt.
Wenn man sich z.B. Indien anschaut wird es einem sehr deutlich, dass es diese Entwicklung geben kann. Indien ist dynamisch. Es hat ein Wirtschaftswachstum von mehr als 8% (Deutschland: ca. 1,5%) und das ist erst der Anfang. Man geht davon aus, dass Indien in absehbarer Zeit Wirtschaftsmacht Nr.1 vor den USA und Japan sein wird. Während der Kolonialzeit verlor die indische Gesellschaft viel an Identität. Die gehoben indische Gesellschaft versuchte den Engländern nachzueifern und sogar die Sprache der Inder veränderte sich, sodass viele unnötige englische Begriffe einflossen (z.B. Zahlen, Ausgenommen ist natürlich Fachterminologie). Daraus lernten Sie . Die hinterbliebenen Narben erinnern Sie bis heute, was für ein Verlust der Verlust der eigenen Identität bedeutet. Als Beispiel für ihr Bewusstsein für Kultur und Tradition möchte ich folgende Beispiele nennen: An der Uni für IT – Technik (der Größten der Welt) in Bangalore (Silicon Valley von Indien) studieren Mädchen in traditioneller indischer Bekleidung. Und auf einem Ausflug zur CeBit in Hannover habe ich zig Inder mit Turban und traditionellen Bärten neben westlichen in Anzug mit Schlips und Kragen gekleideten Geschäftsmännern gesehen. Das hat mich beeindruckt. Rückständig wirkte das nicht. Hochgebildete Menschen tragen aufrecht ihre Kultur mit sich und fahren trotzdem mit auf dem Zug der Entwicklung. Ferner habe ich im Spiegel einen bericht gelesen über Indien, in dem es um studierende Inder ging und ihr Selbstverständnis. Und sie alle stimmten in einem Punkt überein. Sie wollen das POSITIVE lernen und übernehmen ohne die Werte ihrer Eltern zu vergessen.
Was sollte also das Ziel der Afghanen sein?
Wissens- und Technologietranfere von mir aus mit den Eskimos, wenn es uns ein Stück Entwicklung bringt. Wir müssen all unsere Ressourcen ausnutzen und eng mit unseren Nachbarländern zusammenarbeiten. Sie sind uns in vielen dingen weit voraus. Aber soziokulturell müssen wir uns selbst Entwickeln. Das geht von alleine wenn die Schienen (Bildung etc.) von der Regierung gestellt werden.
Wir können uns auch verkaufen wie z.B. die Japaner (nach ihrer Isolation)
Vielleicht würde es uns dann Wirtschaftlich besser gehen. Ein Gesicht hätten wir dann aber nicht mehr
Trivial ausgedrückt: Wirtschaftliche Verbesserungen sind gut. Wir müssen aber nicht WAY OF LIFE immitieren (wie Affen).
Ich habe das zwar in jetzt indirekt schon behandelt möchte aber gerne noch mal auf mein Beispiel mit den in D lebenden Iranern Bezug nehmen.
Es ist richtig, dass mirder Lebensstil vieler anderer Muslime in D auch nicht gefällt, jedoch gibt es unterschiede.
Im gegensatz zu anderen Immigrantengruppen moslemischen Hintergrunds, feiern Iranische Einwanderer oftmals hier auch Weihnachten. Auffällig viele Iranerinnen blondieren ihre Haare (machen Türken zwar auch ganz gern, aber die haben mit Atatürk ja auch ähnliches erlebt). Und was soll dieses „merci“ anstatt von „tashakur“?. Sicher es sind Kleinigkeiten, aber die machen sich damit doch nur lächerlich.
Achja @ BlueEyes: Ja, wer war das noch gleich? Auf jedenfall war der nicht lange an der Macht und wurde glaube ich sogar umgebracht... Wenn mich nicht alles täuscht war das wohl Nadir schah?
Ich denke ich hab e nicht alles gesichtspunkte angesprochen hoffe aber einige Misverstädnisse aufgeklärt haben zu können .
Assalamalaikum und ich gehe mir jetzt das Feuerwerk anschauen ;-) Es ist 23:56 lol das ist warscheinlich der letzte Beiotrag in diesem Forum im Jahr 2006 überhaupt loool