Declaration of War Against the Americans Occupying the Land of the Two Holy Places : Expel the Polytheists from the Arabian Peninsula


( August 23, 1996)


OSAMA BIN LADEN

People are wondering: are we really the biggste source of oil in the world? They feel that God is bringing this torture upon them because they have not spoken out against the regime`s injustice and illegitimate behaviour, the most prominent ascpects of which being its failure to rule in accordance of God`s law, its depriving od legal rights to its servants, its permitting the American occupiers into the Land of the Two Holy Sanctuaries, and its arresting of righteous scholars ––inheritors of the Prophet`s legacy –– and unjustly throwing them in prison.“ ( S. 542)

Aus dem angeführten Zitat wird eine pure Aufregung gegen die „ American occupiers“ deutlich. Die schlechten Wirtschaftsbedingungen wie Arbeitslosigkeit und Armut werden darauf zurückgeführt.


In dieser Kriegserklärung geht es in erster Linie um die Befreiung der arabischen Halbinsel. Der Augenmerk dieser Kriegserklärung liegt jedoch auf der Befreiung von Saudi-Arabien, wo sich die Kaaba (Gebetsrichtung) und die zwei heiligen Städte (Mekka und Medina) der Muslime befinden.


Al-Qāʿida wird häufig mit „die Basis“ übersetzt, wobei das arabische Wort qāʿida weitere Bedeutungen hat (unter anderem „Basis“, „Regel“, „Stützpunkt“, „Fundament“,“Liste”). The Guardian schreibt, dass der ehemalige britische Außenminister Cook behaupte: „Al-Qaida, wörtlich „die Datenbank“, ursprünglich eine Computerdatei mit tausenden von Mujaheddin (die sich im Jihad beteiligen) war, die mit Hilfe der CIA rekrutiert und trainiert wurden, um gegen die Russen zu kämpfen“1.Die direkte Übersetzung aus dem Arabischen ist jedoch „die Basis“ oder „der Stützpunkt“2, was sich entweder auf die Stützpunkte der Mudschaheddin des Sowjetisch-Afghanischen Krieges oder auf die zahlreichen Trainingscamps der Organisation von den frühen 1990er-Jahren bis jetzt bezieht.


An Hand dieser Kriegserklärung ruft er zum Heiligen Krieg gegen die jüdisch-amerikanische Koalition auf, die die heiligen Städte der Muslime besetzt haben. Er erwähnt große Massaker wie z.B. das Massaker in Bosnien-Herzegovina und kritisiert dabei die „imperial arrogance“ der Amerikaner, die nichts dagegen unternahmen. Diese Massaker seien eine Antwort auf die Propaganda, die überall gegen die Muslime verbreitet wurde. Zudem bemängelt der die Ermordung muslimischer Jugendlicher und Prediger in Saudi-Arabien. In Folge dessen ruft er zum Heiligen Krieg (Jihad) gegen die jüdisch-amerikanische Koalition auf.


Die Regime selbst seien Schuld, weil:

  1. sie die Scharia durch „man-made laws“ ersetzt haben.




  2. sie unfähig seien, das Land zu schützen. Somit erlauben sie den „American Crusaders“ das Land jahrelang zu besetzen.




Somit ruft er die Umma (Gemeinschaft der Muslime) zum Jihad auf, welcher durch den Koran bzw. Gott und den Propheten legitimiert wird. Diesbezüglich zitiert er aus dem einen der sechs kanonischen Hadith-Bücher, wie folgt:

The best martyrs are those who stay in the battle line and do not turn their faces away until they are killed. They will have the highest level of Heaven, and their Lord will look kindly upon them. When your Lord looks kindly upon a slave in the world, He will not hold him to account.” (S. 543).


Zur Legitimation des Jihad verweist er auf Sure 8, Vers 72, wobei er einen wichtigen Teil des Verses weglässt. Der vollständige Vers lautet folgendermaßen:

„Wahrlich, diejenigen, die geglaubt haben und ausgewandert sind und mit ihrem Gut und ihrem Blut für Allahs Sache gekämpft haben, und jene, die (ihnen) Herberge und Hilfe gaben – diese sind einander Freund. Für den Schutz derjenigen aber, die glaubten, jedoch nicht ausgewandert sind, seid ihr keineswegs verantwortlich, sofern sie (nicht doch noch) auswandern. Suchen sie aber eure Hilfe für den Glauben, dann ist das Helfen eure Pflicht, (es sei denn, sie bitten euch) gegen ein Volk (um Hilfe), zwischen dem und euch ein Bündnis besteht. Und Allah sieht euer Tun.“3

Den Jihad durch Hadithe und Koranverse zu legitimieren, gelingt ihm dadurch, dass er den wichtigsten Teil des Verses heraus nimmt. Die wichtigste Frage ist dabei, ob man den Koran wortgetreu übernehmen kann. Diesbezüglich vertritt Tariq Ramadan, ein Schweizer Islamwissenschaftler und Publizist die Meinung, dass Koran und Hadithe durch das hermeneutische Prinzip interpretiert werden sollten. Dies sei nur durch eine dialektische Vermittlung von Text und Kontext möglich, da der Koran und die Hadithe in großen Teilen nicht wörtlich genommen werden, sondern metaphorisch interpretiert werden müssen. Man müsse pragmatische Antworten für konkrete Handlungsprobleme der Gegenwart entwickeln, in dem man auf die aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen die Muslime heute leben, eingeht. D. h., wenn man den Koran in der Gegenwart liest, muss man den historischen Kontext miteinbeziehen und die Tatsache, dass im Arabien des 7. Jahrhundert andere Bedingungen herrschten. Qaradawi, ein islamischer Rechtsgelehrter und Publizist ägyptischer Herkunft bemerkt, dass man in dem Koran das Überzeitliche finden soll. Somit sollte man die Texte aus heutiger Sicht interpretieren und sich ein Urteil bilden.


Auch Bin Laden sieht wie Obama die Gewaltanwendung als letzten Ausweg. Aus dem ersten erwähnten Zitat wird deutlich, dass er sich gegen die westliche Okkupation stellt. Die westlichen Okkupanten werden für die schlechten Wirtschaftsverhältnisse haftbar gemacht, da sie für die Ausbeutung der Ressourcen („source of oil“) verantwortlich sind. Somit erlange Gewalt ihre Legitimation.

National identities rest on the idea of a primary division of the world between “us” and “them”, a boundary that tends to harden under the circumstances of a foreign military occupation.” (Pape, Cutting the Fuse, S.49).

Diese Abgrenzung zum Anderen wird sowohl in Obamas Rede als auch in Bin Ladens Kriegserklärung deutlich, wie auch Pape dargestellt hat. Somit entstehen extremistisch Sichtweisen, um die eigene Identität bzw. die islamische Identität (Scharia) zu bewahren. Pape zufolge entstehen durch diese Fremdbesatzung transnationale Selbstmordattentate.


Im Gegensatz dazu stellt Assad die Behauptung auf, dass Terroristen als politisches Subjekt wahrzunehmen sind. Die Selbstmordanschläge seien Produkt des Liberalismus. Hier spielt die kulturelle Essenz eine wichtige Rolle und nicht die islamische.


Die Idee des Märtyrertums erscheint in Bin Ladens Kriegserklärung als eine Art Katalysator der Selbstmordanschläge. Ist dies ein islamisches Prinzip? Assad betrachtet Selbstmordattentate als einen Ausweg. D.h., in dem der Selbstmordattentäter sein Leben für die Umma opfert, macht er sich im Hegelschen Sinne unsterblich. Somit beweise er, dass er über Selbstbewusstsein verfüge, in dem er sein Leben selbst auslöscht.



2Arabic Computer Dictionary: English-Arabic, Arabic-English By Ernest Kay, Multi-lingual International Publishers, 1986.




3http://www.quranexplorer.com/quran/


Comments


Jigsaw
Jigsaw 2 years ago

hast falsch gepostet oder

musima
musima 2 years ago

wie falsch meinst du?

cash
cash 2 years ago

it relates to german forum… i couldnt understand…

musima
musima 2 years ago

hmmm i thought i have posted it in a german forum … das meinteste bestimmt jigsaw…

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