Afghanistan-Konferenz mit neuen Hilfszusagen

ur Eröffnung der internationalen Afghanistan-Konferenz in London haben alle Beteiligten umfangreiche Hilfe für das Land versprochen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nannte die Entwicklung Afghanistans "außergewöhnlich eindrucksvoll" und sicherte weitere Unterstützung zu.
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Der Wiederaufbauprozess müsse nun zu einem erfolgreichen Ende gebracht werden, sagte der deutsche Außenminister. Deutschland verlängert seine Afghanistan-Hilfe von jährlich 80 Millionen Euro um zwei Jahre bis 2010.

Jetzt sei es am wichtigsten, in Afghanistan demokratisch legitimierte funktionierende Institutionen aufzubauen und eine funktionerende Staatsordnung zu schaffen, sagte Steinmeier.

Sein Land habe zwar große Schritte getan, aber Terrorismus und Drogenanbau stellten weiter die allergrößten Gefahren dar, sagte Afghanistans Präsident Hamid Karzai vor den Delegierten. Bei Anschlägen und Übergriffen von Rebellen wurden 2005 in Afghanistan 1600 Menschen getötet. Afghanistan ist außerdem der weltweit größte Produzent von Roh-Opium, dem Grundstoff für Heroin.

Blair: Viel erreicht

Das Land stehe zwar vor immensen Herausforderungen, habe aber seit dem Sturz der Taliban 2001 viel erreicht, sagte auch der britische Premierminister Tony Blair. Blair sagte weitere Hilfen in Höhe von rund 750 Millionen Euro zu. Die Schaffung eines stabilen Afghanistans sei nicht nur im Interesse des Landes, sondern auch zentral für die globale Sicherheit, sagte Blair.

Auch US-Außenministerin Condoleeza Rice kündigte weitere Hilfen in Höhe von rund 900 Millionen Euro an. Ihr Land wolle eine "strategische Partnerschaft" mit Afghanistan, sagte sie.

Auf der zweitägigen Konferenz beraten Vertreter der Vereinten Nationen und von knapp 70 Staaten. Ziel der Konferenz ist ein Fünfjahresplan für innere Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung sowie den Kampf gegen Drogen.

Bau von Schulen und Krankenhäusern

Afghanistan hat seit 2001 bereits mehrere Milliarden Euro Aufbauhilfe erhalten. Diese wurde vor allem in den Bau von Straßen, Schulen und Krankenhäusern investiert.

Die Deutsche Welthungerhilfe wies anlässlich der Konferenz darauf hin, dass Afghanistan immer noch große Not leide. 80 Prozent der Menschen in den Dörfern und kleinen Provinzstädten lebten von weniger als einem US-Dollar am Tag. 25 Jahre Bürgerkrieg und Naturkatastrophen hätten Märkte und Produktionsanlagen zerstört. Rund vier Millionen Menschen könnten sich nicht selbst ernähren.


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