Milch und Wachstum

"Iss Kind, damit Du groß und stark wirst!" Diese Aufforderung geben Eltern an ihre Kinder von Generation zu Generation weiter. Und damit scheinen sie Recht zu haben, denn zwischen einer ausreichenden Versorgung mit wichtigen Nährstoffen in der Kindheit und der Körpergröße wird ein unmittelbarer Zusammenhang vermutet.
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Wissenschaftliche Untersuchungen weisen einen stetigen Anstieg der Körpergröße in den Industriestaaten nach. Im Rahmen einer Bonner Longitudinalstudie kam Ingeborg Brandt, Professorin am Bonner Zentrum für Kinderheilkunde, zu sprichwörtlich großen Erkenntnissen: Junge Erwachsene, die heute ca. 30 Jahre alt sind, überragen ihre Eltern um mehrere Zentimeter. So sind Jungen im Durchschnitt 5 cm

größer als ihre Väter, Mädchen etwa 3 cm größer als ihre Mütter. "Die für den Untersuchungszeitraum von 30 Jahren ermittelte Wachstumssteigerung wird sich in den folgenden Jahren jedoch nicht in gleichem Maße fortsetzen. Zur Zeit laufen aber leider keine neuen Langzeitstudien, die über die weitere Entwicklung Aufschluss geben könnten", so Brandt.

Erhöhter Nährstoffbedarf

Durch eine in diesem Maße gestiegene Körpergröße kommt der Calcium-Versorgung insbesondere für Kinder und Jugendliche eine immer wichtigere Bedeutung zu. Denn ein stärkeres Wachstum erhöht den Bedarf an dem wichtigen Mineralstoff, der einen optimalen Knochenaufbau sicherstellt und das reibungslose Funktionieren des Stoffwechsels unterstützt. Milch und Milchprodukte bieten einen Nährstoffcocktail, der den heranwachsenden Körper mit Calcium und vielen weiteren lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt.

Starke Knochen – das Grundgerüst eines gesunden Körpers Weshalb Calcium für starke Knochen wichtig ist, zeigt ein Blick auf die Zusammensetzung der Knochensubstanz. Das menschliche Skelett besteht aus Bindegewebe, in das Calcium, Phosphor und weitere Mineralstoffe eingelagert werden. Bis zu einem Kilogramm Calcium sind in den Knochen eines erwachsenen Menschen enthalten. Erst die Verbindung zwischen Zellgewebe und diesen Mineralstoffen gibt den Knochen die nötige Festigkeit. Dabei gilt: je größer die Knochenmasse aufgrund einer gestiegenen Körpergröße, desto höher der Calciumbedarf zur ausreichenden Versorgung. Das bestätigt auch Friedrich Manz, Professor am renommierten Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund: "Ein stärkeres Wachstum erfordert eine erhöhte Zufuhr von Calcium und weiterer wichtiger Nährstoffe." Manz spricht von einem "doppelten" Calciumbedarf: Neben dem gestiegenen Wachstumsbedarf, also dem Bedarf an Calcium für den Knochenaufbau, kommt dem Erhaltungsbedarf bei größeren Menschen eine steigende Bedeutung zu. Also auch nach der Wachstumsphase muss der quantitative Bedarf der gestiegenen Körpergröße angepasst werden.

Milch und Milchprodukte sind optimale Calcium-Lieferanten und bieten sich von Natur aus für eine calciumreiche Ernährung an. Bereits ein halber Liter Milch deckt den Tagesbedarf eines Jugendlichen zu ca. 54 Prozent.

Calcium - mehr als nur Knochenfutter

Calcium übernimmt im Körper - neben der Stabilisierung der Knochen - weitere wichtige Funktionen. So steuert der Mineralstoff Erregungen in den Nerven- bzw. Muskelzellen und unterstützt den Herzmuskel in seiner Kontraktion. Die Calcium-Ionen sind an der Signal-Übertragung von den Nervenzellen auf die Muskelzellen beteiligt und sorgen damit für die Muskelan- und -entspannung. Ein zu geringer Calciumspiegel in den Muskel- und Nervenzellen kann zu Muskelkrämpfen und einer Übererregung der Nervenzellen führen. Der menschliche Organismus hält jedoch die Calciumversorgung seiner Stoffwechselvorgänge auf Kosten der Knochen aufrecht. Sinkt also der Calciumanteil in den Nerven- und Muskelzellen, so wird der Calciumbestand in den Knochen abgebaut, um diese primären Körperfunktionen zu sichern.

Vitamin D als wichtiger Helfer

Damit Calcium in ausreichendem Maße vom Körper resorbiert, also aufgenommen werden kann, ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D notwendig. Aber auch die in Milchprodukten enthaltene Milchsäure, der Milchzucker (Lactose) und die Proteine können die Calcium-Aufnahme erhöhen. Damit bieten Milch & Co. nicht nur einen hohen Calcium-Anteil, sondern fördern gleichzeitig die Resorptionsfähigkeit des wichtigen Mineralstoffes.

Eine ausreichende Calcium-Versorgung? Mit Milch kein Problem.

Milch und Milchfrischprodukte sind nicht nur ein wichtiger Calciumlieferant, sondern enthalten weitere wichtige Inhaltsstoffe. Diese einzigartige Zusammensetzung macht diesen natürlichen Nährstoffcocktail für die tägliche Ernährung so wertvoll. Um den Tagesbedarf eines Erwachsenen von 1000 mg Calcium zu decken, bedarf es keinesfalls großer Anstrengungen. Bereits ¼ Liter Milch enthält ca. 300 mg Calcium. Kombiniert mit zwei Scheiben deutschem Gouda mit 45 % Fett i. Tr. (ca. 492 mg Calcium bei 60 g Käse) und 200 g Joghurt (ca. 240 g Calcium) am Tag lässt sich die nötige Menge Calcium erreichen.

Vielfältige Zubereitungen

Dem Verbraucher kommt die Vielfalt der Milch und Milchfrischprodukte entgegen. Denn nicht nur Milch, sondern auch Quark, Sauermilchprodukte wie Joghurt, Buttermilch oder Kefir enthalten vergleichbare Mengen des wichtigen Mineralstoffs. Die Art der Wärmebehandlung und der Fettgehalt der Produkte haben nur einen geringen Einfluss auf den Calciumgehalt. Ultrahocherhitzte H-Milch, aber auch fettarme Milch weisen gleiche Mineralstoffanteile auf. Zuletzt bieten vielfältige Zubereitungen vom kühlen Milchshake bis zum leckeren Puddingdessert genussreiche Variationen, um den Tagesbedarf an Calcium von Kindern, Jugendlichen aber auch von Erwachsenen zu decken. Eine Übersicht über den Calciumgehalt und die übrigen Nährstoffmengen von Milch und Milchfrischprodukten finden Sie auf der Internetseite der CMA unter: www.cma.de/genuss_3825.php


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