Amerikaner geben Verbrennung von Taliban-Kämpfern zu

Die amerikanische Armee in Afghanistan hat nach massiver Kritik zugegeben, daß Soldaten in der Provinz Kandahar die Leichen getöteter Talibankämpfer verbrannt haben. Dies wird in Afghanistan als Entehrung betrachtet.
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In einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung des amerikanischen Militärs heißt es, die Leichen zweier getöteter Taliban seien nach einem Gefecht Anfang Oktober aus „Hygienegründen” verbrannt worden, da es sehr heiß gewesen sei und der felsige Untergrund eine Beerdigung nicht ermöglicht habe. Die Verbrennung zeige „schlechtes Urteilsvermögen”, verstoße aber nicht gegen Gesetze, hieß es weiter. Anschließend habe ein Team für psychologische Kriegsführung beschlossen, die Verbrennung über Lautsprecher den in den umliegenden Bergen versteckten Kämpfern der radikal-islamischen Organisation zu verkünden. Die interne Untersuchung habe gezeigt, daß die Leichen nicht zu dem Zweck verbrannt wurden, um „Material” für die psychologische Kriegsführung zu haben.

Die Soldaten hätten einen Verweis ohne Bestrafung erhalten, weil sie das Kriegsrecht nicht verletzt hätten, erklärte General Jason Kamiya auf dem Militärstützpunkt Kandahar. „Nach der afghanischen Kultur und Tradition ist die Praxis nicht akzptabel”, gab Kamiya zu.

Die vermutete Leichenschändung hatte in der arabischen Welt Abscheu und Entsetzen ausgelöst. Der australische Fernsehsender SBS hatte einen Bericht gezeigt, in dem ameikanische Soldaten nach Angaben des Senders zwei nach Mekka ausgerichtete Leichen von Taliban-Kämpfern verbrennen. Ein Feldwebel hatte sich dabei dem Beitrag zufolge über Lautsprecher an Rebellen in der Umgebung gewandt und gerufen: „Achtung, Taliban, ihr seid alle feige Hunde. Ihr habt zugelassen, daß eure Kämpfer nach Westen ausgerichtet und verbrannt wurden. Ihr seid zu ängstlich, herunterzukommen und ihre Leichen zurückzuholen.” Der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte die Verbrennung der Leichen kritisiert und eine vom amerikanischen Militär unabhängige Untersuchung angekündigt.


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