Erdbeben im Norden Pakistans und Indiens und in Afghanistan -

Erdbeben im Norden Pakistans und Indiens und in Afghanistan
08.10.2005 Bei einem schweren Erdbeben im Norden Pakistans und Indiens sowie in Afghanistan sind Hunderte Menschen ums Leben gekommen.

Zahlreiche Dörfer im Norden des Landes seien dem Erdboden gleich gemacht worden, sagte Innenminister Aftab Ahmed Khan Sherpao. Es lägen Berichte über Hunderte von Toten vor. Ein Sprecher des pakistanischen Präsidenten sprach am Samstag von mehr als 1000 Opfern.

Das Erdbeben der Stärke 7,6 hatte am Morgen den Norden Pakistans, Indiens und Afghanistans erschüttert und schwere Zerstörungen angerichtet. Aus Indien und Afghanistan wurden zusammen mindestens zehn Tote gemeldet.

Dutzende Dörfer völlig ausgelöscht

Im nordpakistanischen Bezirk Batgam berichteten die Behörden von mindestens 20 völlig zerstörten Dörfern. Schwere Verwüstungen habe es zudem in den nördlichen Städten Muzaffarabad, Bagh, Rawalakot und Pattan gegeben, teilte ein Militärsprecher mit. In Islamabad brach ein zehnstöckiges Wohnhaus in sich zusammen, in dem sich zum Zeitpunkt der Erdstoßes zahlreiche Menschen aufhielten, ein Hausangestellter berichtete von mehr als 120.

In Indien rannten wie auch in Pakistan und Afghanistan Tausende von Menschen in Panik aus den Häusern. In der Region Jammu und Kaschmir brach das Telefonnetz zusammen. Kinder wurden sicherheitshalber aus Schulgebäuden gebracht. Ausläufer des Bebens waren noch 700 Kilometer südlich von der Hauptstadt Neu Delhi zu spüren.

Epizentrum in der Kaschmir-Region

Das Epizentrum lag den Expertenangaben zu Folge nur rund 95 Kilometer nordöstlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad in der Kaschmir-Region. Nach Angaben von Fachleuten war es der schwerste Erdstoß, den Pakistan in einem Jahrzehnt erlebte. Das Hauptbeben habe etwa zwei Minuten gedauert, gefolgt von mehreren Nachbeben.

Mädchen von einstürzender Wand erschlagen

In der pakistanischen Stadt Rawalpindi starb ein Mädchen, als es von den einstürzenden Wänden seiner Schule erschlagen wurde. In Islamabad, unweit von Rawalpindi und in der Großstadt Lahore löste der Erdstoß, der sich zur Zeit des Berufsverkehrs er eignete, ein Verkehrschaos aus. Vielerorts fiel der Strom aus.

Moderatoren des pakistanischen Fernsehens flohen in der Sendung von ihren Plätzen, als die Erde zu zittern begann. Das Beben löste zudem zahlreiche Erdrutsche aus, die die Straßen blockierten.

Tausende in Panik

In Neu Delhi sprachen Einwohner von Augenblicken des Horrors: „Die Wände und Gebäude wackelten, die Scheiben klirrten. Ich war völlig in Panik, habe dann aber irgendwie mein drei Monate altes Baby genommen und bin die Treppe runtergerannt", erzählte Hausfrau Laxmi Gupta. Ausläufer des Bebens waren bis in den Bundesstaat Madhya Pradesh, rund 700 Kilometer südlich der indischen Hauptstadt zu spüren.

Indien war 2001 von einem der schwersten Erdbeben heimgesucht worden, das die Region je erlebte. Bei der Katastrophe im westindischen Staat Gujarat kamen fast 30 000 Menschen um.






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