Warlords in Parlamentswahlen vorn 05.10.2005 Die regionalen Milizenführer in Afghanistan, die so genannten Warlords, haben die Parlamentswahl in den meisten Provinzen offenbar für sich entscheiden können. In der Hauptstadt Kabul liegen die beiden Verlierer der Präsidentschaftswahl vom vergangenen Jahr, Mohammed Mohakek und Junus Kanuni, vorn. Einen Platz im Parlament sicherte sich nach ersten Teilergebnissen von heute auch der frühere afghanische Präsident Burhanuddin Rabbani. Unter den 249 Abgeordneten wird es aber auch viele neue Gesichter geben. Darunter ist vermutlich auch die 27-jährige Frauenrechtlerin Malalai Joja, die in der Verfassungsversammlung vor zwei Jahren den Warlords entgegen getreten ist. Für Frauen ist ein Viertel aller Sitze in der Nationalversammlung, der Wolesi Jirga, reserviert. Endergebnis in zwei Wochen Nur wenige hundert Stimmen erhielten Nur wenige hundert Stimmen erhielten drei frühere Minister der Taliban-Regierung. Nur in der Unruheprovinz Sabul liegt ein früherer Kommandeur der Taliban vorn: Abdul Salaam Rocketi verdankt seinen Beinamen der besonderen Fertigkeit beim Abfeuern von Raketen. Zugelassen war nur die Kandidatur von unabhängigen Bewerbern; damit bleibt abzuwarten, inwieweit das Parlament ein Gegengewicht zur Regierung von Präsident Hamid Karzai bilden kann. Nach dem Abschluss der Auszählung am Dienstag begann die Wahlkommission am Mittwoch mit der Prüfung der Ergebnisse und der Untersuchung von Betrugsvorwürfen. Die ersten offiziellen Ergebnisse werden für Donnerstag erwartet, das Endergebnis soll am 22. Oktober veröffentlicht werden. An der Wahl am 18. September beteiligten sich 6,8 Millionen Wähler. (mu/ap) leader << | >> |
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