Deutsche Gruppe verfehlt Kriterien für afghanische GSM-Lizenz

Die beiden neuen afghanischen GSM-Lizenzen gehen zum Preis von je 40,1 Millionen US-Dollar an Konsortien um Investcom und Watan Mobile. Eine ebenfalls interessierte Gruppe rund um den sächsischen Anbieter von Satellitendiensten KB Impuls hatte die technischen und finanziellen Zulassungskriterien nicht erfüllt. Investcom hatte das Höchstgebot abgegeben. Entsprechend der Ausschreibungsbedingungen sicherte sich der Zweitbieter Watan Mobile ebenfalls eine Lizenz, indem er das Höchstgebot einstellte. Die beiden Gewinner dürfen ab 10. Januar 2006 15 Jahre lang GSM-Netze in Afghanistan betreiben. Die afghanische Regierung hofft, dass die neuen Kommunikationsmöglichkeiten die Sicherheitslage im Land verbessern helfen.
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Nachdem zunächst 80 Unternehmen ihr Interesse bekundet hatten, waren Mitte August fünf konkrete Bewerbungen eingetroffen. Drei der Bewerber wurden zugelassen und hinterlegten bindende Gebote bei der Zentralbank: Investcom (40,1 Millionen Dollar), Watan (30 Millionen) und Millicom (20 Millionen). Investcom ist ein libanesisches Unternehmen mit Mobilfunknetzen in Benin, Ghana, Guinea-Bissau, Jemen, Liberia, dem Sudan, Syrien und auf Zypern. Watan ist ein afghanisches Startup. Dessen 41-jähriger Gründer Ahmad Rateb Popal verlor 1979 durch eine zu früh explodierte Bombe, die er gegen sowjetische Besatzer einsetzen wollte, seine linke und Teile der rechten Hand sowie ein Auge.

Von 1989 bis 1997 saß er wegen Drogenschmuggels in US-amerikanischen Gefängnissen. Ab 1998 diente er in Pakistan dem mit ihm befreundeten Botschafter des Taliban-Regimes als Dolmetscher. Später investierte er 1,2 Millionen Dollar in ein afghanisch-chinesisches Stahlwerk nahe Kabul. Während des Untergangs des Taliban-Regimes war er als Verhandler zwischen seinem Onkel Hamid Karzai und Taliban-Kämpfern tätig. Der Paschtunenführer Karzai wurde kurz darauf zunächst provisorischer Staats- und Regierungschef.


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