Keine einheitliche Mission der Nato in Afghanistan

Auch am zweiten Tag ihrer informellen Zusammenkunft in Berlin haben sich die Nato-Verteidigungsminister nicht über die Struktur der Nato- Streitkräfte in Afghanistan zu einigen vermocht. Deutschland und einige andere europäische Mitgliedsstaaten weigern sich weiterhin, die multinationale Friedenstruppe Isaf und die Anti-Terror-Operation Enduring Freedom zu verschmelzen. Der amerikanische Verteidigungsminister Rumsfeld erhielt am Mittwoch ein weiteres Mal eine Abfuhr, als er für eine Zusammenlegung plädierte. Amerika, das die Hauptlast der Operation Enduring Freedom trägt, will seine Truppenstärke reduzieren und daher den Isaf-Truppen Aufgaben der Terrorbekämpfung übertragen.
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Um den Dissens in dieser Frage zu kaschieren, erörtert die Nato den vom Generalsekretär de Hoop Scheffer favorisierten Vorschlag, dass der Isaf-Befehlshaber auch das Oberkommando über Enduring Freedom erhält. Der deutsche Verteidigungsminister Struck erklärte dazu, für Berlin sei akzeptabel, wenn unter einem gemeinsamen Dach zwei getrennte Pfeiler stünden. Die Bundesregierung hat jedoch klargestellt, dass auch bei einer Verzahnung der Kommandostrukturen für sie eine echte Vereinigung der beiden Missionen nicht in Frage kommt. Die Bundeswehr wird sich wegen der damit verbundenen Gefahren auch weiterhin nur mit einer Handvoll Spezialtruppen an der militärischen Bekämpfung der Taliban vor allem im Osten Afghanistans beteiligen.


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