Uno verlängert Mandat der Isaf-Schutztruppe 14.09.2005 New York - Das Mandat der 11.000 Mann starken Nato-Friedenstruppe Isaf wäre sonst am 13. Oktober abgelaufen. In seiner einstimmig verabschiedeten Resolution betonte der Weltsicherheitsrat die Notwendigkeit, der afghanischen Regierung im ganzen Land Autorität zu verschaffen und alle illegalen Milizen zu entwaffnen. Das höchste Uno-Gremium begrüßte, dass mehrere Nato-Staaten ihre Isaf-Kontingente für die afghanische Parlamentswahl am Sonntag verstärkten. In Berlin traten heute die Verteidigungsminister der Nato-Staaten zu zweitägigen Gesprächen zusammen, um auch über strittige Fragen der Zusammenarbeit am Hindukusch zu sprechen. Die Zukunft des Kfor-Einsatzes im Kosovo steht ebenso zur Debatte wie die Struktur des Bündnisses selbst. Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hat seine Forderung nach Erhöhung der Verteidigungsausgaben bei den Mitgliedsländern bekräftigt. Deutschlands Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) reagierte mit Zurückhaltung. Umstritten in der Afghanistan-Mission ist zudem die von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld geforderte Zusammenlegung der Nato-Friedenstruppe Isaf und der US-geführten Antiterroroperation "Enduring Freedom". Struck setzte dem ein striktes Nein entgegen, da eine Vermischung der Missionen den Widerstand von Taliban-Kämpfern gegen die ISAF-Mission provozieren könnte. Rumsfeld bekräftigte in Berlin seine Forderung jedoch grundsätzlich. Er sagte, er hoffe, dass die Nato am Ende die Anti-Terror-Operationen übernehmen könne, was den USA angesichts der Sicherheitslage im Irak eine Ausdünnung ihrer Truppen in Afghanistan ermöglichen könnte. Er räumte ein, dass dieser Wechsel schwierig werde. Einen Zeitrahmen nannte er jedoch nicht. Schützenhilfe erhielt Rumsfeld von seinem britischen Kollegen John Reid. Reid kündigte ein stärkeres Engagement seines Landes in Afghanistan an und sprach sich für mehr Gemeinsamkeit bei den unterschiedlichen Missionen aus. Als mögliche Lösung liegt nach Nato-Angaben eine gemeinsamen Afghanistan-Mission mit getrennten Strängen für Friedens- und Kampfeinsatz unter einem gemeinsamen Kommando auf dem Tisch. Eine Entscheidung in dieser Frage wird nicht mehr vor der Wahl in Deutschland erwartet. Derzeit sind etwa 900 britische Soldaten in dem Land stationiert. Insgesamt verfügt die Nato-Schutztruppe über 11.000 Mann, darunter 2200 Bundeswehrsoldaten. Struck will den Einsatzrahmen auf 3000 Soldaten erhöhen. Unabhängig von dem Nato-Einsatz kämpfen im Süden und Osten Afghanistans 19.000 Soldaten der von den USA geführten Koalition gegen die Taliban und mutmaßliche al-Qaida-Rebellen. << | >> |
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