Bilder aus Afghanistan

Dreiteiler: Claus Kleber und Ulrich Tilgner über Aufbruch und Angst.
Claus Kleber klebt nicht an seinem Moderatorenstuhl im "heute-journal". Der Journalist gönnt sich und den ZDF-Zuschauern immer mal wieder Reportagereisen in die Weiten der politischen Welt. Nach "Allmacht Amerika" und "Menschen im Morgenland" hat sich der ehemalige USA-Korrespondent nun "Amerikas Kreuzzüge" vorgenommen. Im Mittelpunkt des Dreiteilers stehen die Folgen der US-Kriege in Afghanistan und im Irak. Diesen Part haben Ulrich Tilgner, in der kritischen Phase des Krieges das ZDF-Gesicht in Bagdad, und Jens Monath, als Reporter in der Zeit der Machtübergabe an die neue Regierung unterwegs im Irak, übernommen. Die Reportagen zeigten, wie weit entfernt die beiden Länder von einer sicheren Zukunft seien und welche Hoffnungen sie hegten, sagte Kleber in Köln.
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"Erst im Laufe der Dreharbeiten haben wir uns entschieden, zwei Filme aus Afghanistan zu machen", sagte Kleber, der wieder zusammen mit Reporterin Angela Andersen recherchiert hat. Erst beide Filme zusammen gäben ein halbwegs vollständiges Bild der Lage. Die erste Reportage zeigt die Suche nach Osama bin Laden und die Ablehnung, auf die US-Soldaten und FBI-Beamte in den unwirtlichen Bergen stoßen. "Im Minenfeld Afghanistan" haben Kleber und Andersen die Amerikaner auf der Suche nach Freund und Feind begleitet und mit Warlords gesprochen.

Teil zwei beschreibt das Leben der Bevölkerung, zum Beispiel eines Bauern, der Schlafmohn anbaut, weil Drogenhersteller ihm mehr zahlen, als Weizen einbringen würde. Die "Allianz am Hindukusch" (Sonntag, 8. August, 23.40 Uhr) zeigt aber auch die Arbeit der deutschen Soldaten.

Die Amerikaner in Afghanistan beschreibt Kleber als sehr kooperativ. "Sie wollten nichts vor uns verheimlichen", und auch einfache Soldaten hätten teilweise sehr deutlich ihre Meinung gesagt. Anders sei es seinen Kollegen ergangen. Für Teil drei, "Irak - Die unerfüllte Mission" (Dienstag, 10. August, 20.15 Uhr), sei der arabische Kameramann des Teams viel alleine in Bagdad unterwegs gewesen, weil es für westlich aussehende Menschen zu gefährlich war. Der Film zeigt die Gegensätze zwischen der kritischen Lage rund um Bagdad, der entspannteren Situation im britisch kontrollierten Süden und der fast normalen Lage im kurdischen Norden.



Report: Amerikas Kreuzzüge. 20.15 Uhr ZDF HA/dpa
erschienen am 3. August 2004 in Kultur / Medien



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