Drachenläufer - Eine agressive Mutter-Sohn Beziehung

In der heutigen "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wird der Roman "Drachenläufer" des afghanisch-stämmigen Autors Khaled Hosseini für seine versöhnliche Botschaft gelobt. Der Erzählungsband "Mutter töten" von Jürg Amann beeindruckt durch seine intensive und kompromißlose Sprache. Die Münchner "Süddeutsche Zeitung" lobt die Übersetzung der Gedichte von Lars Gustafsson. Besonders beim lauten Vorlesen entfalten dieses Gedichte ihre besondere Wirkung, so die Zeitung weiter.
,
"Frankfurter Allgemeine Zeitung"

Khaled Hosseini erzählt in seinem ersten Roman "Drachenläufer" eine sehr persönliche Geschichte und stellt dabei die letzten dreißig Jahre in Afghanistan dar. Amir und Hassan sind Freunde, obwohl Hassan einer verachteten Minderheit angehört. Bald kommt es aber zu Neid und Hass, da der Vater Amirs Hassan große Aufmerksamkeit zuteil werden läßt. Es kommt zum Verrat bei einem Drachenlauf. Jahre später kann Amir seine Schuld wieder gutmachen, indem er den Sohn des von den Taliban getöteten Hassan aufnimmt. Die Darstellung des Autros reiche leider in der Intensität der Sprache nicht an die der orientalischen Autoren heran, die noch in der Muttersprache schreiben, meint der Rezensent. Khaled Hosseini habe einen typisch amerikanischen Roman geschrieben, darüber könne auch das Thema nicht hinwegtäuschen. Doch "Drachenläufer" sei ein gelungenes Gleichnis über Schuld und Sühne, über die Kunst des Verzeihens. Nachdem die Taliban den Kindern das Drachenspiel verboten hatten, seien sie heute wieder zu Hunderten am Kabuler Himmel zu sehen, dies sei also ein schönes Bild für einen versöhnlichen Neuanfang.

Mehr: Versöhnung in Afghanistan - Khaled Hosseinis Roman "Drachenläufer"

Bereit s1982 erhielt Jürg Amann den Ingeborg Bachmann Preis für eine albtraumartige Erzählung eines Sohnes der seine schwerbehinderte Mutter pflegen muss. Die Motive der Marter und der Nähe zum Tod und ein schwieriges Mutter-Sohn Verhältnis sind auch wieder in den vier Prosastücken des Bandes "Mutter töten" versammelt. In "Nachtstück" belauscht ein Sohn seine Eltern bei einem lautstarken Streit. Die Neugier schlägt bald in Phantasien von schrecklichen Verstümmelungen des Körpers der Mutter um. "Mutter töten" problematisiert den Wunsch der kranken Mutter nach Sterbehilfe. Mit dem Text "Requiem" schließlich, bringe Jürg Amann den ernstesten Vorgang in Worte, ohne auf Rührung zu spekulieren. Dies sei ein Merkmal seiner künstlerischen Fähigkeiten, doch der Gesamteindruck werde etwas geschmälert, da er die Geschichten mit religiösen Bibelworten überschreiben musste. Damit erhalte man den schalen Geschmack einer Devotionalienpoesie, meint der Kritiker.


»» A trip to Little Kabul
«« Wieder Kinder bei US-Angriff getötet