Indische Filme und ihre Bedeutung für die Völker in Afghanistan
Indische Filme waren die ersten Filme, die in den Kabuler Traditionskinos wie Cinema e Behzad, Cinema e Pamir, Cinema e Bakhtar, Cinema e Baharistan ,Cinema e Kabul und in modernen Theaterpalästen wie Cinema e Park, Cinema e Ariana (Iran. Hochland) und Cinema e Ayrob gezeigt wurden und gezeigt werden. Somit hat die Vorführung der indischen Filme in Afghanistan eine lange Tradition und das Spielen indischer Filmsongs auf den alten Grammophonen mit Nipper-Schallplatten (sitzender Hund) in den Teehäusern und Gaststätten neben den Kinos eine lange Geschichte.
Kulturhistorisch sind Kultur und Tradition, Sprache und Lebensweise in Afghanistan indisch. Fast alle Sprachen in Afghanistan gehören entweder zum indo-iranischem Zweig der indo-europäischen Sprachfamilie oder sind von dieser Familie stark beeinflusst. Musik und Tanz, Gesang und Lieder gehörten und gehören zu den unzertrennbaren Bestandteilen des Lebens in Afghanistan.
Von jenen Traditionen sind selbst die Toten nicht ausgeschlossen, da seit 3000 Jahren auf den Friedhöfen an den Hängen der Hindukuschgebirgsketten, unweit von bewohnten Städten die Feste aus Anlass des Äquinoktiums (Tag-Nacht-Gleiche) wie das Nauruz-Fest (Wiedergeburt der Natur) und Djaschne Mehragan (Oktoberfest als Erntedankfest) mit Musik und Spiel, mit Tanz und Gesang gefeiert wurden. Auch bis heute werden die traditionellen Feste, selbst die religiösen Feste, auf den Friedhöfen gefeiert wie in "Schah Schayed" und "Sultan Paschada", in Koe Sachi und Koe Khoja Safa und in Mazar e Scharif in der Provinz Balch.
Außerdem waren im Altertum und Mittelalter in der Region verschiedene Religionen vertreten z.B. Zoroastrismus, Hinduismus und Buddhismus. Die Kabulschahian, die vor ca. 1000 Jahren zuvor regierten, huldigten den zahlreichen hinduistischen Göttern und die Stadt Kabul verdankt ihre tolerante Haltung auch jenen Traditionen.
Wer die Stube eines Bewohners in Afghanistan, selbst eines bescheidenen z.B. eines Flüchtlings im pakistanischen Lager oder eines Dorfbewohners im Logar- oder Pandjschir-Tal sieht, stellt leicht fest, dass hier Musikkassetten indischer Sängerinnen und Sänger zum Musikrepertoire gehören. Im Pandjschir- Tal tragen die Bewohner und Bewohnerinnen Gedichte vor; sie verfassen Gedichte, ohne lesen und schreiben zu können. Dank Videogeräte und landes- bzw. weltweit zu empfangenden Fernsehsendern sind mittlerweile auch die indischen Filme zu sehen. Viele Bewohner der Großstädte gingen nach dem Gebet in Teehäuser, um die alten großflächigen Schallplatten der 20er Jahre zu hören.
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