Afghanistan Filmfestival Kölner Filmhaus
Eine Woche lang ist das Kölner Filmhaus Treffpunkt für Gäste, Filmemacher und Künstler, die sich ein Bild von Afghanistan jenseits der Kriegsberichterstattung machen wollen. Vom 28. Februar bis zum 5. März ermöglicht das Afghanistan Filmfestival eine intensive Auseinandersetzung mit afghanischer Kultur und Lebensart. Dafür hat die Festivalleiterin und Kölner Exil-Afghanin Homeira Heidary ein abwechslungsreiches Programm aus Filmen, Musik, Diskussionen und Kunst zusammengestellt. Homeira Heidary: »Wir wollen Afghanistan aus einer neuen Perspektive zeigen.«
Filmemacher in Afghanistan können ihre Projekte wegen fehlender technischer und finanzieller Mittel und einer strengen Zensur nur unter schwierigen Umständen realisieren. Der Film »Die Augen von Ariana« zeigt dies am Beispiel der Produktionsfirma Afghan Film, deren Archiv von mutigen Filmemachern unter Einsatz ihres Lebens vor der Zerstörung durch die Taliban gerettet wird. Der Leiter von Afghan Film, Latif Amadi, ist während des Festivals zu Gast in Köln.
Kurzfilme wie »Laila«, eine Dokumentation über Frauen, die schon lange in einem Heim für psychisch Kranke leben, oder »My Kabul«, ein Film über eine Taxifahrt durch die Hauptstadt, zeigen Momente des afghanischen Alltags. Aus anderen Blickwinkeln betrachten internationale Filmemacher das Land. »Enemies of Happiness« ist eine Dokumentation der Dänin Helle Faber über die umstrittene afghanische Politikerin Malalai Joya. »Die neunte Kompanie«, Kassenschlager und Antikriegsfilm aus Russland, zeigt den Afghanistankrieg während der sowjetischen Invasion. Der Sprecher Markus Hoffmann liest aus dem Buch »Der Drachenläufer« - die Verfilmung des Bestsellers von Khaled Hosseini läuft seit Januar erfolgreich in den deutschen Kinos.
Das Musikprogramm präsentiert eine Auswahl quer durch die Genres - von märchenhaft bis elektronisch. Persussionist Hakim Ludin, der u.a. mit Konstantin Wecker unterwegs ist, verbindet in seinem unkonventionellem Jazz´n´World-Programm Stile und Welten. Wie eng Poesie und Musik in der afghanischen Kultur zusammenhängen, lässt sich bei einem traditionellen Rubab-Konzert erleben. Bei der »Funky Kabul Party« verschmelzen Tabla-Klänge mit Elektrobeats.
Eine Ausstellung der Malereien von Said Tiraei und Firoz Nori, ein Drachenbastelkurs für Kinder und ein Atan-Tanzworkshop zeigen neben Filmen und Musik weitere Seiten der afghanischen Kultur.
Bei all dem bleibt Zeit für politische Diskussionen. Mit der aktuellen Situation in Afghanistan setzen sich Journalisten, Entwicklungshelfer und Friedensforscher auseinander. Die Experten, darunter Dr. Said Musa Samimy, Leiter der Afghanistan-Redaktion der Deutschen Welle, und Nadia Karim, Vorsitzende des Afghanischen Frauenvereins, kennen sich vor Ort aus und können von ihren individuellen Eindrücken berichten. Eröffnet wird das Afghanistan Filmfestival von der afghanischen Botschafterin Prof. Dr. Maliha Zulfacar. Auch Arnd Henze, stellvertretender Auslandschef des WDR, wird anwesend sein.
Adresse:
Filmhaus Kino Köln, Maybachstraße 111, 50670 Köln
Bei Rückfragen:
Sarah Möckel
Tel.: 0221/ 222 710 - 14
presse@koelner-filmhaus.de
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