--- quoted from "Frishta06" -
Wie sah es denn bei euch aus?
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Salam Frishtajan,
also, ich war während meiner Kindheit zu Freundinnen auf Kindergeburtstagen eingeladen und habe meinerseits auch mit meinen Freunden feiern dürfen. Und überall war es so ziemlich das Gleiche: Man lernte das Kinderzimmer ( und die Spielzeuge ) des Geburtstagskindes näher kennen, und die Eltern desselben spielten für die Kindergäste die Partyanimateure und ließen Spiele spielen wie Topfschlagen, Brezel- oder Schokoladewettessen, Wattepusten, Stopp-Tanzen etc.
Die Eltern haben für besondere, kindgerechte ;-) Bewirtung gesorgt: Massenweise Süßigkeiten, Würstchen, süße Kuchen - von gesundheitsbewusster Ernährung mit Karotten knabbern und Vollkornkeks hat damals niemand gesprochen. Das war alles so in meinem Alter von 5 bis 10 Jahren.
Als älteres Kind und Teenager waren alle mehr darauf erpicht, den Geburtstag außerhalb von Privatwohnungen zu feiern und dann etwas Besonderes zu unternehmen, z.B. gemeinsam ins Kino zu gehen, zum Schwimmen oder zum Kegeln.
Ich habe mich bei Kindergeburtstagen am meisten auf die Wettspiele gefreut, in der Hoffnung, für mein mitgebrachtes Geschenk auch gewonnene Spielpreise mit nach Hause nehmen zu können.
Dann kamen die FastFoodketten, die schließlich auch GeburtstagsParty-Buchung anboten. Nach meinem persönlichen Eindruck hat sich damit der Trend ins frühere Kindesalter verschoben, die kindliche Geburtstagsgesellschaft aushäusig zu platzieren.
Beliebt schon für Fünfjährige sind dabei nach wie vor ein McDonald's-Besuch, Feier im öffentlichen Schwimmbad ( in der Hoffnung, dass kein Gast versehentlich absäuft :-P), auf der BowlingBahn ( Kinderkrach passt so schön zu den Scheppergeräuschen von Kegeln und Kugeln ) oder im Indoor-Spielhaus.
Kino ist eher schlecht, weil grundsätzlich mindestens ein Geburtstagsgast den Film schon vorher gesehen hat und aus Langeweile dann die anderen stört.
Die Kinder, zumindest die Kleineren, wären mit ein paar Stunden freiem Spiel im Haus des Geburtstagskindes vermutlich hochzufrieden. Aber es gibt nur noch wenige Eltern, die sich das - mich zugegeben eingeschlossen - freiwillig antun wollen. Man muss alles gleichzeitig können - Streit schlichten, Unterhaltungsspiele anbieten, bei denen möglichst alle gleichzeitig beschäftigt sind, für genug Getränke und Essen sorgen, Geschenkverpackungen entsorgen, sich rechtfertigen, weshalb man nicht eine ganz bestimmte Sorte Pommes anbietet usw.
Und wehe, man schreibt nicht ein konkretes Ende der Geburtstagsparty auf die Einladungskarten. Dann gibt es Eltern, die ihre Zöglinge erst gegen 20.30 Uhr abholen, obwohl man sich ihr Verschwinden schon seit 17.00 Uhr herbeisehnt.
Sofern meine Schwiegerneffen Geburtstag hatten, wurde der, solange sie nicht älter als 12 Jahre waren, eher als Erwachsenen-Party oder als Familienzusammenkunft gestaltet. Ich habe dann immer die Geburtstagstorte gemacht - mit Kerzen zum auspusten und dem Alter und dem Namen des Geburtstagskindes darauf - sonst wäre der Partyanlass vielleicht vergessen worden ;-).
Mittlerweile sind meine Neffen im Teenager-Alter und feiern ihren Geburtstag gern wie deutsche Jugendliche - also nicht mehr so gern mit der Familie, sondern lieber mit ihren Altersgenossen ;-).
@TheRoman,
Namenstag-Feiern haben wir im protestantischen Norden nicht gemacht. Gibt's dann nochmal Geschenke & große Party ?