Jahrzehntelang galten Ehefrauen als "nicht vergewaltigbar". Bis zum Mai 1997 waren eheliche Vergewaltigung und eheliche sexuelle Nötigung nicht nach den Strafgesetzbuch-Paragraphen 177 und 178 strafbar. Dort hieß es: "Wer eine Frau mit Gewalt oder durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben zum außerehelichen Beischlaf mit ihm oder einem Dritten nötigt, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft. In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren." Gleiches galt bei sexueller Nötigung.
Der Körper der Ehefrau hatte jedoch ihrem Gatten uneingeschränkt zur Verfügung zu stehen. Der Schutz von Ehe und Familie wog mehr als die sexuelle Selbstbestimmung der Frau und der Schutz der Kinder vor Mißhandlungen. Von dem ideologisierten Bild der Familie als Hort von Liebe, Verständnis und Frieden, in dem glückliche Kinder aufwachsen, sollten wir uns schon längst verabschiedet haben. Aber konservative Politiker und Politikerinnen schaffen es immer wieder, dieses kleinbürgerliche Familienideal hochzuhalten und damit die Realität, die tägliche Gewalt gegen Frauen und Kinder, zu leugnen. In die vermeintlich glückliche Familie hat sich der Staat nicht einzumischen.
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EU-Kommissar Vladidmir Spidla hat kritisiert, dass Frauen in Deutschland schlecht bezahlt werden. Sie verdienen 22 Prozent weniger als Männer. Damit gehört Deutschland zu den Schlusslichtern in der EU.
Die EU-Kommission hat festgestellt, dass Frauen in Deutschland viel schlechter bezahlt werden als Männer. Frauen verdienen 22 Prozent weniger als Männer "Deutschland gehört zu den Staaten mit der größten Ungleichheit bei der Bezahlung von Männern und Frauen", sagte der EU-Kommissar Vladimir Spidla. Nur in Estland, Zypern und in der Slowakei sind die Unterschiede noch größer oder genauso groß.
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