Hallo liebe Leute,

mir ist aufgefallen, dass die Afghanen sich immer mehr von den originalen Sprachen wie Dari und Pashtoo entfernen und richtung Farsi (iranisch) und Pashtoo (pakistanisch) gehen. Das merkt man sehr stark bei dem Fernsehrsender Ariana (ATN).

Ich frage mich jeden Tag, was geht da ab?

Ich schaue mir die Programme an und verstehe sie kaum noch, sie reden einfach zu schnell, undeutlich und in einem blöden Akzent, dass sich auf gar keinen Fall afghanisch anhört.

Wenn man aber dann den Sender RTA mit ATN vergleicht, reden diese normal. Also die Sprache kann sich nicht dermaßen geändert haben, dass ich sie nicht mal nachvollziehen kann.

Außerdem nervt es mich total, dass die Sänger wie Valy und Ghazal anfangen auch noch die Sprache aufzugeben und bevorzugt iranisch singen. Oder die Pashtoo Sänger nur noch pakistanisch singen.

Sind wir wirklich dabei unsere Sprachen zu verlieren?

Was denkt ihr denn drüber?


Comments


Amar77
Amar77 2 years ago

Fristha Jan,
Sprache ist im Wandel. Sprache ist ein dynamisches Phänomen und kein statisches. Eine afghanische Sprache gibt es nach der Definition des Staates Afghanistan nicht. Es ist nicht die Sprache, ob Farsi oder Paschtu gemeint, sondern die Akzentuierung dieser Sprachen. Bürger aus Afghanistan, wenn sie im Ausland leben, werden von der Syllabifizierung d.h. von der Akzentsetzung der jeweiligen Zielsprachen z.B. Deutsch, Englisch, Französisch usw. beeinflußt.
Sprache lernt das Kind nicht mit Buchstaben, nicht mit Wörtern, nicht mit Texten, sondern mit Silben, so die neuesten Kenntnisse der generativen Phonologie, ein Teilgebiet der Linguistik.
Millionen Menschen haben nach Iran und nach Pakistan ausgewandert. Sie lebten dort und ihre Kinder haben dort Schulen besucht. Selbstverständlich haben sie die Akzentierung der dortigen Sprachen internalisiert. Internalisation gehört zu der linguistischen Terminologie und der Lerntheorien.
Sprache verliert man nicht, Sprache ändert sich und entwickelt sich. Leider wird dieser Entwicklung Afghanistan nicht Rechnung getragen. Das die Einwohner der westlichen Gebiete des heutigen Afghanistan Akzentierung nach Farsi im Iran sprechen ist eine Tatsache und die Laghmani sprechen natürlich sowohl Farsi, als auch Paschtu nach deren Akzentuerungsmodi.

Scully
Scully 2 years ago

Oh Fereshta Jan, Du sprichst mir aus der Seele. Die Iranisierung und Pakistanisierung unseres Landes geht weiter und niemand kümmert sich. Da Herr Bayat selbst ein iranischer Sklave ist, hört man auf ATN nur noch iranische Farsi. Aus einfache Wörter wie Pouhantun oder Fakulta werden dann ein “Danischgah”. Aus einem Muhassel wurde ein “Danischdju” gemacht.



Nicht nur unsere Sprache ist in Gefahr, sondern auch unsere schöne Schrift. In Kabul wird alles im Style der Paki-urdu beschriftet. Leider habe ich keine Pics dazu. 

Ich als eingefleischte Herati schäme mich für Valy und Ghazal und sehe sie als mehr als Watanforosh als Künstler. Sie lecken die A***** der Iranis um Kohle zu verdienen, dabei verkaufen sie unsere Kultur. Gott sei Dank gibt es noch Nicht-Afghanen, die unsere Kultur schätzen.

http://www.youtube.com/watch?v=R5zJr75JTE4&feature=related

DonAfgKilaCorleoneDaWonda

arey digeh, pesare afran

AliGee
AliGee 2 years ago

———quoted from scully:———-
Aus einfache Wörter wie Pouhantun oder Fakulta werden dann ein “Danischgah”. Aus einem Muhassel wurde ein “Danischdju” gemacht.
—————————————————-

Pouhantun und Fakulta sind eben keine Farsi/Dari Wörter. Wenn ich mich mit jemanden auf Deutsch unterhalte, sage ich ja auch nicht “University” oder “Université” sondern Universität. Warum machen wir Afghanen aus allem einen Weltuntergang? Wenn die Bezeichnung einer Uni in Pashto und Dari seien soll, dann sollen sie eben Danishgah und Pouhantun schreiben, wo ist das Problem? Ich denke es gibt im Hintergrund ganz ganz böse Menschen mit ganz ganz böse Ideen, und wollen somit Dari weiterhin unter Kontrolle halten, damit Farsi-zeban haa sich nicht dem Iran näher fühlen.

DonAfgKilaCorleoneDaWonda

Man sollte Bedenken, dass Sprachen sich stets entwickelt haben. Es gibt Bereinungen von Fremdeinlüssen und Bereicherungen durch Fremdeinflüsse. Man sollte sich nicht davor fürchten.

Scully
Scully 2 years ago

Eine Entwicklung Richtung Iran oder Pakistan wird aber der Untergang von Afghnaistan sein. Sobald die Dari-Sprache nicht mehr von dem iranischen Farsi oder Paki-Pashtu zu unterscheiden sein, wird dieses Land in die Luft aufgelöst. Deshalb sollten wir Afghanen für unsere Identität kämpfen.

roshangul
roshangul 2 years ago

i love frishta 06 .
Amar77
Amar77 2 years ago

Eigentlich gibt es ein Land unter dem Namen “Afghanistan” lediglich als Makulatur. Eine Identität ohne Unabhängikeit (wirtschaftlich und politisch – militärisch und sicherheitspolitisch) ist unmöglich. Scully Jan wo ist diese Unabhängigkeit?
Auch im Kulturbereich kann Afghanistan nicht unabhängig sein und zwar in dieser modernen Zeit samt all ihre technischen und medientechnologischen Möglicgkeiten.
Mehr als Untergang gib es nicht. “Je höher ein Ding oder Mensch, desto tiefer fällt es oder er.”
Identität bedeutet, in wieweit die Einwohner eines Landes an geistigen, materiellen und moralischen Ressourcen partizipieren. Land, Heimat oder Heim ist immer etwas Konkretes für Menschen.

Allegorie:
Sprachen sind wie Blumen in einem Land. Vielfalt der Sprachen bedeutet Vielfalt in einem Garten. Die Aufgabe eines Gärtners (Kulturminister) ist es nicht, eine Blume zu pflegen und eine andere zu vernachlässigen. Vernachlässigung ist eine Inkompetenz. Afghanistan hat nicht einmal geschafft, Paschtu zu fördern, die die Machthaber als Nationalsprache zu erkoren versuchte, da sie dachten, damit würden sie die Identität mit Zwangsmaßnahmen zu bilden. Zwangsmaßnahmen und Identitätsbildung sind zwei verschiedenen Dinge.
Sprache ist nicht nur ein Teil der Kultur, sondern schafft selbst Kulturgüter (Romane, Gedichte, Gesänge, Wissenschaft, Technologie). Sie ist nicht nur Kulturschaffer, sondern erhält Kultur. Sie ist nicht nur Mittel der Kommunikation, sondern ein emotionales Phänomen. Gegen tiefsten Gefühlen von Menschen zu reagieren, kann für Identität nicht förderlich sein.

Jawohl, die Sprache Paschtu ist ein Kulturschatz; sie zu hegen und pflegen ist Aufgabe aller Regierungen des Landes genauso wie die anderen 21 Sprachen des Landes. Die Förderung und Forschung dieser Sprache kommen der anderen Sprachen zugute.
Aber leider; afghanische Machthaber haben weder die eine noch die andere gefördert, auch wenn Paschtu-Tolana gab? Warum gab es keine Farsu bzw. Dari-Tolana oder Pashai-Tolana?
Fortsetzung folgt

Die Förderung der Sprache Paschtu geshah seit Mahmud Tarzi, der Vater des afghanischen Journalismus und Schwiegervater von Amanullah (Er ist der Erfinder einer Theorie, dass Paschtu Nationalsprache wird). Seit Bestehen von Afghanistan also seit 1919 ist diese Idee nicht realisiert worden, weil Paschtu nicht wegen der Sprachen willen gefördert wurde, sondern um Farsi zu schwächen.
1. Keine Macht in dieser Welt kann die Sprache Farsi schwächen!
2. Alle diese Versuche sind gescheitert.
3. Eine Alternative zum Besseren gab es nicht

Amar77
Amar77 2 years ago

Nach dem alle Versuche des Staates (ich denke es waren 3 Versuche, 1919, 1930-1950 und 1960er unter dem Namen Afghanistan gescheitert sind, hat der Staat eine neue Idee und behauptet, man sollte „Estalahate Melli“ (Nationale Terminologie) verwenden. Das Institut namens „Paschto-Tolana“ (Institut zur Verbreitung der Sprache Pashtu) hat einige Entsprechungen für Farsi bzw. Dari gefunden, insbesondere in der Sprache der Verwaltung, Militär und Justiz. Jeder, der ein Wort auf Paschtu erzeugte, hat ca. 50 Rupia bekommen. Rupia wurde in Afghani ersetzt, aber für “pul” (100 pul = 1 Rupia bzw. 1 Afs)konnte z.B. kein “äfghanichen” gefunden werden(!)
Die Nachsilbe Paschtu “ton” ist wie jede andere Nachsilben hat einen produktiven Charakter und ist für Ortsbildung sehr geeignet. Genauso wie “en” für Essen, Bremen, München, Achen, Aalem, Böblingen …. bis Zossen und Zweibrücken. “En”, “an” “on” sind vermutlich Suffixe der Indogermanen oder Indo-Iraner für Ort. Im Deutschen gibt es aber auch “berg”, “burg”, “land”, “heim” usw. für Ortsbildung bzw. Namenbildung für Orte.

Die Paschtu-Nachsilbe „ton“ ist vergleichbar mit den Suffixen der persischen Sprache wie „tan“ , „istan“, „setan“ „stan“ oder „an“ und „na“. In manchen Dialekten, bzw. Mundarten, ja Sprachprägungen der Sprache Farsi wird statt „Nan“ Non, statt Teheran, Tehron, statt Saban Sabon (S hier wie Singen), statt jan jon. Die Dari-Spreher bzw. die Standrad-Sprache der neupersischen Sprache (seit 1100 Jahren) werfen die Sprecher dieser Sprachprägungen oder Dialekte oder Mundarten vor, „En ha Saban e Farsi e qaschank ra sabon sachtand“ (sie haben die schöne Sprache Farsi gedemütigt)

Diese Suffixe sind indo-iranisch für Bildung der Wörter für Platz, Ort oder Land. Auch die Suffixe wie „gah“ , später „jah“ ( J Französisch oder g wie in Germany),( da die semitischen Sprachen z.B. das Arabische und Hebräische “p” und “g” und “tsch” und “zh” wie in “ Pazhwak” nicht haben) „dan“ sind ebenfalls für Ort und manchmal „gah“ auch eine Nachsilbe für Adverben oder Wörter der Zeitbestimmung.

Es gibt allein in Afghanistan Hunderte von Wörtern mit „gah“ als Nachsilbe. wie
Aramgah = Ruhestätte آرامگاه;
Didgah = Gesichtspunkt
Khanagah = Khanaqah = Meditationstätte
Qeblahgah = Anbetungsort ; auch übertragen in Afghanistan für Vater
Ziarattgah = Pilgerstätte, Grabstätte
Lashkargah ( Stadt in Hilmand = Soldatenstätte; Armeestätte, Garnisionstadt)
Pagah = Morgen
Begah = Abend
Shamgah = Nacht
Shabangah = Nacht; Behausung
Kargah = Werkstatt bzw. Workspop
Eqamatgah = Aufenthaltsort
Takiygah = Anlehnungsort
Khwabgah = Schalfplatz, Zelt
Idgah = Festort; eine Moschee von Kabul
Keshtsargah = Feld, landwirtschaftlich benutzbare Fläche
Dastgah = Apparat, Anlage
Dargah = Torplatz; übertragen für Pilgerfahrtstätte
Kharmangah = Tenneplatz
Baschgah = Club
Shierkhwargah = Säuglingsplatz oder Kinderkrippe
Paigah = Basis z.B. spricht man Paigah ha e Nezmi e dayemi Amerika ( USA langfristige Militärbasen
Jaigah= Stellung, Position
Bamgah = Morgendämmerung (wörtlich Zeit zum Dach, Namaz)
Ja e Namaz = Gebetsteppich
Ja e Namaz = Gebetsteppich
Namazgah = Gebetsort
Ebadadgah = Ort der Meditation
Charagah [Tscharagah] = Weidewiese
Passgah = Ort des Aufpassens
Dadgah = Gericht; Afghanen sagen, ba dadam berass; hilf mir
Araeshgah = Ort des Schminkens; Die afghanische Regierung hat bis jetzt kein anderes Wort gefunden; Salon e Araesh hat sich nicht durchgesetzt.
Froshgah = Laden, Kaufhaus
Pahgah = Stufe. Palah (Stufe) und Sina (Leiter9 hat sich durchgesetzt.
Peshgah = Audienz
Zadgah = Geburtsort, Heimat
Parwareshgah = Erziehungsort
Saeshgah = Platz der Niederkunft; Geburtsklinik
Panahgah = Asylort
Khargah = Zelt, Pavillion

Da “istan”, “stan”, “an” und “gah” typische Nachsilben der Sprache Farsi ist, so konnte man z.B. “Lashkar Gah” (Provinthauptstadt von Hilmand – übrigens ein Hochburg der Paschtunen) zu “Lashkat Ton” ändern. Selbst Taliban haben sich diese Frechheit nicht geleistet wie ich. Oder wie wäre es, wenn Afghanistan zu Afghanton umbenannt wird.
Scully Jan, es geht nicht um reine Provokation, sondern um Weiterdenken und Nachdenken. Dieser Streit zwischen Farsi oder Paschtu bringt uns nicht weiter. Es gibt kein Gewinner. Wir sollten uns von Null-Summen-Spiele fernhalten denn 1Gewinner+ 1Verlierer =0
Besser sind Spiele, die beiden Seiten gewinnen z.B. Wippe, ein Schaukelspiel, mal ist einer der Gewinner, mal der andere.
Dieses Denkweise ist vor allem deshalb gut, weil wir zur Entwicklung beitragen. Eine gewisse Konkrurrenz – Wettkampf zwischen Paschtu oder Farsi bzw. Dari ist gesund, aber beim Kampf verliert die Machthaber.
Außerdem müssen wir berücksichtigen, dass Iran für Fari viel geleistet hat und Pakistan für Paschtu. Sie haben Sprachforschungen betrieben. Persien , seit 1935 Iran hat viel für Sammlung und Kategorisierung der Wörter der Sprache Farsi geleistet. Heute ist das von Dehkodha herausgegebe Wörterbuch der persischen Sprache Standardwerk aller Farsi-Sprecher. Für dieses Buch haben alle Farsi-Forscher aus Afghanistan und Iran mitgemacht.
Es ist nicht effizient, wenn nun diesen Prozeß auch Afghanistan durchmacht. Afghanistan sollte seine Sprachwissenschafler und Literaten in den Dörfern des Landes schicken, andere Aspekte der Sprachen zu forschen. Nein, Hunderttausende $ hat Afghanistan für die Doktorarbeit der Paschtuen ausgegeben, um pashtunische Literatur zu forschen. z.B. Dr. Fetrat; nein er arbeit nicht als Sprachforscher der Sprache Paschtu, sondern arbeitet als Sänger. Gut, dass er auch Paschtu singt. Aber ist das effizient, effektiv.

Gozargah – wenige Km von Takhte Rustam und unweit von dem Babur-Garten entfernt, liegt am Kabulfluß, ist ein schönes Wort. Persien oder der Iran hat nichts mit der Namensgebung zu tun. In dieser Region sagen die Leute statt “Sohb” (arabisch für Morgen) “Pagah” und für “Sham” (auch arabisch) “Behgah”. Beide Wörter sind durch und durch Dari d.h. indo-iranisch. Wenn es dem Frieden im Lande hilft, dann sollten Suffixe Gah ersetzt werden und alle diese Wörter ver-TON- t werden.

Amar77
Amar77 2 years ago

Scully Jan,
Wir haben sowieso mehrere Identitäten, nicht etwa weil wir gespaltente Persönlichkeiten haben, nein, wir spielen verschiedene Rollen, Funktionen und Figuren.
Ich bin z.B. Kind, Sohn oder Tochter; Tante, Schüler, Student, Mann, Frau, Ehefrau, Ehemann, Mitarbeiter, Chef, Käufer, Verkäufer, Politiker, Bankkaufmann, Bewohner aus Afghanistan, Angehöiger des iranischen Volks, Angehöriger des turanischen Volkes, Zentralasiat und schließlich Weltbewohner; endlich zur Kategorie Mensch; vielleicht bald Weltalbewohner usw. Also habe ich verschiedene Identitäten. Ich identifiziere mich mit vielen Dingen zugleich oder nacheinander.

Sprache, Kultur, Musik, Meditation, Leistung usw können einen großen Beitrag zur Identifikation, zur Identifizierung und zur Identität leisten. Deshalb sollten wir wirklich unsere geschundene Mitmenschen in Afghanistan nicht mehr beleidigen.

Sprache, Kultur und Musik konnte auch eine Gemeinsamkeit innerhalb Afghanistan und außerhalb Afghanistan zu einer Indentitätsbildung führen. Mein Wunsch ist, dass eine zentralasiatisch-iranisch-indische Union gebildet wird, auch wenn Europa nicht mehr Vorbild für uns sein kann.

Die Sprachen z.B. Farsi und Paschto haben mehr Wörter gemeinsam als wir denken z.B. Pazwak (Echo), Bazrgar (Bauer, Säer), Peighor (Kritik), Restia (Rasti – dt. Rechtig).
Die iranischen Völkern und die turanischen Völkern auf dem Gebiet des heutigen Afghanistan sind großartigen Menschen mit mindestens 6000 Jahre Geschichte. Zahak hat z.B. die tausendjährige Herrschaft von Jamschied bzw. Yama Pacha beendet.

Wie z.B. die BBC berichtet, ist Jawad Zahak, Provinzparlamentspräsident von Bamiyan von Taliban ermordet worden. Ferner ermorden Taliban eine Mehrzahl von Menschen aus allen nicht-paschtunischen Völkern des Landes. Eine Mehrzahl von Menschen aus dem paschtunischen Volk wird ebenfalls von Taliban ermordet. Zwar stammen Taliban aus dem paschtunischen Volk, aber alle Paschtunen sind nicht Taliban. Diese Tatsache sollte auf keinen Fall vergessen werden.

Die Begriffe wie आर्यावर्त (Sanskrit für Aryavarta, Aria , Aryana bzw. Ariana oder “Aryānām Xšaθra”, je nach vedischer Zeit oder awestanischer Zeit verschieden gesprochen, zeigen den indo-iranischen Ursprung.

Z. B. heute wird “Afghanistan” von verschiedenen Sprecher der Welt und sogar von den Autochtonen , Einheimischen, verschieden akzentuiert, z.B. G.W. Busch sagt dazu “Efghaniestan”, Afghanen sagen “Afranestan” “r” wie in “Wäre” (Norddeutsch).

In Vorgeschichtlicher Zeit, aber auch vor des Kolonialismus gab es weder Grenzen und Staaten in dieser Region, die Menschen wanderten von hier nach dort und sie ließen sich nieder, ob die Paschtunen aus Sulaiman Koh eingewander sind oder die Timuriden von Buchara oder Samarkand. So regierten verschiedener Herkunft in verschiedenen Regionen wie z.B. Paschtunen als iranisches Volk im iranisch-indischen Raum, noch bevor ein Staat unter dem Namen Afghanistan gegründet worden ist.

Es gab Indo-Iraner, die ihre Namen von Fremden hatten. Oder gibt es jemanden in dieser Welt, dessen Namen er selbst bestimmt hat, außer bei Heirat in Deutschland heute.

Auch bei der Namensgebung eines Kinds wird das Kind nicht gefragt, welchen Namen er möchte. Das bedeutet Namen werden fremdbestimmt. Afghanistan ist auch eine fremdbestimmte Bezeichnung; ansonstens hätten Paschtunen “Paschtunkhwa” genannt oder besser “Paschtunton”. “Indien” Hind, Hindustan sind erst nach Mahabhrata-Zeit entstanden. In dem Begriff Mahabhrata ist Bharat enthalten eine vorhistorische Bezeichnung für Indien.

Dieses ganze Gebiet (Afghanistan, Iran, Nordindien) gehören zu avestanisch-vedischen Traditionen bzw. indo-iranischen Gebiet. Das bedeutet, dass Hymnen (Sorud ha) hier entstanden sind, Lieder sind als erste entstanden, so die Meinungen der religiösen Menschen in diesem Gebiet. Lieder und Musik sind vor der Entstehung der Welt entstanden. Natürlich gibt es Shiva, der Herr der Musik. Lieder wurden zur Huldigung der Götter entstanden. Götter gab es in dieser Region sehr vield. Hinduismus gehörte zu der Region der Menschen in diesem Gebiet, ob es Afghanen passt oder nicht.

Lieder und Tanz; Gesang und Klang fanden in den Grabstätten (Tempeln, Gebetshäuser) statt. Menschen pilgerten von einem Gebetshaus zu anderem Gebetshaus.

In gewisser Weise sind die Bewohner des heutigen Afghanistan und Iran auch wie damals, mit einem Unterschied, dass sie zwar mehrere Konfessionen haben, aber nur einen Gott huldigen. Doch sie wanderen von einem Grabmal nach anderem. Im heutigen Iran ist eine Art Tourismus geworden, die heiligen Grabstätte der Al Bayat zu besuchen. Sie singen dort nicht Lieder von Awesta.

In Afghanistan scheint nach 40 Jahren des Kriegszustand diese Tradition einwenig abgeklungen, weil jede Familie ein Märtyrer zu beklagen hat. Jedes Haus wurde zu einem Gebetshaus, weil hier Koranzitationen vorgelesen wurden. Koranlesung ohne Klang hört der Gott nicht so gerne.

Der Boden des heutigen Afghanistan war ein Zentrum des Hinduismus, bevor überhaupt die Geschichte begann. Von der Vorgeschichte wissen wir zwar wenig, aber die Archäologen .
Es ist ca. 5 Lieder von “Gahthas” übrig geblieben, die bis heute in der indo-iranischen Musik Anwendung findet. In Farsi bedeutet “Segah” und “Tschargah”. “Gahtas” werden in nicht-indoiranischen Sprachen “Gathas” geschrieben. Deshalt wird “Gah” bzw. “Gahan” dort nicht ersichtlich.

Wenn “Afghanen” (Staatsbürgerinnen/Bürger Afghanistan gemeint) können alle erdenklichen Mühe machen, aber sie können sich aus diesen Zwängen nicht lossagen nämlich, dass ihre Musik “indo-iranisch” war, ist und sein wird. Natürlich werden die Lieder auf europäische Instrumente auch gespielt.

Eine afghanische Musik ohne dieser Tradition gibt es nicht. Auch die Musiknoten (in Afghanistan, Indien und auch im Iran) spielen die Menschen eigentlich ohne Noten; auch heute spielen die Menschen in dieser ohne Noten, aber sie kennen diese Noten.

Rubab z.B. wird als typisches afghanisches Instument betrachtet, aber diese und andere indo-iranischen Instrumenten sind in den persischsprachigen Dichtungen erwähnt worden. Z.B. vor 1100 Jahren hat der große Ferdaussi von Rubab, Nekra (eine Art Nay – heute sagt man Tula), Chang, Schaipur (Trompete), Kus (Pauke) geschrieben.

Ferdaussi (940-1020)

چنگ و رباب(Taschang und Rubab)

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کوس با کرنای Kus und Kornay

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Manutscheri (gestorben 1040) wirkte am Hofe Sultan Mahmod Ghaznawi und sein Sohn Masoud Ghazna.

کبک ناقوس‌زن و شارک سنتورزَن است

فاخته نای زن و بربط شده تنبور زنان

Kabke Naquszan o Schrak e Santur zan ast

Fachtah e Nai Zan o barabat schuda Tanbur zanan.

Ein Gong spielender Rebhuhn ist ein Santurspieldener Nachtigall

Eine Nai spienende Taube ist eingestimmt mit Tanbur spieler.

Tanbur kommt insbesondere im Norden von Afghanistan. Santur ist ähnlich wie Sither. Scharkkhorda = Tänzer; Nai ist Flöte

Saadi Shirazi (geboren ca. 1190)

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http://saadi.recent.ir/default.aspx?p=search_pattern&q=%DA%86%D9%86%DA%AF&l=0

http://hafez.recent.ir/default.aspx?p=search_pattern&q=%D8%AF%D9%81+%D9%88+%DA%86%D9%86%DA%AF&l=0

Mawlana e Rumi

نایhttp://mowlavi.recent.ir/default.aspx?p=search_pattern&q=%D8%A8%D8%A7+%D9%86%D8%A7%DB%8C+%D8%AF%D8%B1+%D8%A7%D9%81%D8%BA%D8%A7%D9%86+%D8%B4%D8%AF+%D8%AA%D8%A7+%D8%A8%D8%A7%D8%AF+%DA%86%D9%86%DB%8C%D9%86+%D8%A8%D8%A7%D8%AF%D8%A7&l=0

رباب و دف

http://mowlavi.recent.ir/default.aspx?p=search_pattern&q=%D8%B1%D8%A8%D8%A7%D8%A8&l=0

چنگ و سرنا

http://mowlavi.recent.ir/default.aspx?p=search_pattern&q=%D8%B3%D8%B1%D9%86%D8%A7&l=0

دهل (Trommel)

http://mowlavi.recent.ir/default.aspx?p=search_pattern&q=%D8%AF%D9%87%D9%84&l=0

Hafiz Shirazi (1320-1390 n. Chr)

چنگ و عود

http://hafez.recent.ir/default.aspx?p=search_pattern&q=%D8%B1%D8%A8%D8%A7%D8%A8&l=0


Besser ist, dass alle Einwohner/innen in Afghanistan endlich sich auf ihren Ursprung, Kultur, Musik, Sprache besinnen und versuchen ihre Sprache zu erweitern. Es ist nicht schädlich, Wörter aus anderen Sprache zu leihen. Z.B. hier, in Deutschland, gibt es auch persische, türkisch-altaische und arabische Wörter, die zum deutschen Wörterbuch gehören wie Magazin, Au, Joch, Pistazien, Joghurt (Jorghat z.B. in Afghanistan), Zefr (Ziffer oder Ziro ).

Afghanistan ist ein schönes Land. Afghanistan ist reich an Naturschätze. Afghanistan ist noch reicher, weil es so großartige, großzügige und mutige und bescheidene und wunderbare Menschen mit vielen Kulturgüter hat.
Deshalb müssen sich alle Völker, Nationalitäten, Sprachgemeinschaften, religiöse Menschen, ob Hindus und Shiks, ob Juden und Christen, ob Anhänger von Zoroastren, ob Buddhisten oder Christen sollten frei ihre Religion auszüben wie damals.
Afghanistans Verfassung muß erst geändert werden. Auch Hindu soll, darf und kann Präsident des Landes werden.
Dann kann man auch das Land und Leute noch mehr lieben.
Allah, Gott, Shiva, Ahura Mazda, Yazdan mögen dieses Land und seine Leute schützen.

N00R
N00R 2 years ago

Salaam,

wir sind nicht dabei unsere Sprachen zu verlieren, wir haben sie bereits verloren. Das gilt besonders für uns Exilanten, wenn wir uns hier so beredt auf Deutsch unterhalten. Das traurige dabei ist, dass wir auch das Deutsche nicht perfekt beherrschen. Ausreichend zwar für die Bewältigung des Alltags, aber unzureichend, sobald man sich in höher geistigen Bereichen bewegt, wenn man einen Gedanken zwar erahnen kann, aber nicht fähig ist, es in Sprache zu fassen und sich mitzuteilen.

Für Afghanistan gilt, dass 30 Jahre Krieg nicht nur an Mensch und Umwelt ihre Schäden hinterlassen haben, sondern auch das geistige Kulturerbe, die Sprache, stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist. In den frühen 80igern hat die Elite, die gebildeten, das Land verlassen. Was dann noch als “gebildet” übrig blieb, wurde in den folgenden zwei Jahrzehnten Krieg völlig aufgerieben. Übrig geblieben sind nun die Analphabeten, Bauern und Barbaren.

“Barbar” – das griechische Wort, steht für “brabeln”, und bezeichnet einen, der nicht richtig sprechen kann. Nun haben also diese Barbaren auch das Fernsehen erobert und verbreiten ihr “brabeln” um die ganze Welt.

Geht die Sprache verloren geht, geht auch ein Stück Identität verloren, und man muss sich ernsthaft fragen, was das eigentümlich afghanische noch ist, was vom Iran un Pakistan unterscheidet, wenn die Menschen sich immer mehr diesen Ländern zuwenden. Da bleibt nicht viel übrig.

Das alte Afghanistan ist vergangen. Als sein Enddatum kann man den 23.07.2007 ansetzen, als sein letzter Vertreter aus dem Leben geschieden ist. Das neue Afghanistan ist noch ein Säugling und liegt heulend in der Wiege. Zu viele Hände, ziehen daran… Was aus dem Kinde wird, wozu es taugt, wissen wir nciht. Ob es später die Spuren seiner Väter wiederaufnehmen wird, oder ob es sich in der bunten Welt verliert oder vielleicht was völlig neues begründet – wir können nur spekulieren.

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