Die Schweizer haben sich für ein Minarett-Verbot entschieden – nun meint CDU-Innenexperte Bosbach auch in Deutschland eine zunehmende Angst vor Islamisierung erkannt zu haben.

Stimmt es, dass es auch in Deutschland bald zu einer Abstimmung kommen könnte? Und wenn ja, was dann? Dürfen wir nicht mehr in einer Moschee beten, nur weil wir hier leben?


Comments


WaWa
WaWa 4 years ago

Soviel ich weiss, sind die bestehenden nicht verboten. nur die neuen dürfen nicht mehr gebaut werden :(!
regt mich das auf!!! bin enttäuscht von der schweiz!!!
Von wegen Religionsfreiheit!!!!! Ich verstehe den sinn nicht, wieso soll es verboten werden wenn jede andere religion ihre gebetstempeln (oder wie man die nennt) haben und für muslime verboten! Und von wegen wird da erzählt, dass in 50 jahren DE und FR nur noch aus muslimen besteht! wenn das so wäre hätte die bevölkerung sich dagegen entschieden!!!
ich schäme mich für die schweiz!!!!!!!!

WaWa
WaWa 4 years ago

Verlust für den Wirtschaft
Die Nächsten Jahr 2010 wird schon mit wenigen gewinn von minus 15 Mia franken anfangen. Das ist der Anfang Die Schweizer Produkt wird fast im Ganzen muslims Stadt boykottiert. SVP selber Schuld.

 

gut so!

nur bisschen druck ausüben und schon wird über die initiative wieder neu entschieden!

Deja vu!!!-> Erinnert mich stark an Lybienfall, gaddaffi ;)

WaWa
WaWa 4 years ago

bin enttäuscht! :(

 “Schweizer sind ignorante Rassisten”

London: Bei Muslimen im Ausland stösst das Minarett-Verbot auf harsche Kritik: Das Resultat könne den Fundamentalisten neue Türen öffnen, sagt Babacar Ba, Botschafter der Organisation der islamischen Konferenz. Azzam Tamimi, britschpalästinesischer Hamas-Symphisant und bekennender Befürworter von Selbstmordattentaten, sagt, die Schweizer hätten einen grossen Fehler gemacht. “Das Abstimmungsresultat zeigt, dass die Mehrheit der Schweizer ignorant und rassistisch ist.”

Quelle: 20min.ch

Frishta06
Frishta06 4 years ago

Tja, in der Türkei ist es auch verboten eine Kirche zu bauen!

WaWa
WaWa 4 years ago

dort gibt es auch keine RELIGIONSFREIHEIT!!!! :)
das ist das billigste argument!

Deutsch68
Deutsch68 4 years ago

Für Politiker ist das Abstimmungsergebnis völlig überraschend weil unerwartet gewesen. kein Wunder – das kommt dabei heraus, wenn man als Politiker, kaum dass man sich im Machtrausch befindet, die Bodenhaftung zu dem Volk verliert, dessen Interessen man eigentlich vertreten soll.

Da würde es wohl helfen, mal regelmäßig den zu Repräsentierenden zuzuhören – dann weiß man auch um vorhandene Ängste, die sich in solcherlei Abtsimmungsergebnissen niederschlagen.  ich sehe da gewissen Parallelen zum Vorhaben der Schulreform in der Hamburger Politik, gegen die regt sich auch erheblicher Widerstand, weil der feste Wunsch einer einzelnen Senatorin eben nicht deckungsgleich mit den Bürgerinnen und Bürgern ist, die schulpflichtige Kinder haben.

Zum Thema, wieviel Minarette udn in welcher Höhe die denn auf europäischem Boden sein müssen bzw. dürfen.

In Deutschland wäre bei einer Umfrage bzw. Volksabstimmung nach meiner Meinung in etwa das gleiche herausgekommen wie jetzt in der Schweiz. Wundern würde es mich nicht. Komischerweise sind diejenigen Migrantinnen udn Migranten in ihrer mehrheit am schelchsteesn intergeriet, die sich zum islamischen  Glauben bekennen.

Der Islam selber presit sich als perfekte religion und ndere gelten ihm als Irrwege. Damit ist der Islam selbst nicht tolerant, und bei islamisch geprägten Ländern kann man weitere mindestens 100 Jahre vergeblich darauf warten, dass dort z.B. Kirchenbauten oder die Errichtung von Hindu-tempeln zugelassen würden.

Andererseits nutzen Muslime ja durchaus getreu ihrem nach Islam erteilten religiösen Auftrag der Ausbreitung des Islam alle Möglichkeiten, diesen fest und weit in euopäische Länder zu implementieren.

Und dabei geht vielen Muslimen leider die Feinfühligkeit oder noch schlimmer der Respekt gegenüber der einheimischen Bevölkerung verloren. Auf hohen Minaretten, die höher als Kirchtürme sind, kann man meiner Meinung nach anständigkeitshalber und integrationsglaubwürdig als muslimische Minderheit eines europäischen Staates nicht bestehen. Auch nicht auf dem 100. Moscheeenbau, wenn schon alle 99 davor gebauten Moscheen nicht regelmäßig aus allen Nähten platzen vor lauter Gläubigenandrang ( und das tun mit Verlaub die wenigsten)

Leider bekommt man als Europäer oft folgenden Eindruck insbesondere von muslimischen  Verbänden: Sie bejahen die Demokratie, solange diesen islamischen Interessen nützlich ist (Religionsfreiheit). Das, was im Übrigen auch noch Demokratie ausmacht, wird dagegen als islamfeindlich diskreditiert ( Meinungsfreiheit, die lautet, dass man den Islam für unzeitgemäß hält, z.B.).

Wenn die Sicht der Muslime bzw. ihrer Verbände ein ausgewogenes Geben und Nehmen und ein vorbehaltloses “Ja zur rechtsstaatlichen Grundordnung!” der jeweiligen europäischen Länder widerspiegelte, und nicht ein “Ja, aber nur solange dem Islam nicht damit wiedersprochen wird”, würde sich kein Mensch über Moscheenbauten aufregen.

Und weil man dieses vorbehaltlose Ja zur Demokratie in der Vergangenheit leider schon wiederholt eben nicht gelesen und/oder gehört hat, sagt die Bevölkerung dann, wenn sie mal direkt gefargt wird: Stopp jetzt erstmal ! 

Ist das wirklich so verwunderlich, jetzt mal aus der Perspektive der Nichtmuslime betrachtet ?

Taregh
Taregh 4 years ago

salam
nein.
kh

Temoryan
Temoryan 4 years ago

wenn jemand gelesen wäre und genug von der Geschichte gewußt hätte hätte er/sie nie diese Behauptung gemacht, dass Islam nicht tolerant ist! aber da spricht man sowieso in die Leere!

Die Christen hatten deutlich besseres Leben unter der Osmanische Reich als die wo anders. Die Christen dürfen unter Saladin genau und gleichberechtigt leben wie muslime! unter viele islamische Herscher dürften die Christen frei leben und ihre Religion frei ausüben.

Deutsch68
Deutsch68 4 years ago

Temoryanjan,

selbst wenn Deine Behauptung der Wahrheit zu 100% entspräche, ist dies offensichtlich kein Orientierungsmaßstab für muslimische Verbände und viele Muslime selbst im a k t u e l l e n Zeitgeschehen.

Zweitens haben Christen h e u t e in allen islamisch geprägten Ländern ein deutlich schlechteres Leben als umgekehrt Muslime in demokratisch regierten europäischen Staaten – koptische Christen sage ich dazu nur als Stichwort.

N00R
N00R 4 years ago

Salaam,

Die Islamophobie hat nun also auch die Schweizer erreicht.

In Deutschland ist ein genereller Minarett-Verbot nur über eine Verfassungsänderung möglich, da es mehreren Artikeln widerspricht. Das ist aber nicht so einfach durch eine Volksabstimmung möglich. Hier zeigt sich eine Schwäche der Demokratie in der Schweiz, wo in allen Fragen das Volk direkt entscheiden kann. Mit wenig mehr populistischem Aufwand, hätte man es vielleicht sogar geschafft den Islam ganz zu verbieten.

badjakhanjan
badjakhanjan 4 years ago

in der schweiz werden kuenftig von muslimen kirchen aufgekauft und zu moscheen umgebaut wie das ja in england gang und gebe ist. muessen die dann auch den krichturm dann auch entfernen?

Deutsch68
Deutsch68 4 years ago

die Schweiz ist aber nicht gleich England ;-)

badjakhanjan
badjakhanjan 4 years ago

Es wurde schon viel über das Mineratt-Verbot in der Schweiz gesagt und geschrieben. Natürlich hängt die Praktizierung des Islam in Europa nicht vom Bau von Minaretten ab. Sie stellen keine islamische Pflicht dar, so dass die Muslime auf ihren Bau verzichten könnten. Das Problem liegt aber gar nicht so sehr darin, dass in der Schweiz lebende Muslime von nun an auf Minarette verzichten müssen. Bei gerade einmal vier Minaretten, die es in der Schweiz gibt, sind die meisten Muslime ohnehin nicht an Moscheen mit Minaretten gewöhnt.

Nicht der Verzicht auf Minarette ist das Problem, sondern die Besorgnis erregende Entwicklung in Europa, der durch das Referendum in der Schweiz “demokratisch” zum Ausdruck gebracht wurde. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy fasste diesen europäischen Trend gegen den Islam in der Zeitung “Le Monde” zusammen: “Anstatt das Schweizer Volk endgültig zu verurteilen, sollten wir auch verstehen, was es ausdrücken wollte und was so viele Völker in Europa fühlen, darunter das französische Volk.”

Das Minarett-Verbot ist zum Präzedenzfall in Europa geworden und spiegelt das europäische Islambild wieder, denn in vielen europäischen Ländern fragte man sich, wie wohl bei ihnen ein solcher Volksentscheid ausfallen würde, anstatt Anstoß an dem Verbot zu nehmen. Man kann vor allem sicher sein, dass dies nur der Anfang war. Es ist ein Vortasten, wie weit man überhaupt gehen kann, die “Religionsfreiheit” der Muslime einzugrenzen. In Frankreich, das zur Zeit über ein Verbot des Gesichtsschleiers nachdenkt, wurde durch das Minarett-Verbot eine Debatte über neue Moscheebauten ausgelöst.

Die Muslime in Europa hätten ohnehin nichts zu melden, weil Christen in der islamischen Welt ebenfalls unterdrückt seien – so die Reaktion auf die Kritik der Muslime am Minarett-Verbot. Als Beispiel wird der Irak angeführt, wo nach dem Sturz Saddam Husseins Christen getötet wurden oder aber flüchten mussten. Im heutigen Irak herrscht jedoch kein Normalzustand, um als Argument dienen zu können. Seit der Okkupation durch die USA starben ebenso unzählige Muslime – Sunniten und Schiiten gleichermaßen – oder mussten fliehen. Der Tod von Menschen ist dort noch immer an der Tagesordnung, und zwar unabhängig von ihrer Glaubenszugehörigkeit.

Weder der Muslim noch der Christ ist im Irak wirklich seines Lebens sicher. Auch die Türkei und der Umgang mit den Christen dort wird gerne als Beispiel angeführt. In der Türkei kann allerdings niemand seine Religion richtig ausüben. So gilt an Universitäten ein Kopftuchverbot für muslimische Frauen, das weitaus schlimmer wiegt als das Minarett-Verbot in der Schweiz, weil das Kopftuchverbot eine islamische Pflicht betrifft. Das heißt, selbst die Muslime sind gegen Diskriminierung und Unterdrückung in der Türkei nicht gefeit. Darüber sollten sich die Muslime mehr Gedanken machen als über das Minarett-Verbot in der Schweiz.


Moschee von Petit-Saconnex in Genf

Es geht hier aber gar nicht so sehr darum, die Frage zu erörtern, ob Christen in der islamischen Welt unterdrückt werden und inwiefern sie ihre Religion ausüben können. Vielmehr geht es um die Argumentationsweise selbst, weil Europa im Gegensatz zu den islamischen Ländern die Demokratie als Aushängeschild hat und Freiheit als eine wesentliche Idee der Demokratie propagiert – auch die Religionsfreiheit. Aus dem angeführten Argument ist zu verstehen, dass es legitim sei, die Muslime in Europa zu diskriminieren, weil Christen in der islamischen Welt ebenfalls unterdrückt seien. Das “aufgeklärte” Europa argumentiert mit islamischen Ländern, die durchweg Diktaturen darstellen.

Befürworter des Minarett-Verbots, die zur gleichen Zeit Vertreter der Demokratie sind, beziehen sich auf Diktaturen, um das Vorgehen gegen die Muslime in Europa zu rechtfertigen bzw. die Kritik der Muslime zu unterdrücken. Für Europa ist diese Argumentationsweise ein absolutes Armutszeugnis. Denn entweder ist man von der Demokratie überzeugt und wendet seine Überzeugung ohne Unterschied auf alle Menschen an, oder aber man gibt offen zu, dass man nicht gewillt ist, den Muslimen die Religionsfreiheit zuzugestehen, ohne dabei irgendwelche demokratischen Scheinargumente vorzubringen, wie etwa, dass das Verbot auf der Basis einer demokratischen Mehrheitsentscheidung zustande kam.

Im Unterschied zu den Nichtmuslimen, deren Verhältnis zu den Muslimen immer von ihrem jeweiligen Islambild und dem Grad ihres Islamhasses abhängt und nicht von ihren demokratischen Überzeugungen, ist der Umgang der Muslime mit Christen und anderen Nichtmuslimen islamisch genau festgelegt, und zwar unabhängig von ihrer persönlichen Einstellung zum Christentum oder der politischen Situation. Das Verhältnis zwischen Muslimen und Christen hängt nicht von irgendwelchen politischen oder gesellschaftlichen Umständen ab, sondern von den Vorgaben des Islam, um die sich beispielsweise ein Staat wie die Türkei nicht schert.

Unter der islamischen Herrschaft sah es selbstverständlich anders aus als in der Türkei. Beispielhaft ist das Edikt, bekannt als Ahdnama, das Sultan Muhammad al-Fatih, der Eröffner Konstantinopels, 1463 erließ, worin er den Christen Bosniens garantierte, in Freiheit und Frieden im Kalifat leben zu können. Das Problem der Christen in der islamischen Welt besteht folglich in der fehlenden Umsetzung des Islam und weniger in der Einstellung der Muslime zu den Christen. Es wäre behoben, wenn der Westen nicht ständig die Umsetzung des Islam in der islamischen Welt verhindern würde. Anders stellt es sich für die Muslime in Europa dar. Ihr Problem besteht hauptsächlich in der ablehnenden Haltung der Menschen gegenüber dem Islam.

Hass und Ablehnung spiegeln sich in den Argumenten wider, die von der Islamisierung eines Landes wie der Schweiz über die Diskriminierung der Christen in der islamischen Welt bis hin zur Veränderung des Ortsbildcharakters durch Minarette reichen. Letzteres dient der FPÖ inzwischen als Argument, denn die Partei plant nach dem Vorbild der Schweiz auch in Österreich einen Antrag zum Minarett-Verbot einzureichen, um mit dem europäischen Anti-Islam-Trend mitzuhalten. Bei Argumenten wie diesen macht ein Disput zwischen Muslimen und Nichtmuslimen keinen Sinn. Denn was erwartet man von den Muslimen? Sollen sie einräumen: “Ja, wir unterdrücken die Christen in der islamischen Welt”? Welche Konsequenzen zöge dann das “aufgeklärte” Europa? Ist dies tatsächlich eine Rechtfertigung dafür, die Muslime in Europa zunehmend zu unterdrücken?

Deutsch68
Deutsch68 4 years ago

Salam,

wenn Minarette allen Menschen als Symbol für eine Aufrechterhaltung und als Bekenntnis zur Demokratier und einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung gelten könnten, hätte mit ihrem BAu niemand ein problem.

Minarette sind aber ausschließlich Symbol für eine ganz bestimmte religion namens Islam. Im gesamten Koran kommt das Wort “Demokratie” nicht ein einziges Mal vor. Es ist demzufolge also auch nicht im Interesse des Islam, eine Demokratie zu festigen.

Selbstverständlich gibt es Muslime, die einer freiheitlich-demokratischen Grudnordnung merh abgewinnen können als der Religion des Islam. Wenn sie diese öffentlich zugeben würden, würden sie sich innerhalb ihrer gemeinde Anfeindungen und Vorwürfen (kein wharer Musliem merh, religion vergessen usw.) aussetzen.

Diejenigen Muslime, die den Auftrag zur Erweiterung und Ausbreitung des Islam ersnt nehmen (und dafür gern auch die errichteten Moscheen auf europäischem Boden als Erfolgssymbole verwenden), passen bezüglich ihrer Weltanschauung nicht in eine demokratische Gesellschaft, die dafür Sorge zu tragen hat, dass alle Meinungen gelten dürfen – auch die islamkritischen bzw. -ablehnenden neben islambefürwortenden. Für einen konservativ eingestellten Muslim muss das unerträglich und unbegreifbar sein.

Gleichwohl ist diese meinungsvielfalt und -freiheit ein wesentliches Element eines demokratsichen gesellschafstprnzips. Und jede Demokratie wäre langfristig in ihrem weiteren Bestand unsicher, wenn sie diesbezüglich Islam oder einer anderen demokratiedesinteressierten Religion Sonderrechte einräumen würde, nur weil ihre Anhänger aus den demokratischen Spielregeln eine Benachteiligung oder gar Unterdrückung ihrer religiösen Weltanschauung herausphantasieren.

badjakhanjan
badjakhanjan 4 years ago

Antisemiten und Islamfeinde wie auch Deutsch68

Hetzer mit Parallelen

Antisemiten des 19. Jahrhunderts und manche “Islamkritiker” des 21. Jahrhunderts arbeiten mit ähnlichen Mitteln an ihrem Feindbild.

Pro Köln, ddpBild vergrößern

Feindbild Islam: Mitglieder der rechten Organisation Pro Köln protestierten schon vor Jahren gegen den Bau einer Moschee. Foto: ddp

Der Historiker Wolfgang Benz, 68, leitet das Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin. Er ist Herausgeber der “Dachauer Hefte”, mit denen er die KZ-Forschung etablierte.

Das Feindbild “Westen” im arabischen Kulturkreis wird von Populisten im Westen mit dem Feindbild “Islam” erwidert. Es folgt den gleichen Konstruktionsprinzipien.

Feindbilder bedienen verbreitete Sehnsüchte nach schlichter Welterklärung, die durch rigorose Unterscheidung von Gut (das immer für das Eigene steht) und Böse (das stets das Fremde verkörpert) sowie darauf basierender Ausgrenzung und Schuldzuweisung zu gewinnen ist. Feindbilder, die eine solche Welt beschwören, lindern politische und soziale Frustrationen und heben das Selbstgefühl.

Feindbilder sind Produkte von Hysterie. Sie konstruieren und instrumentalisieren Zerrbilder der anderen. Wenn wir Hysterien als weitverbreitete Verhaltensstörung definieren, die unter anderem durch Beeinträchtigung der Wahrnehmung, durch emotionale Labilität, durch theatralischen Gestus und egozentrischen Habitus charakterisiert ist, dann erklären sich Phobien gegen andere Kulturen oder ganz unterschiedliche Minderheiten in der eigenen Gesellschaft als Abwehrreflex.

Merkez-Moschee, Duisburg, dpaBild vergrößern

Die Merkez-Moschee in Duisburg. Foto: dpa

 

Aufs Negative reduziert

Bausteine des Feindbilds sind Verallgemeinerung und Reduktion von wirklichen oder vermeintlichen Sachverhalten auf Negativa. Gerüchte, Unterbewusstes, Hörensagen, literarische und volkstümliche Überlieferung erheben sich zu “Tatsachen” – die jedoch nur vom Glauben leben.

Das klassische Beispiel bietet die Konstruktion des am weitesten verbreiteten Textes der Judenfeindschaft: die “Protokolle der Weisen von Zion”. Am Ende des 19. Jahrhunderts entstand es als antisemitisches Pamphlet, das eine jüdische Weltverschwörung belegen sollte. Obwohl die “Protokolle” in allen Details als Fälschung entlarvt wurden, haben sie dem russischen Zaren wie den Nationalsozialisten Dienste geleistet, heute werden sie im islamischen Kulturkreis verbreitet. Sie dienen der Propaganda gegen Israel als Waffe. Millionen glauben an das Bild vom Juden als Inkarnation des Bösen in der Welt, welches die “Protokolle” suggerieren.

Wer sich, zu Recht, über die Borniertheit der Judenfeinde entrüstet, muss aber auch das Feindbild Islam kritisch betrachten (das sich zuweilen eines aggressiven, aufgesetzten Philosemitismus bedient). Es ist ein Gebot der Wissenschaft, die Erkenntnisse, die aus der Analyse des antisemitischen Ressentiments gewonnen wurden, paradigmatisch zu nutzen.

Die unterschwellig bis grobschlächtig praktizierte Diffamierung der Muslime als Gruppe durch so genannte “Islamkritiker” hat historische Parallelen. Derzeit wird der Islam gedanklich mit Extremismus und Terror verbunden, wodurch alle Angehörigen der islamischen Religion und Kultur mit einem Feindbild belegt und diskriminiert werden sollen.

 

Hetze und Verleumdung

Wenn man die katholische Kirche historisch nur über das Leid definieren wollte, das päpstliche Kreuzzüge gegen “Ungläubige” im Mittelalter, Inquisition und Hexenprozesse bis in die Neuzeit über unglückliche Unschuldige gebracht haben (oder heutzutage nur über Priester, die sich an Minderjährigen vergreifen), dann zöge man sich den Vorwurf der Verleumdung zu – die Verallgemeinerung beklagenswerter Auswüchse ist Hetze mit dem Ziel der Diskriminierung. Um die Gefährlichkeit des Islam zu beschwören, agieren “Islamkritiker” aber unter zunehmendem Applaus mit genau dieser Methode.

Heinrich von Treitschke (1834 – 1896), renommierter deutscher Historiker und populärer Publizist, sah einst in seiner Überfremdungsangst Deutschland von Feinden umringt und durch mangelnde Bereitschaft der jüdischen Minderheit zur Assimilation im Inneren bedroht. Durch Autorität und Beredsamkeit verlieh er dem Antisemitismus Reputation und Schubkraft. Das war 1879, als er den Berliner Antisemitismusstreit auslöste. “Aus der unerschöpflichen polnischen Wiege”, behauptete der Gelehrte, dränge “eine Schar strebsamer, Hosen verkaufender Jünglinge herein, deren Kinder und Kindeskinder dereinst Deutschlands Börsen und Zeitungen beherrschen” würden.

Die Parallele ist unübersehbar, wenn als taktische Waffe im geargwöhnten Kampf um die “Islamisierung Europas” heute das Wochenbett der muslimischen Frau beschworen wird. Treitschkes Angriffe gegen das deutsche Judentum markierten die Aufkündigung des mühsam erkämpften liberalen Konsenses über die Integration. Der Berliner Antisemitismusstreit war vor allem eine Identitätsdebatte, eine Auseinandersetzung darüber, was es nach der Emanzipation der Juden bedeuten sollte, Deutscher zu sein und deutscher Jude zu sein.

 

Intoleranz als Selbstverständlichkeit

Derzeit findet wieder eine solche Debatte statt. Es geht aber nicht mehr um die Emanzipation von Juden, sondern um die Integration von Muslimen. Die Wut, mit der Barrikaden errichtet und Positionen verteidigt werden, ist beträchtlich, die Intonation der Debatten erschreckend, wenn etwa die Verweigerung von Toleranz gegenüber der zu diskriminierenden Minderheit der Muslime als selbstverständlich dargestellt wird.

In Internet-Foren, in denen Islamfeindschaft besonders schamlos verhandelt wird, wurde vor kurzem der Mord an der Ägypterin im Dresdner Gerichtssaal freudig kommentiert. Die Tat sei zu verurteilen, schrieb einer, “allerdings gibt es jetzt eine islamische Gebärmaschine weniger”.

Ein anderer meinte, im Koran werde “in über 60 Suren zum Mord an Andersgläubigen und Ungläubigen, speziell an Juden und Christen” aufgerufen. Diese Überzeugung wird er gegen alle Hinweise über den wirklichen Inhalt des Korans so energisch verteidigen, wie der Antisemit vom Glauben an den schlimmen Inhalt des Talmud, an jüdische Ritualmorde und andere Wahnphantasien nicht ablässt. Ein Dritter weiß, dass mit Hochdruck für ein Ziel gearbeitet wird: “Vernichtung Deutschlands durch Zuwanderung und Islamisierung”.

 

Kampfansage an die Demokratie

Der Diskurs über Kopftuch und Minarett – als Symbole einer fundamental abgelehnten und als bedrohlich gebrandmarkten Kultur – wird in dieser Deutlichkeit in der Teilöffentlichkeit des Internets geführt. Aber seine Ausweitung ist längst im Gange. Die Gleichsetzung deutscher Bürger muslimischer Religion mit fanatisierten Terroristen hat Methode und wird mit dem Appell an das gesunde Volksempfinden, an das Rechthaben der Mehrheit inszeniert.

Der symbolische Diskurs über Minarette ist in Wirklichkeit eine Kampagne gegen Menschen, die als Mitglieder einer Gruppe diskriminiert werden, eine Kampfansage gegen Toleranz und Demokratie

datLama
datLama 4 years ago

Tja, da gibts Leute, die diese Schreitürme nicht wollen und ich will sie auch nicht.

Hierzulande werden Lärmgutachten über Glockentürme gemacht. Bei uns in der Stadt leutet jedenfalls keine Glocke mehr. Nur einmal im Jahr zum Weihnachtsgottesdienst. Das Glockengeläut ist einfach gesellschaftlich nicht mehr verträglich. Und nun sollen auch noch Minarette gebaut werden ! Hehe, ganz klares Nein.Ich will keine Installation des Islam in der deutschen Gesellschaft. 

Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich mag die Afghanen, sind teils doch recht spritzige Leute, besonders die junge Generation ist wissensdurstig. Wenn diese Leute unsere Hilfe wollen, dann sollen sie die bekommen und ich hab auch selbst gern angepackt. Der Glaube behindert aber das Vorankommen, es gibt immer wieder irgendwelche Empfindlichkeiten die einfach irrational sind. Aber das kennt man teils auch aus dem Katholizismus, der hierzulande, welch ein glück, nur noch moderat ausgeübt wird. Das wird dem Islam auch so gehen, wenn die Leute in der Schule bissel was gelernt haben und damit beschäftigt sind ihr Wissen anzuwenden statt sich vom Glauben immer wieder ablenken zu lassen.Die Religion darf gern moderat bedient werden, hat aber in der Gesellschaft nichts zu suchen und schon gar nicht in der Politik. Und das gilt für mich generell für jede Religion.  

p.s. Die ablehnende Haltung zu den Minaretten scheint repräsentativ für meine soziale Umgebung zu sein. Also Freunde, Verwandte und Geschäftspartner denken ähnlich. Ich bin nur froh das wir nicht mehr im dunklen Mittelalter voll mit Hexen und der Inquisition leben. Wir haben in Europa meiner Meinung nach die Geißel Religion schon überwunden. Der Islam hat das noch vor sich und es kann imo nicht schnell genug gehen. Erleben werd ich das nicht mehr. Das Mittelalter hat über 1000 Jahre gedauert. Wo wohl heute unsere Gesellschaft stünde, wenn wir diese schwere Zeit nicht gehabt hätten. Die Menscheit hat einfach zu viel Zeit an die Religion verschwendet. Es wird Zeit zum Aufwachen.

Deutsch68
Deutsch68 4 years ago

Ach Badjakhanjan, Dein neuestes Copy& Past von einer Islam-Propagandaseite hatte ich ja glatt übersehen.

An dem von Dir geposteten Beitrag sieht man sehr deutlich, dass manche Muslime sich schlicht weigern, sich aufgeschlossen mit geschichtlichen Fakten, auch denen, die im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Islam entstanden sind, auseinanderzusetzen und sich selbstkritisch zu reflektieren , obwohl die dafür erforderlichen intellektuellen Fähigkeiten durchaus vorhanden sind.

Es hat schon sehr viel zynische Komik, sich ausgerechnet als Muslim mit den Opfern des Antisemitismus gleichsetzen zu wollen, wo doch Muslime mit die historisch betrachtet die nachhaltigsten und unbelehrbarsten Judenhasser sind, die heutzutage auf Erden leben und die sich auch offen dazu bekennen (jedenfalls in islamisch geprägten Staaten, in denen via TV und anderen Medien gern Verschwörungstheorien zum Schaden der Muslime gehuldigt wird, nach denen Juden die Auslöser der Übel sein sollen).

Islamfeind Deutsch68 ?

Ich akzeptiere, dass Menschen das Bedürfnis nach Religion haben,nach einfachen Welterklärungen, wonach angeblich alles auf einen Gott zurückgeht.

Ich bin nicht bereit zu akzeptieren, dass aus dem Mittelalter überlieferte Wert- und Moralvorstellungen, zusammenphantasiert von einem nach politischer Macht und Einfluss strebenden Beduinen, anstelle des heutzutage hier praktizierten demokratischen Wertesystems gesetzt werden sollen.

Da genau das die Ambitionen des Islam sind, bin ich selbstverständlich gegen seine aus der Religion durchaus beabsichtigten Einflussnahme in allen möglichen gesellschaftlichen Bereichen, wofür immer mehr Moscheen und Minarette ein deutliches Symbol sind, ebenso wie das ganze Gewese z.B. um die Frage, was für muslimische Mädchen maßgeblich ist: Die homophoben Verhaltensvorgaben des Islam oder die Bestimmungen hierzulande geltender Schulgesetze (koedukativer Sportunterricht, Schwimmunterricht, Klassenreisen etc.).

 

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