“Wenige Tage vor Beginn des NSU-Prozesses hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Sensibilität im Umgang mit türkischstämmigen Migranten angemahnt. Es habe sich gezeigt, “wie schnell Irritationen auftreten”, sagte Merkel. “Wir tun alles, um solche Irritationen zu beseitigen”, sagte sie. Den Streit um die Entscheidung des Münchner Gerichts, das den NSU-Prozess verhandelt, türkischen Medien keinen garantierten Sitzplatz für das Verfahren zu geben, erwähnte die Kanzlerin nicht.


Merkel rief dazu auf, “immer wieder deutlich zu machen”, wie groß der Respekt vor den türkischstämmigen Menschen in Deutschland sei. Sie nahm am Mittwoch den Kybele-Preis entgegen, den ihr die Deutsch-Türkische Freundschaftsföderation (DTF) verliehen hatte. Außerdem sprach sie beim Festakt zum 60-jährigen Bestehen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF).”


Weiter auf www.zeit.de/politik/deutschland/2013-04/merkel-migranten-integration


Da möchte ich doch mal fragen: Was versteht Ihr unter einer gelungenen Integrationspolitik ? “Respekt” klingt immer gut – aber worum soll/muss es bei einer Integrationspolitik, die sowohl von Deutschstämmigen als auch von  Zugewanderten gleichermaßen getragen wird, noch alles gehen ?  


Was gehört für Euch zu einer hilfreichen integrationspolitik ?


Comments


Scully
Scully 5 years ago

Schon erschreckend, dass sich keiner hier traut etwas zu schreiben…......

Abgesehen von dem ganzen Rummel um NSU, bin ich der Meinung, dass wir Ausländer auf dem Arbeitsmarkt enorm benachteiligt werden. Bewerben sich 9 Ausländer und 3 Deutsche um die selbe Stelle, ist die Chance, dass ein Deutscher die Stelle bekommt gleich auf 99%. Ich finde, dass hier die EU noch viel tun muss um die Integration von Ausländern zu fördern. Wie die Frauenquote sollte es auch EU-weit eine Ausländerquote geben. Sonst werden die gut ausgebildeten Immigranten bald wieder zu Emigranten.

Deutsch68
Deutsch68 5 years ago

Danke, Scullyjan, wenigstens ein Beitrag. Vielleicht kommt allen das Thema ja schon zu den Ohren raus, und sie sind schlicht müde geworden, über Ideen zu diskutieren.

Meine Vision von einer Förderung der Integration wäre, dass die Regierung (nicht nur Bundesregierung), z.B. die für die Stadt Hamburg, also unser Senat, darauf achtet, dass Wohngebiete gut gemischt bewohnt werden. Nun besteht Hamburg aus lauter Sozialghettos – die man mit dem Instrument einer sog. “Fehlbelegungsabgabe” noch gefördert hat. Wenn sich größere Gruppen bilden können, prägen sie entsprechend das Bild und schaffen sich ihren eigenen Mikrokosmos. Dazu passt ein Untersuchungsergebnis, was kürzlich durch die Presse ging, dass Kinder aus Migrantenhaushalten heute mit noch weniger Deutschkenntnissen in die Schule starten als noch zehn Jahre vorher. HH-Steilshoop z.B. war noch relativ gut gemischt v o r der Einführung einer Fehlbelegungsabgabe, die Besserverdienende dazu zwang, für ihre Wohnung im Hochhausblock genauso viel Miete pro qm zu zahlen wie in ansehnlicheren Wohnungen in anderen Stadtgebieten. Als man gemerkt hatte, was das für eine Konsequenz zur Folge hatte und für bestimmte Regionen und Wohnungen dieses Instrument wieder abgeschafft hatte, war es schon zu spät.

Ich finde es auch ungünstig, die räumliche Unterbringung von Asylbewerbern/Zuwanderern in Lagern auf der grünen Wiese zu konzentrieren. Zur Anschluss- und Kontaktförderung wäre es doch sinnvoller, diese in den Wohngebieten zu verteilen und auch dort einer örtlichen Konzentration bestimmter Ethnien entgegenzuwirken.

Entweder die Politik will ernsthaft etwas fördern und regeln oder nicht. Es scheint mir nach wie vor eher, als ob nicht.

Deine Idee, Scullyjan, mit einer Quote zur Förderung der beruflichen Integration, finde ich gut – unter der Voraussetzung, dass sie dann angewendet wird, wenn die Bewerber von vergleichbarer fachlicher und persönlicher Eignung sind und es grundsätzlich um eine Bestenauslese gehen soll.

Ich habe aktuelle gerade eine Personalauswahlverfahren durchzuführen. 1 Stelle, 35 Bewerbungen, aber nur ein Fünftel der Bewerber sind Migranten türkisch, bosnisch, portugiesisch und spanisch. Die am besten qualifiziertesten unter diesen sind portugiesischer spanischer und bosnischer Herkunft und alle weiblich. Wären zwei Quoten mit einer Klappe ;-)

Phenomena
Phenomena 5 years ago

D68,

ehrlich gesagt, das Thema nervt mich. Ich kann mit diesen Labels ‘Migrant & Migrationshintergrund, Mutationshintegrund etc.’ nicht viel anfangen. Jeder, ob Wurzeldeutscher oder Migrant, der seinen Lebensunterhalt auf legalem Weg sichert und sich an die Gesetze der BRD hält, ist integriert. Wir wollen doch keine Assimilation!? Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Nur so viel:
Integration ist nicht nur Aufgabe der Politik oder Migranten, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es gibt die überregionale Ebene, die sicherlich Merkel und andere führende überregionale Politiker massgeblich bestimmen. Dann gibt es noch die kommunale Ebene, die unmittelbaren Einfluss auf das Leben der Migranten hat.Hinzu kommen die Medien, Meinungsführer, Künstler, Arbeitgeber, Kirche etc., die eine sehr wichtige Rolle spielen.

Zu Merkel:
Ich finde Merkel macht es wesentlich besser als die SPD und Grünen, weil sie brisante politische Themen nicht populistisch missbraucht hat und zudem nicht gleich in Aktionismus verfällt. In der Sarrazin Debatte hat Merkel meiner meinung nach die richtige und eindeutige Position bezogen, weil sie sich der Wirkung ihrer Position auf die Migranten bewusst war. Altkanzler Schmidt, Klaus von Donani und viele andere SPD Politiker haben Sarrazin verteidigt. Sarazin hat auf Kosten der Migranten und der MAsse der deutschen Schafe seine Millionen gemacht und lässt sich wahrscheinlich in seiner neuen Villa in der Toscana von seiner Frau die Eier mit selbstangebautem Olivenöl kraulen.Seit Sarazin ist das Wort Migrant schon fast ein Synonym für Hartz4, Minderwertiges, bildungsferne Belastung etc.

Außerdem war es Wulf, der eine türkischstämmige Frau in sein Kabinett geholt hat und in einer seiner kontrovers diskutiertesten Rede gesagt hat, der Islam gehört zu Deutschland. Dazu gehört Rückgrad!!
Die Grünen und SPD haben meiner Meinung nach auf der ganzen Linie versagt. Denen geht es nur um ‘schnelle’ Stimmen auf Kosten der gut integrierten M. Deshalb mein Rat: wählt bei den nächsten BTwahlen FDP bzw. Merkel.

Problematisch ist in Deutschland, dass die ausländschen Gruppen so gut wie gar keine politische Lobby haben. In Großbritanien sieht es ganz anders aus.

Man könnte zu diesem Thema viel schreiben.

Nur noch ein Gedanke:
Was ich mich immer frage, ist, was wohl passieren würde, wenn sich so etwas wie 09/11 in Deutschland ereignen würde. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich auswandern müsste. So souverän und klug wie die Amis damit umgehen, wird es es in Deutschland nicht gehen. Bin nämlich überzeugt, dass zuerst Politiker harte Maßnahmen gegen Moslems fordern und viele Moscheen brennen werden.

Deutsch68
Deutsch68 5 years ago

Assimilation = Angleichung eines Einzelnen oder einer Gruppe an die Eigenart einer anderen Gruppe, eines anderen Volkes

Afghanen z.B., die ich kenne, sprechen überwiegend fließendes Deutsch, sie laufen nicht tagtäglich in afghanischen, landestypischen Trachten herum, ihre Kinder werden in Kindergärten geschickt, treiben vorzugsweise Sport in Vereinen, die Eltern nehmen an Elternabenden der Schule teil und mögen auch deutsches Essen, z.B. Rinderbraten und -Rouladen mit Rotkohl, Soße & Kartoffeln, schon als willkommene Abwechslung zur afghanischen Küche. Niemand hierzulande verlangt, dass ein Migrant seine kulturellen Wurzeln aufgeben und nur noch deutsch sprechen/essen/leben soll. Dennoch ist eine gewisse Anpassungsbereitschaft an die hier bestehenden Rahmenbedingungen zum Leben m.E. einer Integration (Eingliederung in die Gesellschaft) sehr förderlich. Und offensichtlich sehen es die in der oben beschriebenen Weise lebenden Afghanen ähnlich. Deswegen kann man ja trotzdem auch seine kulturellen Wurzeln pflegen.

Wieso bestehen Migranten eigentlich so gern auf eine Differenzierung zwischen Integration und Assimilation? Sind die Übergänge da nicht eh fließend und zumindest Assimilation nirgends seitens der bundesdeutschen Politik verlangt ? Im Gegenteil besteht doch eher die Tendenz, sich fast zu entschuldigen, dass man deutsche Sprachkenntnisse für ein Leben hierzulande für ganz nützlich hält und appelliert an die Lernbereitschaft. Ich finde, Appelle sind für die meisten viel zu wenig!

Sarrazin ist nicht für die seit Jahrzehnten versäumte Integrationspolitik verantwortlich. Er hat in seinem Buch aber sehr wohl auf die Konsequenzen der Versäumnisse aufgezeigt. Es gibt Migranten, die sich hierzulande aus eigenem Antrieb schwierig bis gar nicht integrieren und die Verantwortung dafür niemals bei sich selbst suchen. Dazu hat Sarrazin deutliche Worte geschrieben, die faktisch auch zutreffend sind. Übrigens auch zu Wurzeldeutschen, die sich vom Sozialsystem versorgen lassen. Weil es ihm hauptsächlich um grundsätzliche Systemkritik ging. Sein Buch hätte niemals so einen Zuspruch in der Bevölkerung gefunden, wenn sich vorher die Politik in diesem Thema mit deutlichen Worten positioniert und die Bevölkerung das Gefühl vermittelt bekommen hätte, man kümmert sich (nicht nur um die eigene Diätenerhöhung & Lobbyvertreter).

Es war die CDU unter Kohl, die immer wieder gesagt hat, Deutschland sei kein Einwanderungsland.

Ausländische Gruppen haben keine politische Lobby ? Ja und wer hätte es da in der Hand, sich zu formieren? So weit ich weiß, sind Türken da auch schon aktiv, nicht nur in religionspolitischer Richtung (Zentralrat der Muslime), sondern auch zur Förderung ihrer wirtschaftlichen Standkraft in Deutschland.

Scully
Scully 5 years ago

D68 Jan,

Genau, da liegt das Problem. Die Politik, die Regierungen, die Kommunen, etc begehen Fehler auf höchste Ebene, ohne auf die Konsequenzen zu achten, Jahre später bilden sich Parallelgesellschaften, die ihre eigene Gesetze kennen, die nicht mehr zu kontrollieren sind. Schon haben wir eine Stadt wie Hamburg voll mit Ghettos. Und an diesem Punkt muss man schon IronMan und Superman in einer Person finden um die Probleme zu lösen. Eine undankbare Aufgabe, vor der sich dann jeder zu verstecken versucht.
Und wie Pheno schon deutlich gesagt hat, Integration ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Nicht nur wir Ausländer sind dazu aufgefordert, sondern das ganze Land muss seinen Beitrag dazu tragen um eine gut-funktionierende multikulturelle Gesellschaft zu schaffen.

Phenomena
Phenomena 5 years ago

Scully, phänomen ghetto kenne ich aus persönlicher erfahrung, da ich in so einem aufgewachsen bin. war interessant, damals zu beobachten, wie nach und nach die ‘erleuchteten’ familien dort ausgezogen sind. im rückblick kann ich mir gar nicht vorstellen, dass ich mal dort gelebt habe bzw. alles gut gegangen ist. heute sehe ich es mit einer gewissen romantik und auch etwas schmunzeln, aber ein kind dort aufwachsen lassen, ist schon ein schmaler grad.

was die standtentwicklungspolitik angeht, würde ich auf kommunaler Ebene eher SPD und Grüne wählen. In den meisten Kommunen haben sie entgegen massiven widerstand aus den reihen der besser situierten bürger sozialwohnungen mitten in einfamilienhäuser siedlungen gebaut und somit die ‘last’ auf alle gleichmäßig verteilt. man hat leider viel zu spät begriffen, dass die ghettoisierung für die integration sehr kontraproduktiv ist. meistens sind die kinder dann im gleichen kindergarten und grundschule wieder zusammen.

nun stehen die ghettos dort, was soll man mit denen machen? abreißen traut sich niemand bzw. kann sich keine kommune bei klammen kassen leisten.

scully, eine multikulturelle gesellschaft ist meiner meinung nach in d nicht gewollt – insbesondere von der elite des landes. zudem ist deutschland nicht gerade dafür bekannt, ein offenes und tolerantes land zu sein. ‘was der bauer nicht kennt, dat frisst er nicht’ beschreibt die deutschen sehr treffend. am liebsten hätten alle kleine rösler, die sich zwar äußerlich unterscheiden, aber nicht dem islam oder jundentum angehören. kein halal oder koscher essen mögen, und ansonsten gartenzwerge sammeln und schweinshaxe essen.

Phenomena
Phenomena 5 years ago

und noch was: sie sollen in der badewanne kein lamm schlachten.

Phenomena
Phenomena 5 years ago

d68, stimmt, der dicke kohl hat integration verhindert. war aber auch eine ganz andere zeit.

versteh nicht, warum du über sarazin und seine menschenverachtenden und rassistischen thesen ansatzweise etwas positives sagen kannst. du bist doch eine kluge und integere frau. sarrazins macht doch nichts anderes als mit der latent vorhandenen überlegenheit der deutschen rasse gegenüber anderen zu spielen. der schaden, der durch seine bücher entstanden ist, lässt sich nicht quantifizieren, aber ich kann aus erfahrung sagen, dass er viele moslems in die arme von extremisten getrieben hat und integrationswilligen das integrieren schwer gemacht hat.

sarran zu verteigen, erinnert mich an das statement einiger deutschen und österreicher über hitler: ‘unter hitler war nicht alles schlecht’, auch wenn er zig milliionen in den tod getrieben hat und über 5 mio. juden systematisch vernichtet hat.

fakt ist auch nun mal, dass deutschland auf dem rechten auge blind ist. sarrazin und ein die nsu morde sind dafür für mich ein klarer beleg.

Deutsch68
Deutsch68 5 years ago

Phenomenajan,

Du kannst es Dir bzgl. Sarrazin einfach machen, denn Du hast ja bisher darauf verzichtet, sein Buch “Deutschland schafft sich ab” (von diesem spreche ich) überhaupt zu lesen. Dann würdest Du es vielleicht differenzierter sehen. Er sagt überhaupt nichts von der “Überlegenheit der deutschen Rasse”, ganz im Gegenteil weist er eher darauf hin, dass nicht mehr allzuviel “Dichter- und Forscherpotenzial” unter Wurzeldeutschen besteht, weil dies den Aufstieg schon geschafft hat, udn es insgesamt wenig wahrscheinlich ist, dass aus einer Verpaarung von minderer Intelligenz mit minderer Intelligenz die kommenden naturwissenschaftliche Forschergeneration heranwächst und – und jetzt kommts – dass man diese Lücke nicht dadurch schließt, wenn eine Einwanderung nach Deutschland vor allem deshalb attraktiv scheint, weil alle hier Angelandeten erstmal das (fast) rundumsorglos-Paket einer Versorgung mit Dach überm Kopf, Kleidung, Essen und Taschengeld erhalten, ohne dass dafür eine halbwegs adäquate Gegenleistung verlangt wird.
Aber auf der anderen Seitemacht man es ausgebildeten, gut qualifizierten Migrationswilligen (Ingenieure etc.)schwer , weil man ihre Abschlüsse/Qualifikation nur im Ausnahmefall anerkennt und es insofern überhaupt keine Steuerung entsprechend des objektiv gegebenen Bedarfs an Arbeitskräften gibt. Sarrazin sagt, dass sich der Staat das auf Dauer nicht weiter wird leisten können. Diese These kann man teilen oder nicht – aber worin liegt da “Rassismus” oder eine Betonung einer vermeintlichen “Überlegenheit der deutschen Rasse” ? Wieso phantasierst Du so etwas Haltloses zusammen?
In seiner Zeit als Finanzsenator in Berlin hat Sarrazin z.B. gesagt, dass sich Hilfeempfänger (HARTZ IV-bezug) im Winter doch lieber einen zweiten Pullover überziehen sollen als die Heizung bis zum Anschlag aufzudrehen. Nun, Familien, die ihre Wohnkosten noch vom selbst erarbeiteten Lebensunterhalt bestreiten und dabei scharf rechnen müssen, haben kein Interesse an einer hohen Betriebs- und Heizkostennachzahlung für ihre Mietwohnung und kommen daher von ganz allein auf solche Ideen. Aber Sarrazin wird für die Anregung geschmäht (“Haut auf unsere Schwächsten drauf”), weil er als Finanzsenator weiß, dass bei HARTZIV-/Grundsicherungsbezug derlei Nachzahlungen vom Amt übernommen werden und man keine Einsparpotenziale ungenutzt lassen sollte. Das kann man menschenverachtend finden, natürlich. Kann ich auch nachvollziehen, weil der Fokus einseitig auf ohnehin sozial Schwache gelegt wird und ich z.B. mindestens genauso notwendig fände, wenn Korruption im Fußball (Bundesliga) oder Steuerhinterziehungen a la Hoeneß ein präventiver Riegel vorgeschoben würde und sich alle mal dafür ernsthaft einsetzen.

Muslime , die sich in die Arme von Extremisten treiben lassen, lassen sich m.E. von vornherein gern von anderen manipulieren, weil sie sich gern emotional und weniger durch Nachdenken, eigenes Informieren/sich bilden und kritisches Reflektieren mehrerer verfügbarer Betrachtungsweisen sowie mangelnder Bereitschaft zur Übernahme von Eigenverantwortung für ihr Leben (“schuld an allem was in meinem Leben schief läuft, sind immer und nur andere”) in ihren Entscheidungen leiten lassen. Wer wäre denn sonst so asozial und bescheuert, sich als Selbstmordbomber zur Verfügung zu stellen?! Und es ist sehr bequem zu sagen, Sarrazin ist schuld, dass ich geworden bin, wie ich geworden bin :-P

Ich bezweifel auch sehr, dass eine noch so kuschelige und respektvolle Integrationspolitik mit Quotenanteile für Ausbildungs- und Arbeitsplätzen einen solchen Typus abschaffen bzw. ganz verhindern kann. Weil auch diese sich nicht nur nach individuellen Wünschen der Migranten ausrichten kann, sondern auch staatliche und politische Interessen berücksichtigen wird. Es geht immer um Kompromisse und demzufolge auch um die individuelle Anforderung, dies für sich schließen zu können, sozusagen als konstruktive Fähigkeit, mit eigenen Frustrationen umgehen zu können.

Gleichwohl bleibt viel zu tun (weiterhin Aufarbeitung der Versäumnisse in der bisherigen Integrationspolitik und neue Ausrichtung) – ich gebe Dir recht; ich sehe Deutschland auch auf dem rechten Auge blind. Eine bessere Integrationspolitik könnte in diesem Punkt vielleicht auch eine gute Wirkung zum kritischeren Hinsehen und Verfolgen haben.

Phenomena
Phenomena 5 years ago

D68, ich lese keine bücher von einem rassisten und volksverhetzer, der fakten leugnet und die masse manipuliert. Er hat durch zahlreiche Aussagen bewiesen, dass Menschlichkeit und Respekt für ihn keine Bedeutung haben und er die weiße nordeuropische Rasse für die überlegenste auf dieser Erde hält. es gibt nichts perfideres als auf kosten der schwachen mit rassistischen thesen geld zu machen. frag dich nur mal, was mit den ganzen deutschen büros passieren würde, wenn es morgen keine türkischen putzfrauen mehr geben würde. deutschland würde in seinem dreck ersticken. ohne die gastarbeiter aus der türkei und südeurop. ländern hätte deutschland nicht den industriellen boom gehabt. warum würdigt man nicht den beitrag dieser menschen und treibt immer wieder die migrationssau durchs dorf, wenn es einem politiker mal wieder pässlich ist?

Ohne näher auf sarrazin einzugehen, hier einige Zitate von ihm:

“Stellen Sie sich vor, dies sei ein Gestüt mit Lipizzanerpferden oder sonst irgendetwas, und irgendwie will es der Zufall, dass dort in jeder Generation einmal ein belgischer Ackergaul eingekreuzt wird”, erklärte Sarrazin seinen Zuhörern in Döbeln, einer sächsischen Stadt unweit von Chemnitz. “Völlig klar, die genetisch bedingte Fähigkeit zum Laufen sinkt, gleichzeitig steigt die genetisch bedingte Fähigkeit, eine Karre durch den Lehm zu ziehen. Aber das ist dann eine andere Eigenschaft. Und genauso ist es auch beim Menschen.”

“Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von Hartz-IV-Empfängern das Untergewicht.”

“Eine große Zahl an Arabern und Türken (..) hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel, und es wird sich auch vermutlich keine Perspektive entwickeln.”

“Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch höhere Geburtenrate. Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung:”

“Für Italien zeigt die jahrzehntelange Erfahrung, dass vorausplanendes Nachdenken und rationale Argumentation nicht wesentliche Triebfedern dieser Gesellschaft (…) sind.”

„Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.“
Deutsch68
Deutsch68 5 years ago

Und was stört Dich konkret an den einzelnen Zitaten ? Sie beinhalten doch alle Fakten.
Im Übrigen bekommt man genau das von nicht wenigen Türken zu hören, was Du von Sarrazin zitiert hast, nämlich dass sie den “Wurzeldeutschen allein aufgrund höhere Gebärfreudigkeit nach ein paar Generationen weiter bald zahlenmäßig übrlegen sein werden.

Wer ist aus der Türkei durch den Industrieboom, der im Übrigen erst mal vollkommen ohne die Türken entstanden ist, damals als sog. Gastarbeiter gekommen? Doch nicht die intellektuelle Bildungsbürgerelite der Türkei – die hatten ja schließlich schon ein gutes Leben in ihrer Heimat. Und auch Vererbung – es ist nunmal so – entscheidet zu einem nicht unerheblichen Anteil, wieviel intellektuelles Potenzial einem Menschen grundsätzlich gegeben ist. Wo nihct viel drin ist, kann auch nicht viel herausgeholt werden. Sarrazin bestreitet doch nirgendwo, dass es in einem nicht unerheblichen Ausmaß auch minderintelligente Deutsche gibt. Und sagt auch nicht, dass Wurzeldeutsche die allergrößten und -besten sind. Das sagt er bzgl. der vorhandenen Intelligenz eher von osteuropäischen Juden.

Ehrlich gesagt bin ich auch nicht bereit, jemanden als mir gleichwertig zu sehen, der sich so verhält wie Sarrazin es beschreibt. Und auch diese gibt es – so wie es verschiedene Arten einer Djihadführung in moderner Zeit gibt. Eine gesetzlich zulässige Form ist eben nicht arbeiten gehen für seinen Lebensunterhalt und möglichst viele Kinder bekommen, weil nur bei HARTZ-IV-Empfängern das gesamte verfügbare Familieneinkommen mit zunehmender KInderanzahl steigt, während sich jemand mit einem begrenzten Arbeitseinkommen schon überlegen muss, ob es bei fünf Kindern noch genauso langt wie bei einem. Vom Kindergeld allein kannst Du ein Kind bis zum 18. Lebensjahr nämlich nicht großziehen.

Wie schafft man es, Misstände zu beseitigen ? Doch erstmal, in dem man hinguckt, sich einen Eindruck verschafft und diesen benennt. Missstände/Probleme werden doch nicht dadurch gelöst, dass man sagt, ja aber dafür kenne ich drei Türkinnen ohne Kopftuch, die ihr Geld als Reinigungskraft verdienen und außerdem kaufe ich mein Lammfleisch am liebsten frisch beim Türken um die Ecke – schön, dass es ihn gibt!

Anerkennung für geleistete Arbeit gab und gibt es üblicherweise in Form einer Entlohnung – was nicht zuletzt auch primäres Interesse der Wertschätzungsbedürftigen war und ist, wenn sie ihre Arbeitskraft einsetzen.
Meiner Meinung nach müssen Migranten auch nicht für ihre Entscheidung, in Deutschland zu elben, besonders gelobt werden. Besonderes Lob verdient sich m.E. jemand, der es in der Fremde schafft, sich mit seinen Leistungen und seinem persönlichen Einsatz hier auf eigene Füße zu stellen, erst recht, wenn es ihm dazu nicht individuell kuschelig gemacht wurde. Solche gibt es auch, und nicht wenige. Sarrazin weiß das auch, aber genau die machen ja gerade auch keine gesellschaftlichen Probleme, die man lösen müsste.

bubi
bubi 5 years ago

tfffffffffffffuu !!!
deine aussage über frauen die kopftuch tragen , ihre religion respektieren und es ihnen eben nicht wie dir am arsch vorbei geht.
sag mal redest du auch über nonnen so oder ist deine abweisende art nur gegenüber türken…etc. ??
nichts gegen dich persönlich, aber denkst du nicht dass du “ein bisschen” rassistisch klingst? mich wundert es! obwohl du einen afghanen als mann hast :O

Deutsch68
Deutsch68 5 years ago

Bubijan, mag sein, dass mein Standpunkt für Dich rassistisch klingt. Ich bedaure, dass Du meine Argumentation so wahrnimmst, aber das ist eher Deine Entscheidung, meine Beiträge in diesem Topic so (=rassistisch) wahrnehmen zu wollen und weniger mein argumentativer Inhalt. Muslimsein ist schon mal nicht an eine bestimmte Rasse gebunden. Menschen aller Rassen können von sich sagen, sie seien muslimisch. Insofern ist es sachlich falsch, jemanden als Rassisten zu bezeichnen, dem ein überzogenes oder ganz konkret gewaltbereites Ausleben des Islam nicht gefällt. Ich kann auch diesen Pierre Vogel überhaupt nicht leiden – ein Landsmann von mir, aber ein Urheber besonders gefährlicher Gehirnwäscheaktionen für irgendwie frustrierte Jugendliche.

Zurück zur Integrationspolitik: Ich finde es z.B. auch den falschen Ansatz, ein gesondertes Fach “Islamunterricht” an staatlichen Schulen hierzulande einzuführen und zu meinen, damit sei eine Erleichterung der Integration erreicht. Es hieß bisher Religionsunterricht – und aus diesem Religionsunterricht soll nun nochmal ein gesondertes Fach “Islamunterricht” stattfinden. Religionsunterricht an staatlichen Schulen war noch nie dazu gedacht, eine bestimmte Glaubensrichtung bei den Schülern besonders zu fördern, sondern diesen den wesentlichen Inhalt zu vermitteln (Entstehung, Ursprung, Entwicklung, typische Rituale usw.).

Wenn Schule etwas zur Integration beitragen soll, dann müsste man in weiterführenden Schulen eher Ethikunterricht & Gesellschaftskunde stärken und allgemeinverbindlich machen. Ganztagsgrundschulen ausweiten mit einem viel höheren Anteil an Sprachförderung unter Beachtung des Einflusses der heutzutage verfügbaren Medien, ob deutsch oder fremdsprachige Herkunft, das können alle gebrauchen. Ich sehe es an meinen Kindern & vielen ihrer Mitschüler. Meines Erachtens viel zu früh wird der Unterrichtsfokus darauf gelegt, für eine Präsentation/Vortrag/Referat Themen zu suchen und Informationsquellen zu finden, bevor man drei Sätze rechtschreibsicher zu Papier bringen kann. Ständig werden neue didaktische Ansätze ausprobiert und ein paar Jahre später wieder verworfen, und mit keinem erreicht man auf Anhieb alle individuellen Schülerinnen und Schüler gleichermaßen.

Sportunterricht mit einem hohen Anteil an Mannschaftssportarten zur Förderung und Training des Teamgedankens müsste auch viel mehr ausgedehnt werden.

Und: Die Rekrutierung zur Gewinnung von pädagogisch und didaktisch geeignetem Lehrerpersonal müsste entsprechend ausgerichtet sein.

Meine “abweisende Art”, liebe Bubijan, bezieht sich auf Menschen, die darauf bestehen, ich als Deutsche hätte ihnen gegenüber eine quasi grenzenlose Bringschuld und Pflicht zur Rücksichtnahme auf ihre besonderen kulturellen Befindlichkeiten, die aber ins tiefe Schweigen und Beleidigtsein verfallen, wenn man nach ihrer (Bereitschaft zur) Gegenleistung fragt, um sich hier ein gesellschaftsverträgliches Leben aufzubauen. Dabei ist mir vollkommen wurscht, aus welcher Ecke der Welt diese nach Deutschland gekommen sind. Ein Türke mit der oben genannten Attitüde gefällt mir genauso wenig wie ein Spanier, Pole, Lette, Nigerianer, Thailänder etc.

Scully
Scully 5 years ago

@ Pheno,

Wer in der Deutschen Politik die Integration fördert und wer entgegen wirkt, kann ich leider nicht sagen, da ich seit Jahren im benachbarten Land wohne und ich mich nicht in diesen Sachverhalt vertieft habe. Jedoch bin ich der selben Meinung wie Du, was die Ablehnung einer multikulturellen Gesellschaft angeht. Deutschland wird nie wie die USA oder Großbritannien sein oder werden. Deutschland war und ist nicht in der Lage andere Kulturen zu gedulden geschweige als gleichwertig an zu sehen. Auch ich bin mir 100% sicher, dass ein 9/11 in Deutschland viel anders aussehen wird als in der USA. Hier werden wieder die Toren der KZ’s geöffnet und alle Moscheen werden niedergebrannt. Siehe nur die NSU-Morde. Ein weiterer Beweis, dass selbst 60 Jahren Gast-arbeit umsonst waren…....

@ D68,

Auch ich habe das Buch von Hr. Sarrazin nicht gelesen, was ich aber dennoch einen Widerspruch an diesem Herren finde, ist die Tatsache, dass er sich einerseits über die Faulheit der Immigranten ärgert, andererseits aber die Gemüseläden kritisiert. Dabei vergisst er, dass diese Menschen auf diesem Weg endlich einen Ausweg aus dem H4 und die Abhängigkeit vom Staat suchen und finden. Diese Menschen werden von der Deutschen Gesellschaft als Bürger 3ten Grades akzeptiert, ihre Abschlüsse werden ignoriert und ihre Sprachkenntnisse nicht gefördert, eher verarscht, etc. In solchen Situationen bleiben die Gemüseläden oder Taxis nur noch ein Ausweg aus der Hölle. Was erwartet Hr. Sarrazin von uns noch?
Und wenn wir eine Ausbildung haben, dann das : http://www.spiegel.de/sch…

Deutsch68
Deutsch68 5 years ago

LIebe Scullyjan,

Sarrazin ärgert sich weniger über einen von Migranten betriebenen Gemüseladen, dessen wirtschaftliche Existenz durch eine Vielzahl schon bestehender Konkurrenten gefährdet ist als über das deutsche System und darin seines Erachtens nicht vorhandene Steuerungs- und Regulierungsansätze, damit eben nicht der einzig mögliche Ausweg für etliche Migranten bleibt, einen Gemüseladen zu eröffnen.

Wie Du schon sagst – Anerkennung von Bildungsabschlüssen etc.

Zu Euren Befürchtungen: Da würde ich einen Unterschied sehen zwischen Stadt- und Landbevölkerung, West und Ost. Ich sehe nicht, dass es eine einheitlich deutsche Ansicht gibt, die Eure Befürchtung repräsentiert. Abgesehen davon ist USA von vornherein in der Einstellung zur Zuwanderung deshalb anders aufgestellt, weil die Gründung des Staates auf Einwanderung aus verschiedenen Ländern Europas beruht. Davon abgesehen haben sie es historisch und auch geographisch bedingt leichter, diese zielgerichtet nach eigenen Interessen zu steuern, wer überhaupt einreisen darf. In D sind Türken negativ belegt, in den USA Mexikaner. Ansonsten ist dort auch nicht alles rosig. Muslime hatten unmittelbar in ihrer Nachbarschaft nach den Ereignissen des 11.09. ganz schön zu leiden, wie die Verwandten meines Mannes berichtet haben, vom Boykott ihrer Geschäfte bis zu offenen Anfeindungen und Verdächtigungen. Habt Ihr vergessen, dass es in den USA eine gewalttätig agierende rassistische Vereinigung namens Ku-Klux-Clan gibt?

Ich kann mir vorstellen, die jüngere Geschichte Deutschlands verleitet offenbar dazu, anzunehmen, dass nur in D die allerschlimmsten Rassisten der ganzen Welt konzentriert zuhause sind, weil eine deutsche Abstammung Rassismus quasi vererbt. Es gibt leider Neonazi-Bewegungen wie NSU, es gibt Parteien wie DVU und NPD, es gibt auch die Politik, die sich mit Verbotsverfahren gegen diese bedauerlicherweise schwer tut.

Aber wenn man gewaltbereiten Muslimen hierzulande ungünstige Lebensstartbedingungen von schlechter Kindheit bis fehlender Zukunftsperspektive zugute hält, dann müsste man vergleichbares auch für Typen wie Beate Zschäpe anführen. Trotzdem bleibt menschenverachtende Gewalt, was sie ist, und dagegen muss man sich immer wieder Mittel und Wege überlegen, um möglichst präventiv dagegen vorgehen zu können.

Menschen werden immer über andere Klischees bilden und Vorurteile haben. Schon aus der psychologischen Erfordernis, die Komplexität der Umwelt für sich handhabbar zu machen und für sich Einordnungen vornehmen zu können. Zum Beispiel: Reiche Geschäftsleute sind skrupellos, Politiker korrupt, Huren sozial minderwertig, HARTZ IV-Empfänger selber schuld und Unbekanntes generell evtl. bedrohlich und gefährlich usw.

Wichtig ist, sich das bewusst zu machen und zu einer Differenzierung in der Lage zu bleiben. Wer mit Familien nichtdeutscher Herkunft näher bekannt oder befreundet ist, wird weniger deren Kultur als die Menschen selbst in ihrer Individualität wahrnehmen. Aber auch dann können sich manche Klischees nicht etwa in die Haltlosigkeit auflösen, sondern bestätigt werden. Schlimm wird es dann, wenn man den anderen das zum Vorwurf macht, ohne sich zu prüfen, wie vielen Klischess man selbst entspricht, die einem zum Vorwurf gemacht werden können.

Ich behaupte, jede/r trägt rassistisch anmutende Klischees mit sich herum, ich auch – dennoch bin ich immer bereit, mir mein direktes Gegenüber zunächst als Mensch mal näher anzusehen.

Das in jedem Klischees innewohnen, sollte man sich allgemein bewusst machen, abschaffen wird illusorisch sein, aber gesellschaftsverträglich im Zaum halten ist m.E. Pflicht. Nur hat leider die “political correctness” scheinbar eher das Gegenteil von dem bewirkt, was wohl mal die Absicht war. Es hilft auch keinem, einen anderen als Rassist zu bezeichnen, wenn das Hauptinteresse dabei ist, von seinen eigenen gleichartigen Einstellungen damit abzulenken; die man nur deshalb prima verstecken kann, weil man immer jemanden findet, der etwas noch intensiver vertritt als man selbst. Man sollte vielmehr vorhandene Ängste auch aufgreifen und benennen, aber damit nicht polarisieren und gegeneinander aufhetzen. Und da setzen zuerst amtierende Politiker, Unternehmer & Arbeitgeber den Rahmen. Ein Buch wie von Sarrazin wirkt evtl. verstärkend, aber nicht ursächlich, wenn er eine bereits entstandene Problemsituation beschreibt.

Phenomena
Phenomena 5 years ago

D68, wie erpicht du darauf bist, mit scheinargumenten sarrzins platte thesen zu rechtfertigen, wundert mich schon a bissel. sollen nach deiner auffassung nur noch high potentials in büros und labore arbeiten, um für deutschland nobelpreise zu gewinnen. ist der komplex gegenüber den amerikanern mittlerweile so groß?

ja, bei deutschland muss man besonders wachsam sein, wenn es um Rassismus geht. niemals dürfen wir vergessen, dass über 5 mio. juden systematisch vernichtet wurden und ordentlich darüber buchgeführt wurde, wie in einer fabrik. so etwas gab es in dieser form bisher nicht in der menschheitsgeschichte. in deutschland haben asylantenheime gebrannt und die menschen haben beifall geklatscht. nsu terroristen morden über ein jahrzehnt und werden nicht gefasst, weil die opfer migranten sind. nur weil sie sich bei einem banküberfall dämlich verhalten haben, hat man sie gefasst.

da fällt mir ein lustiger spruch ein: deutsche morden nicht, es sei denn, ein österreicher befiehlt es ihnen.

frag mich, was dein mann zu deinen ansichten sagt. ist er afghane?

Phenomena
Phenomena 5 years ago

ich korrigiere: man hat die nsu terroristen nicht gefasst. sie haben sich selbst getötet und die frau hat sich der polizei gestellt.

Deutsch68
Deutsch68 5 years ago

Pheno, ich teile durchaus Deine Auffassung, dass man in Deutschland aufgrund der jüngeren deutschen Geschichte besonders wachsam sein sollte bzgl. irgendwie rassistisch motivierter Gewalt. Das wäre ein Teil einer vernünftigen Integrationspolitik, aber eben nicht der einzige Aspekt. Dazu gehört auch, sich noch mehr zu überlegen zum einen für alle, die schon hier sind und zum anderen auch, wieviele welcher Qualifikation man unter welchen Voraussetzungen den Zuzug nach Deutschland ermöglichen möchte. Meiner Meinung nach kann es nicht sein, dass D aufgrund seiner jüngeren Geschichte alle aufnehmen m u s s, die nach D wollen. Afghanische Importbräute müssen neuerdings schließlich auch ausreichende Deutschkenntnisse in der deutschen Botschaft in Afg nachweisen, bevor ihr Bräutigam sie nach D holen kann. Das ist doch schon mal ein guter Anfang.

Es geht nicht darum, dass D nur zukünftige Nobelpreisträger bei sich haben will. Sondern Menschen, die willens und intellektuell in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt durch Erwerbseinkommen zu erzielen. Dafür gilt heutzutage, wenn man nicht im Billiglohnsektor landen will, je besser qualifiziert, desto besser die Chancen auf vernünftig bezahlte Arbeit.

Und auch da müsste man Qualifikationsnachweise v o r Einreise prüfen. Leider sah man man sich in D bislang eben nicht dazu in der Lage, abweichend von deutschen Ausbildungs- und Studiengängen anderweitige Qualifizierungen als gleichwertig anzuerkennen. Und nun fehlen Fachleute in Ingenieur- und Handwerksberufen.

Ich bin nicht erpicht darauf Sarrazins Thesen zu verteidigen, sondern Dir/Euch verständlich zu machen, was ich an diesen nachvollziehen kann. Gerade weil Ihr sein Buch erklärtermaßen nicht gelesen sondern offenbar aufgenommen habt, was große Teile der Medien Euch als Wertung vorgegeben haben.

Was soll mein Mann zu meinen Ansichten sagen – er findet, ich habe ein Recht auf meine Sicht der Dinge, die er in Teilen sehr gut verstehen kann.
Afghanistan ist nun ein demokratisches Land mit einer rechtsstaatlichen Verfassung. Wenn ich als Deutscher dort einwandere des guten Klimas oder sonstwas wegen, die Sprache dann dort nicht lernen will, Schweinefleischverkaufsstellen fordere und verlange, dass ich sonntags nicht arbeiten muss, weil das ein kirchlicher Feiertag ist, auf einem Recht auf nackt baden am See bestehe, die einheimischen Afghanen höhnisch als “Reisfresser” bezeichne- wie beliebt und glaubwürdig werde ich damit dann dort wohl in meiner Integrationsbereitschaft sein?

Taregh
Taregh 5 years ago

Salam,

Wer in dieser Gesellschaft mit dieser Gesellschaft für diese Gesellschaft kämpft, kämpft für sich selbst und vor allem für die Zukunft seiner Kinder.Je mehr man sich von der Mehrheit einer Gesellschaft und den Normen , Werte und Ideale dieser Mehrheit entfernt, entfernt man sich umso mehr vom eigenen Seelenfrieden.
schatz ich hab solche lust dich zu küssen..
Assimiliert euch , den ein Mensch mit universellen Werte wie die der Humanisten wird sich kein Millimeter von seinen persönlichen Werte und Normen entfernen müssen, auch dann nicht wenn er sich  erhobenen Hauptes  durch die Assimilation bereichert hat.



kh

Diwa
Diwa 5 years ago

Salaam Taregh Agha,

du wurdest wohl mal wieder von Langeweile geplagt…?

Ist dir überhaupt klar, was du da sagst? Du forderst also allen Ernstes Uniformität? Weißt du denn nicht, was Assimilation beinhaltet und wozu sie flugs führen kann, gerade angesichts der aktuell in Dt.land herrschenden Stimmung in der Bevölkerung, mit den vielen Krisen in Südeuropa und den ganzen Kriegen, in denen Dt.land (Europa) verwickelt ist, in die es investiert und aus denen es Gewinne erzielt?
Was ist es also nun, was du willst, Assimilation oder Universalität? Du solltest schon eine ungefähre Ahnung von Begriffen haben, Taregh Agha, wenn du diese gebrauchst. Kann es sein, dass dir nicht bewusst ist, dass du dir widersprichst, und kommst auch noch mit den großen Humanisten um die Ecke! KEIN Humanist hätte sich Assimilation auf die Fahne gesetzt, im Gegenteil. Große Denker sind immer ihrer Zeit voraus, deshalb sind die Werte, die sie vertreten, nicht nur zeitlos, sondern orientieren sich eben NICHT an den aktuell geltenden Normen einer Gesellschaft, weil diese einem stetigen Wandel unterlegen und daher korrumpierbar sind und von mannigfaltigen Faktoren (wie Krisen, Wirtschaft, Krieg und Politik, usw.) beeinflußt werden.
Dass eine Mehrheit sich, um es mal gelinde auszudrücken, auch mal “irren” kann, und die “Normen”, für die jene Gesellschaft steht, nicht gerade zu mehr Menschlichkeit und Eintracht führen, hat uns das Dritte Reich ja schon aufs Deutlichste gezeigt, oder nicht?

Daher ist es nicht nur falsch und zynisch, Assimilation vom Einzelnen zu fordern, sondern die Lösung wäre auch eine gänzlich andere, nämlich einzig und allein eine offene Gesellschaft. Daher sollte man allenfalls sich für die ÖFFNUNG der Gesellschaft einsetzen:
Wo willst du also lieber schwimmen, Taregh Agha, im abgestandenen Wasser eines stinkenden und brachliegenden Teiches, oder doch viel lieber in einem fließenden und frischen, klaren Gewässer, das sich ständig erneuert…?

Universelles setzt vor allen Dingen Vielfalt voraus und daher sollte an dieser Stelle, wenn überhaupt, für mehr Pluralität plädiert werden, und Deutsch jan müsste man zu einem “diversity-Programm” schicken!
Habe gehört, eine Teilnahme an einschlägigen Kursen kann sich als sehr lohnend erweisen…
Hast du deinen nächsten Urlaub schon verplant, Deutsch jan, oder wie schaut’s aus?

Was die Beiträge von Scully, Bubi jan und Pheno betreffen, muss ich sagen, dass ich echt begeistert bin!

Und zu Deutsch68 noch ein letztes Wort, für dich ist also Mensch nicht gleich Mensch?? Du teilst also Menschen in Kategorien ein nach “nützlich” und “nicht nützlich” und würdest am liebsten über das Schicksal eines jeden nicht-deutschen Menschen bestimmen und dir wünschen, entsprechend über ihn richten zu dürfen, je nachdem ob du ihn als Menschen zweiter Klasse oder gar dritter Klasse wahrnimmst? Was erdreistest du dir eigentlich?
Nur weil ein Mensch zufällig das “Pech” hatte, in einem Slum in Afrika geboren worden zu sein, und nicht über die gleichen tollen Möglichkeiten verfügte wie jemand wie du, der auch nur per Zufall das “Glück” hatte, in Europa geboren worden zu sein, meinst du, es dir erlauben zu können und irgendein Ur-Recht zu besitzen, fordern zu dürfen, dass man soundso mit ihm umzugehen habe?? Geht es eigentlich noch vermessener? :-O

Aber es ist dir scheinbar völlig Wurscht, anderen unter Umständen unrecht zu tun, und du siehst es sogar als eine sportliche Herausforderung an, sie in ihrem Ehrgefühl zu kränken. Nicht genug damit, dass du so etwas wie Pietät nicht zu kennen scheinst, du möchtest uns – hier und an anderer Stelle – (siehe andere Topics von Deutsch68) auch noch auf perfide Art weismachen, es sei völlig in Ordnung, sich den Luxus von Vorurteilen zu gönnen.

Und was deinen Mann betrifft, wundert mich schon ein wenig, warum er es hinnimmt, dass du dich ständig auf diese herablassende Weise über andere Völker, und vor allem das afghanische Volk, äußerst.
Vielleicht solltest DU dir ein wenig mehr Respekt zulegen und er ein wenig mehr Stolz und Rückgrat…

Deutsch68
Deutsch68 5 years ago

Diwajan, Du findest Dich jetzt moralisch edel, in dem Du mir vorwirfst, was Du selbst auch tust, nämlich Menschen bestimmten Kategorien zuordnest? Ja, ich teile Menschen ein und treffe meine Bewertungen dazu. Und Du und alle anderen machen genau das Gleiche – nur fällt das Bewertungsergebnis eben verschieden aus.

Bezüglich politischer und wirtschaftlicher Systeme – nun, da bin ich ganz egoistisch wie die meisten anderen auch. Ich möchte weiter von einem gut funktionierenden Sozialstaat profitieren bzw. ihn für die hier lebende Bevölkerung erhalten. Ich sehe auch nicht, weshalb man sich da nicht klar definieren sollte, zumal alle anderen Länder/Regierungen auf der ganzen Welt es gleichartig halten.

Arbeitsunfähige haben wir schon genug in der autochthonen Bevölkerung, und die Politik hat dazu keine andere Lösung als die bestehende Sozialstaatsversorgung- sage mir einen vernünftigen Grund, weshalb der deutsche Staat diese Zahl durch Zuwanderer gleicher Strickart erhöhen soll?! Wem in Afrika tue ich “UNrecht”, wenn ich meine, dass seine persönlichen Chancen in einer ihm kulturell bestens vertrauter Umgebung wohl leichter zu nutzen sind als in völlig fremder Umgebung ? Es ist ja nicht so, dass es in Afrika keine Schulen und Universitäten und keine staatlichen Systeme gibt. Es sind auch keine Kolonialherren mehr vor Ort, die Afrikanern diesbezüglich etwas vorenthalten.

Aber es ist doch erst mal Sache von Afrikanern, sich um ihre ureigensten Belange selbst zu kümmern. Kümmern sie sich, wenn sie nach Europa flüchten ? Ich kann verstehen, wenn man sich aus seiner wirtschaftlichen Not befreien will und sei es dadurch, dass man bei einer Überfahrt über das Mittelmeer bereit ist, sein leben zu riskieren – ich kann aber genauso verstehen, dass sich Europa dagegen abzuschotten bzw. zu steuern versucht, wer ins Land gelassen wird; erst recht, wenn sie gerade selber wirtschaftliche Rezession verspüren.

Und wenn europäische Regierungen nicht in der Lage sind, in Spanien etwas gegen 25% (!) Arbeitslosigkeit zu unternehmen – was soll sich daran verbessern, wenn man aus anderen Kontinenten w a h l l o s Menschen einreisen lässt ?!

Du bewertest meine Haltung als vermessen – mag sein, dass ich das in puncto bedauernswerten Slumbewohner in Afrika, Indien oder sonstwo bin. In diesem Punkt missverstehst Du mich aber auch ein bisschen: Ich halte mich nicht für persönlich wertvoller, weil ich das Glück hatte, im Nachkriegsdeutschland (West) aufzuwachsen. In Puncto (Über-)Lebensfähigkeit wird ein Slumbewohner viel besser sein als ich. Über seine weiteren (intellektuellen) Potenziale kann ich mir ohnehin kein Vergleichsurteil erlauben. Ich sehe nur nicht, dass es vorrangig vor einer afrikanischen Regierung Pflicht oder Verantwortung Deutschlands sein soll, diese Potenziale abzurufen und nutzbar zu machen.

Daher bleibe ich dabei, dass es dem Elend der Welt nicht helfen wird, wenn Deutschland weiterhin keine gesteuerte Einwanderungspolitik betreibt, daher alle auf die Asylschiene ausweichen (müssen) und infolgedessen in diesem Punkt die Anforderungen ins Unerfüll- bzw. Nachweisbare gehoben werden.

Dann verstehe ich Deinen Hinweis auf “Pietät” und “gekränktes Ehrgefühl” nicht. Meinst Du so wie Phenojan, dass Anerkennung für Migranten und ihre Leistung bei Deutschen fehlt ? Worum geht es ? Welche Anerkennung fehlt denn, außer dass z.B. mit einer Quotenregelung bei der Stellenbesetzung für mehr Teilhabe gesorgt werden könnte. Aber was sonst ?

Taregh
Taregh 5 years ago

Salam
Die Grundwerte jener demokratischen Gesellschaft worin du und ich uns freiwillig aufhalten, sind mit Grundprinzipien der Humanisten sehr identisch.Wer freiwillig ,sich die Grundnormen und Werten dieser Gesellschaft aneignet(Assimilation) ist nicht sehr weit von den Humanisten.Somit herrscht für mich hier  keinen Widerspruch zwischen Assimilation und Humanismus.Als Assimilat der die Erweiterung der eigenen Grenzen sucht und die Verschmelzung bejaht , wird man weniger als Fremdkörper empfunden als jemand der die Anpassung ablehnt.Ein anpassungsunwilliger Mensch ist kein vernunftsorientiertes Wesen und somit zum Scheitern verurteilt , erst recht wenn er auch noch als Mitglied einer Gesellschaft autochtone Merkmale besitzt .
.Khahi naschwai roswa—-hamrange jemaat basch

Du hast eine unanständige ,respektlose  Art der Kommunikation .Das finde ich schade.
kh

Hulatang
Hulatang 5 years ago

In erster Linie wäre mal ein Sprachkurszwang bis Stufe B1 angebracht + Kindergartenpflicht…dann kann man über weitere Maßnahmen nachdenken.

Phenomena
Phenomena 5 years ago

Hulatang, von Zwangsmaßnahmen halte ich nicht viel, da sie nicht nachhaltig sind. durch informieren, inkludieren und motivieren erreicht man viel mehr. leider ist die migrationspolitik bisher eher durch ausgrenzung und stimmungsmache für wahlkämpfe gekennzeichnet. ist euch schon mal im tv ausgefallen, welche bilder im hintergrund eingeblendet werden, wenn es um migrationsthemen geht. in den meisten fällen sieht man eine beleibte frau mit kopfbedeckung (wie ein pinguin) und langem mantel, die mit einer hand einen kinderwagen schiebt und in der anderen hand ein weiteres kind hält. dabei sind menschen aus polen oder russland, bekanntermaßen christen bzw orthodoxen, auch migranten. waren nicht migranten für roland (unterschriftenaktion) koch und jürgen rüttgers (kinder statt inder) hauptthemen ihres wahlkampfes? parteien wie die csu sind an integration von migranten nicht die bohne interessiert, weil sie nicht ihre wähler sind bzw. auch nicht werden. es ist traurig zu sehen, dass eine ultrakonservative csu und eine unfähige cdu familienministerin politik machen, die falsche anreize für deutsche und migrantenfamilien schafft.

d68 wieviele deutsche, die dauerhaft in thailand leben, haben thailändisch gelernt bzw. nur einen kleinen tieferen einblick in diese kultur? ich treffe teilweise männer, die seit 10 jahren in diesem land leben, mit einer thailänderin verheiratet sind, aber keinen blassen schimmer von der kultur haben. sie äußern sich sogar abschätzig über diese kultur. brauchen sie die sprache nicht zu erlernen, weil sie geld haben? stelle immer wieder im ausland fest, dass die bereitschaft der deutschen sehr gering ist, die lokale sprache zu lernen. geh mal in die dt. botschaften im ausland, kaum jemand spricht die lokale sprache oder hat kontakte zu einhemischen. bei den franzosen, niederländern und briten sieht es ganz anders aus.

ich kann nur raten diese überhebliche haltung aufzugeben und etwas mehr verständnis für die situation von schwächeren und minderbemittelten aufzubringen. es ist niemals auszuschließen, dass in deutschland ein krieg ausbricht und du selbst zu einem flüchtling in einem land wirst, das kulturell nicht ansatzweise deinem entspricht. frage dich, wie du in diesem land dann behandelt werden möchtest.

Freba
Freba 5 years ago

passt jetzt nicht vollkommen hier rein aber daran erkennt man den alltagsrassismus in deutschland, egal wie gut man integriert ist.
. http://www.sueddeutsche.d…

Deutsch68
Deutsch68 5 years ago

@Freba,

wäre Alltagsrassismus nicht ein eigenes Topic wert ? Dem Artikel zufolge ist dieser offensichtlich nicht nur “Wurzeldeutsche” zurückzuführen, wenn ein Clubbetreiber namens “Yilmaz” ein Getränk mit der Bezeichnung “Neger” auf seine Getränkekarte setzt.
Na sowas.

@Pheno,

was haben ausgewanderte Deutsche in Thailand mit der Bewertung der bisherigen bundesdeutsche Integrationspolitik zu tun? Wie Du schon sagst, sie bringen ihr Geld nach Thailand mit. Ein nicht ganz unwichtiger Unterscheid bzgl. der Erwartungshaltung der zugewanderten Deutschen In Thailand im Vergleich zu nichtdeutschen Zuwanderern der Bundesrepublik in den vergangenen Jahrzehnten. Hinzu kommt noch die unterschiedliche Quuantität. Wie Thailand als souveräner Staat seine Visavergabe und Zuwanderungspolitik handhabt, ist Sache Thailands. Wozu soll Dein Apfel- und Birnenvergleich jetzt gut sein? Von Thais werden die Deutschen dort für ihre Abschottung und ihr Nichtlernen der Thaisprache auch ganz sicher nicht r e s p e k t i e r t oder als gleichwertig a n e r k a n n t , wie eine der Lieblingsforderungen irgendwie frustrierter Migranten hierzulande lautet.

Wenn ich in meinem Land wegen eines etwaigen Kriegsausbruchs in Lebensgefahr geraten sollte, die mich zur Flucht ins Ausland zwingt, dann wäre wirklich das Letzte, was ich täte, an das mich aufnehmende Land auch noch Erwartungen/ Forderungen zur Verbesserung meines persönlichen Wohlergehens zu stellen. Ich wäre dankbar, wenn ich aufgenommen werde und würde alles versuchen, dort möglichst niemandem auf den Wecker geschweige denn zur Last zu fallen. Das erste worum ich mich bemühen würde, wären solide Sprachkenntnisse und Erwerbstätigkeit. Ich will doch etwas von denen, dann muss ich doch erstmal zeigen dass ich das, was ich haben will, aus Sicht der mich Aufnehmenden (!) auch verdiene. Ich könnte auch verstehen, wenn ich gar nicht erst ins Land eingelassen werde, weil ich bestimmte bedingungen dieses Landes nicht erfülle. Darüber wäre ich sicher traurig oder verzweifelt, aber dann müsste ich eben einen anderen Weg des “Über-Lebens” finden.

Auch Afghanistan war zu keiner Zeit komplett leergeflüchtet und nicht alle dort Gebliebenen sind durch Krieg gestorben. Das ist aber auch eine Extrem-Situation, die auf einen Großteil der Zuwanderer hierzulande so nicht zutrifft. Sondern diese kommen, um ihre individuelle wirtschaftliche Lebenssituation zu verbessern. Ich bin weit davon entfernt, irgendjemandem die Motivation vorzuwerfen, seine Individualinteressen zu verfolgen. Ich sage nur, dass auch ein Staat wie die Bundesrepublik bzw. seine Bevölkerung bzgl. Zuwanderung bestimmte Interessen hat. Daher finde ich, dass der Staat diesbezüglich sehr wohl die Interessen gegeneinander abwägen und dazu entsprechend entscheiden darf. Wenn keine hinreichende Kompatibilität besteht, dann kann der Zuwanderungsinteressierte eben nicht ins Land – fertig aus.

Richtig, auch Russen und Polen stellen große Zuwanderungsgruppen dar, und auch mit diesen Gruppen gibt es zum Teil große Integrationsschwierigkeiten. Aber die begründen keine religionspolitischen Interessenverbände, die versuchen, das gesamte Grundgesetz außer Artikel 4 (Religionsfreiheit) außer kraft zu setzen, solange es nicht zu den eigenen m.E. Pseudointegrationswünschen wie Moscheenprotzbauten, Islamunterricht, Teilbefreiungen von schulgesetzlichen Vorgaben, Erweiterung der Anzahl religiöser Feiertage usw. passt.

Was mir hierbei immer zu kurz kommt, ist das Thema Eigenverantwortung. Ein Fremdwort in anderen Kulturen ? Schmeißt man deshalb so gern mit dem Vorwurf Rassismus um sich, weil man sein Dasein hier gar nicht eigenverantwortlich leben möchte, sondern es viel schöner ist, die Schuld für die Konsequenzen der eigenen Unwilligkeit anderen zuzuschieben?

Hulatang
Hulatang 5 years ago

Phenomena, ich denke eine erfolgreiche Inklusion kann nur dann in einer Gesellschaft stattfinden, wenn ausreichende Sprachkenntnisse vorhanden sind. Aus Eigeninitiative haben sich bis jetzt leider nicht viele Migranten dazu bewogen gefühlt einen Sprachkurs zu besuchen, daher muss jetzt mit der Peitsche geholfen werden. Ich bin zwar kein CDU/CSU Wähler, aber jede politische Partei möchte ihrer Wählerschaft gerecht werden, deswegen kommen auch solche Aktionen von der genannten Partei und nicht von der SPD oder den Grünen. Solche Aktionen machen die Politik erst interessant, auch für die Jugend!

Phenomena
Phenomena 5 years ago

D68, mit dem Bsp Thailand wollte ich dir nur verdeutlichen, dass die Messlatte der Deutschen sehr hoch liegt, wenn es um Deutschkenntnisse der Migrantenten/Ausländer in D geht, doch sie selbst bringen kaum die Bereitschaft mit, im Ausland eine Sprache zu erlernen oder sich mit der Kultur zu beschäftigen. Da schwingt latent immer ein Gefühl der Überlegenheit gegenüber anderen Kulturen mit, wenn sie sich über sie äußern. Selbiges stelle ich bei dir fest, wenn ich deine Beiträge lese. Zu meinem Erstaunen stelle ich es bei allen deutschen Frauen fest, die mit Afghanen (1. Generation) verheiratet sind. D68, leider hast du eine Generation von afghanischen Männern geheiratet, die sehr schwierig ist: also weder fleisch noch fisch, kaum zu gebrauchen. ;-) die haben mit sich selbst genug konflikte auszutragen.

heutzutage ist es jedoch anders. die hier geborenen afghanischen männer werden von ihren frendinnen und frauen voll und ganz akzeptiert. liegt auch daran, dass sie von der frau intellektuell und finanziell nicht dominiert werden.

Eine Flucht und kompletten Neuanfang in einem anderen Land muss man erlebt haben oder über sehr viel Vortsellungskraft und Empathie verfügen, um nachzuempfinden, was in den Menschen vorgeht. Du stammst offensichtlich nicht aus einer bildungsfernen Schicht, doch die Familie einer Sandy oder eines Kevins hätten es in den Ländern sehr schwer. Sie würden auch, und das ist menschlich, alle annehmlichkeiten mitnehmen, wenn es sie gibt.

D68, eigenverantwortung ist wichtig, aber nicht eine angeborene eigenschaft. wir müssen nun mal begreifen, dass es menschen gibt, die weniger motiviert sind bzw. die rahmenbedingungen sie dazu einladen, unmotiviert zu sein. ich zahle auch steuern und mir macht es nichts aus, wenn mein geld für h4 empfänger ausgegeben wird. und missbrauch gibt es überall – auch in der wirtschaft und politik. wenn wir weniger h4 empfänger hätten, dann würde der staat das geld nicht an die steuerzahler zurückgeben bzw. dieses geld besser einsetzen. nein, der staat würde das geld für drohnenprogramme, afghanistaneinsatz, berliner flughafen, elbphilharmonie etc… in den sand setzen bzw. die taschen einiger weniger reicher leute füllen. nicht mit mir!! aber es ist schick und immer sache des kleiner bürgers gewesen, auf h4 empfänger und schwächere zu hauen, wenn es ihnen nicht ganz so gut geht. andererseits bringt kaum jemand den mum auf, in d gegen arbeit zu kämpfen, von der man nicht mal leben kann, wenn gleichzeitig das vermögen der reichen noch größer wird.

Phenomena
Phenomena 5 years ago

hulatang, wie soll man eine sprache mit der peitsche lernen, wenn keine motivation vorhanden ist. diese leute sitzen zwar im kurs, lernen auch so viel, um den kurs zu bestehen, vergessen die sprache aber nach 6 monaten wieder, weil sie in ihrem umfeld gar kein deutsch sprechen. nein, zwang und druck sind keine lösungen.

bei den erwachsenen ist es sicherlich hilfreich, die transferleistungen zu kürzen, wenn sie nach einer angemessenen zeit kein erwerbkseinkommen vorweisen können. keiner kann mir erzählen, dass es in d keine jobs gibt. über die arbeit findet man schneller zur kultur und sprache.
viel wichtuger: man muss bei den kindern anpacken und mit ganztagsschulen schon sehr früh mit der förderung der kinder beginnen. für die kinder muss dieser h4 kreislauf durchbrochen werden, damit er realisiert, dass das einkommen durch arbeit erzielt wird. mit anderen worten: er muss in der maslowschen bedürfnispyramide steigen.

Phenomena
Phenomena 5 years ago

korrektur: ich meine natürlich das kind und alle kinder, nicht nur ihn. die mädels gehören selbstverständlich auch dazu. ;-)

Deutsch68
Deutsch68 5 years ago

Genau Phenomenajan,

das ist es doch was ich sage: “...weil die Rahmenbedingungen sie dazu einladen, unmotiviert zu sein”.
Genau daran krankte die Integrationspolitik ja bisher. Weil es insbsondere unter der Kohlschen Regierung der Politik vollkommen latte war, ob jemand Deutschkenntnisse erworben hat oder nicht.

Vieles geht nur mit Druck. Arbeitgeber wären vor über 100 Jahren “freiwllig” niemals auf die Idee einer Sozialgesetzgebung gekommen. Das musste die Poltik damals schon “erzwingen”.

Wie schnell wohl jemand Deutsch lernt, wenn davon die Höhe von Zuwendungszahlungen abhängig gemacht wird ?

Dass sich alle Migranten späterer Generationen grundsätzlich hier leichter tun, wage ich doch zu bezweifeln. Gut, sie sind von grausigen Kriegs- & Fluchterlebnissen persönlich verschont geblieben. Aber nicht alle können diese bessere Rahmenbedingung für ihr eigenes Leben gewinnbringend nutzen, jedenfalls nicht alle, die mir näher bekannt sind. Wenn Du strahlendere Einblicke hast, dann werden diese für Dein Umfeld zutreffend sein (- und lässt hoffen).

Für eine länger tragfähige Partnerwahl, ob bi- oder mononational, gilt überwiegend: Gleich und gleich gesellt sich gern ;-).

H4-Kreislauf durch eigenes Erwerbseinkommen durchbrechen – ja sehr gut, Phenomenajan. Genau das Gleiche will übrigens auch ein Herr Sarrazin allen hier Lebenden nahelegen. Na sowas ;-)

Zur Integrationspolitik zurück: HARTZ 4-Bezug in seiner jetzigen Struktur , verbunden mit der im Vergleich zur Integrationspolitik m.E. ebenso dringend verbesserungsbedürftigen “Arbeitsmarktpolitik” von Politikern und Gewerkschaften gleichermaßen hält m.E. zu wenig bzw. gar keine Anreize bereit, sich in schlecht bezahlte Plackerei-Jobs zu begeben, wenn man es bequemer mit H4 haben kann.

Ich finde auch die Pressemitteilung letzte Woche, dass Migrantenkinder der 2. und 3. Generation schlechtere Deutschkenntnisse haben und höheren Schulförderbedarf als jemals zuvor, ist doch ein Armutszeugnis der Politik und leider die Konsequenz daraus, dass man seit Jahren gar nicht – mit Druck! – darauf geachtet hat, dass für ein Leben hier hinreichende deutsche Sprachkompetenz erworben wird. So sind ganze Viertel in HH und anderswo entstanden, in denen man ohne Deutsch durchs Leben kommen kann, ob man nun zum Friseur, zum Arzt, zum Kindergarten, in die Schule, in den nächstgelegenen Park oder ins Lebensmittelgeschäft will.

Das soll Integration in Deutschland sein? Ist dann eben ein Grund mehr, künftig darauf zu achten, dass nur noch die hohe fachausgebildete Intelligenz nach D einwandert, die bereits Deutschkenntnisse mitbringt. Förderbedürftige haben wir schon reichlich – und wie Du schon sagst: Große Gelder werden zur Abhilfe ja nicht investiert, die gehen sinnlos anderswo flöten. Auch das würde der “kleine Bürger” gern ändern – das kritisiert er auch mindestens genauso.

Taregh
Taregh 5 years ago

salam

Wir leben in einer wunderbaren Gesellschaft in der die Inklusion immer eine Utopie bleiben wird.
Erst wenn alles Leben als Teil des eigenen Lebens geworden ist  und Mensch sich als   Weltbürger betrachtet und nicht mehr bereit ist sich nur mit einem BISSCHEN Land zu identifizieren ,wird der Begriff fremd nicht mehr existent sein .Das Nacktbaden in der Nacht ist die beste Prävention gegen Burnout liebste .Und was uns nicht fremd ist ,ist immer leichter zu lieben, leichter zu verzeihen.Das Fremde macht immer Angst , also wirke doch nicht so befremdend Azize ma. Sei doch ein gesunder Egoist und liebe alles was lebt, und dazu gehören doch auch der Acker und die dazugehörenden  Kartoffeln.

kh

Deutsch68
Deutsch68 5 years ago

Guter Ansatz Tareghjan. Um weniger fremd zu wirken, müsste man in neue Beziehungen gehen, also neue Kontakte zum (Noch-)Fremden knüpfen.

In der Nachbarschaft macht dabei der den ersten Schritt, der neu hinzugezogen ist. Ausreichende Sprachkenntnisse werden dabei doch eher ermutigend wirken. Ich finde wirklich, dass das in sprach- und kommunikationsgeprägten Gesellschaften wie unserer das allerwichtigste Element zur Unterstützung eines Integrationsprozesses ist.

Und wie Hulatang schon schrieb, freiwillig war bisher das erforderliche Maß nicht erreicht, also wird aus dieser Erkenntnis nun der Druck erhöht.

Hulatang
Hulatang 5 years ago

Phenomena, ich befürworte nicht so gerne Leistungskürzungen, die vielleicht einen kurzfristigen Effekt haben, aber langfristig unter Umständen das Gegenteil dessen – was beabsichtigt war, erreicht wird.

Wenn einige Migranten keine Motivation haben die deutsche Sprache zu erlernen, sich in dieser Gesellschaft zu integrieren, dann befinden sie sich eindeutig im falschen Land. Beim Kofferpacken werden wohl viele denen gerne zur Hand gehen. Außerdem ich kann Deine Aussage man wurde die erworbenen Sprachkenntnisse nach einiger Zeit wieder “vergessen” nicht nachvollziehen. Sie lernen ja kein Mandarin oder Telugu, dass sie dies wieder vergessen. Hier hat man die Möglichkeit das Erlernte im Alltag direkt im dafür optimalen Umfeld anzuwenden. Darf man mal nicht SO wenig Eigeninitiative von ihnen erwarten?

Ich bin der Meinung, dass eine “erfolgreiche” Integration nicht nur durch Arbeit/Job stattfindet, dazu gehört noch mehr als nur seinen Lebensunterhalt aus eigener Kraft zu bestreiten.

Migranten der 2. und 3. Generation weisen mehr Sprachdefizite auf, als die der ersten Generation. Es kann einfach nicht nur einseitig Forderungen gestellt werden. In vielen Bereichen des Alltags sind die Rahmenbedingungen für eine Integration schon vorhanden – sie müssen nur wahrgenommen werden. In den letzten Jahren hat sich einiges gebessert…

Taregh
Taregh 5 years ago

salam
Angesicht der wirtschaftlichen und intellektuellen Fähigkeiten der Zugezogenen wollen die meisten Deutschen die Integration nicht geschweige die Inklusion. Das ist  nicht edel aber verständlich .Die Rapsblumenfelder, darin sollte man sich gegenseitig entblättern,liebkosen bis die Einigkeit alle unheilbringenden Begriffe wie Integration un co verjagt haben. 
Wer sich benachteiligt fühlt , eine Aufwertung und die Ebenbürtigkeit verlangt, muß sich bilden und den Armutskreislauf durchbrechen.
kh

Phenomena
Phenomena 5 years ago

Habe ich heute bei SPON gefunden. Dachte, passt zu unserem Thema. Zur Abwechslung reden wir mal nicht von den Sprachdefizite und der mangelnden Bereitschaft der Migranten zur Integration, sondern über die deutsche Seite. Tja, so denkt ein nicht unerheblicher Teil der deutschen Elite, die einst Schlüsselpositionen in Wirtschaft und Politik besetzen werden und viele bereits innehaben. Wer weiß, wieviele davon bei Sächsischen Verfassungsschutz bzw. bei BKA sitzen.

http://www.spiegel.de/uni…

Treffen in Eisenach: Burschenschafter planen Rückkehr des “Ariernachweises”

Von Florian Diekmann und Oliver Trenkamp

Wer ist deutsch genug für die Deutsche Burschenschaft? Bei ihrem jährlichen Treffen werden die strammrechten Akademiker nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen erneut über eine Art “Ariernachweis” verhandeln. Ein ähnlich rassistischer Antrag hatte schon einmal zum Eklat in dem Dachverband geführt.
Hamburg/Berlin – In der Deutschen Burschenschaft (DB), deren Mitglieder sich ab diesem Donnerstag beim Burschentag in Eisenach treffen, wird erneut über eine Art “Ariernachweis” diskutiert. Interne Unterlagen, die SPIEGEL ONLINE vorliegen, zeigen, dass die Burschenschafter kaum etwas gelernt haben aus ihrem bislang größten Debakel. Die Papiere offenbaren außerdem, welche extremistischen und rassistischen Positionen innerhalb der verbliebenen Mitgliedsbünde existieren.

Die mögliche Rückkehr des “Ariernachweises” ist besonders brisant für den Dachverband: Schon vor zwei Jahren kam es zum Eklat. Es ging um die Frage, wer “deutsch” genug ist, um Burschenschafter zu sein. Konkret: ob eine Burschenschaft, die einen chinesischstämmigen Studenten aufgenommen hatten, zur DB gehören darf.

Nun, nach dem Sieg der Rechten im internen Machtkampf und dem Rückzug vieler liberalerer Burschenschaften, liegt eine Art Kompromiss zur Abstimmung vor. Allerdings verschärft der laut Tagungsunterlagen “langwierig erarbeitete Antrag” rassistische Kriterien eher, als dass er sie beseitigt: Nun wird nicht mehr nur zwischen “deutscher” und “nicht-deutscher” Abstammung unterschieden – sondern zwischen “deutscher”, “abendländisch-europäischer” und “nicht-abendländisch-europäischer” Abstammung.

Wenn sich jemand aus letzterer Gruppe bewirbt, ist eine “Einzelfallprüfung durch den Rechtsausschuss der Deutschen Burschenschaft” nötig, so sieht es das Papier vor. Die Struktur dieser Regelung führt fast zwangsläufig zu ähnlichen Kriterien, wie sie die Nürnberger Rassengesetze von 1935, auch “Ariergesetze” genannt, vorsahen. Nach denen durfte im Dritten Reich “nur Volksgenosse sein, wer arischen oder artgleichen Blutes war”.

Wie will jetzt die Burschenschaft etwa mit einem Sohn italienisch-nigerianischer Eltern umgehen? Ist jemand noch deutscher Abstammung, wenn ein Großvater Inder war? Kein Wunder, dass der Rechtsausschuss laut Antrag zwar schriftlich, aber “ohne Begründung” entscheiden soll.

Walter Tributsch, Pressesprecher der Deutschen Burschenschaft, bestätigt, dass es Anträge gibt, die sich mit dem Thema Abstammung befassen. Einer sei von einer mehrköpfigen Kommission erarbeitet worden. Zu Details wollte er sich nicht äußern. Den Rassismusvorwurf aber nannte er “hanebüchen”, er sei nicht haltbar.

Tributsch stellte zudem einen ebenso perfiden wie aberwitzigen Vergleich an: “Wir sind leider nicht so rassistisch ausgerichtet wie zum Beispiel jüdische Organisationen.” Auf Nachfrage sagte der Burschenschaftsfunktionär aus Österreich, er habe lediglich ausdrücken wollen, wie “liberal” die Aufnahmekritierien seines Verbandes seien. Als Gegenbeispiel seien ihm rein zufällig “jüdische Sportvereine” in den Sinn gekommen.

“Grundlage ist eine völkische Ideologie”

Aus solchen Vorschriften spreche “ein offener, weißer, völkischer Rassismus”, sagt hingegen Hajo Funke, Politologieprofessor und Rechtsextremismusexperte von der Freien Universität Berlin. Mit Rechtsstaatlichkeit habe das nichts zu tun, auch wenn die Anträge vermeintlich bürokratisch-korrekt formuliert sind: “Grundlage ist eine völkische Ideologie.”

In dem Antrag, eingebracht von der Redaria-Allemannia Rostock, heißt es auch: “Nur Bewerber, die männliche studierende Deutsche sind, können in eine Burschenschaft der Deutschen Burschenschaft aufgenommen werden. Deutscher ist grundsätzlich, wer sich durch Sprache, Kultur, gleiches geschichtliches Schicksal und Abstammung als Deutscher auszeichnet.” Hier würden auch kulturrassistische Kriterien hinzugemischt, sagt Funke. Dass in Ausnahmefällen theoretisch auch Bewerber “nicht-abendländisch-europäischer Abstammung” zugelassen werden könnten, würde nach den vorgesehenen Regeln höchstens für Deutsche zutreffen, die von weißen Südafrikanern abstammen.

Fast wirkt es wie ein Déjà-vu, was da vor sich geht zum Auftakt des Burschentags, immerhin die wichtigste Veranstaltung und das höchste Beschlussgremium der DB. Beim ersten Streit um einen “Ariernachweis” wurden erst unter massivem öffentlichen Druck die rassistischen Anträge zurückgezogen. Es war der letzte Erfolg des liberal-konservativen Lagers in dem Dachverband. Danach schwand dessen Einfluss – und völkische sowie rechtsextreme Ideologen gewannen die Oberhand.

Bei aller Übermacht der Rechten – in der Herkunftsfrage gibt es jetzt zumindest noch Gegenmeinungen: Die Braunschweiger Alemannia fordert in einem bemerkenswert stringent begründeten Antrag, es müssten “zu unserem deutschen Volk” auch alle eingebürgerten Zuwanderer gehören. Ob sie sich damit durchsetzen, ist sehr fraglich.

Allianz der Verfassungsfeinde: Die Deutsche Burschenschaft rückte nach ihrem Bruderkampf noch weiter nach rechts. Zwar droht keine völkische Revolution, doch es gibt gute Gründe, das Treiben in den Verbindungshäusern zu beobachten. Dort könnte sich eine gefährliche Allianz von Rechtsextremen formieren. Mehr…

Deutsch68
Deutsch68 5 years ago

Also tragen Burschenschaften erheblich dazu bei, dass keine zweckmäßige Integrationspolitik betrieben werden kann, weil sich die hier herrschende Elite in Politik & Wirtschaft seit Jahrzehnten ausschließlich aus rassistisch eingestellten Burschenschaftlern zusammensetzt oder was soll die daraus abzuleitende These sein ?

Deutsch68
Deutsch68 5 years ago

Mal etwas von der auch existierenden anderen Seite einer pluralistischen Gesellschaft:
Aus Zeit online vom 26.05.2013:

“Nazi-AufmarschProtestzug in Karlsruhe verhindert Nazi-Demo

Tausende Menschen haben einen Nazi-Aufmarsch am Karlsruher Bahnhof erfolgreich blockiert. Nach etwa vier Stunden verließen die Rechtsextremen wieder die Stadt.

©Uli Deck/dpa
Gegendemonstration in Karlsruhe, Baden-Württemberg
Gegendemonstration in Karlsruhe, Baden-Württemberg

Tausende Demonstranten verhinderten in Karlsruhe einen Nazi-Aufmarsch. Nach der Protestaktion, bei der laut Polizei etwa 2.500 Gegendemonstranten die Route blockierten, hat die zuständige Behörde “auf Grund der aktuellen Lage” den Demonstrationszug abgesagt, teilte die Polizei mit.

Den Polizeiangaben zufolge verlief die Gegenkundgebung zunächst friedlich. Aufgerufen dazu hatte das Antifaschistische Aktionsbündnis Karlsruhe (AAKA) mit Unterstützung der Stadt Karlsruhe. Später habe allerdings eine Gruppe von Linksautonomen versucht, eine Gittersperre der Polizei in der Bahnhofstraße zu überwinden, welche die beiden Demonstrationen trennen sollte.

Bei den Angriffen der Neonazi-Gegner wurden mindestens sieben Polizisten verletzt. Es seien Flaschen, Farbbeutel und auch Feuerwerkskörper gegen Polizisten geworfen worden. Zudem setzten die Demonstranten Pfefferspray gegen die Beamten ein, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei wiederum nutzte Schlagstöcke und Pfefferspray, um gewalttätige Demonstranten zurückzudrängen.

Auf der Gegenseite hatten sich die Rechtsextremen am Bahnhofsvorplatzes versammelt. Bis zu 200 Rechtsradikale kamen zusammen. Dort schallte ihnen der Lärm aus Trillerpfeifen der Demo-Gegner entgegen. Nach etwa vier Stunden verließen die Neonazis wieder die Stadt.

Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim hatte am Freitagabend dem Nazi-Aufmarsch zugestimmt. Die Stadt hatte zuvor die Demo wegen möglicher Ausschreitungen und der Gefahr der Volksverhetzung verbieten wollen.”

Wenn man allen Deutschen einheitlich nur eine rassistische & faschistische Einstellung zuschreiben könnte und angeblich alles basierend auf einer solchen Einstellung gelenkt wird, dann würde über Integrationspolitik hierzulande nicht mal diskutiert.

Phenomena
Phenomena 5 years ago

D68, zu deinem ersten Beitrag: ja, tendenziell richtig, aber ‘ausschließlich’ ist nicht zutreffend. Das habe ich nicht behauptet.
Ich habe den Eindruck, dass es dir an Einfühlungsvermögen mangelt. Was soll ich bitte als Migrant denken, wenn ich

1. in Rostock sehe, dass Menschen in einem Hochhaus verbrennen und die Deutschen Beifall klatschen. Die Polizei hat sich auch nicht von ihrer besten Seite gezeigt.
2. Solingen Häuser von türkischstämmigen Migranten in Brand gesetzt werden und Kinder dabei ums Leben kommen,
3. deutschlandweit Migranten über Jahrzehnte von einer Terrorgruppe brutal hingerichtet werden, und ich von der Polizei bzw. Innenminsterien beschuldigt werde, weil ich angeblich in Mafiastrukturen verwickelt bin. (Otto Schilly hat Fehler eingeräumt)
4. in Deutschland ständig auf dem Rücken der Migranten Politik gmemacht wird. (siehe Koch, Rüttgers, uvm)
Andererseits wird aus einem angeblichen Ehrenmord, das alle 10 Jahre einmal vorkommt, ein großes Ding gemacht und gleich alle Moslems an den Pranger gestellt. Messen wir hier mit zweierle Maßen? Wie kommt es, dass man sich in Deutschland sehr abschätzig über Polen und Russen äußert? Sind nicht gerade die optimalen Voraussetzungen, wenn ein emotionaler Jugendlicher im Alltag realisiert, dass er in dieser Gesellschaft nicht ernst genommen wird und oft sogar nicht erwünscht ist. ich habe mit vielen Jugendlichen geredet, weil ich ehrenamtlich in diesem Bereich tätig war.

Deutsch68
Deutsch68 5 years ago

Lieber Phenomenajan,

ich teile Deine These nicht. Allen wird hier von klein auf das Recht auf Selbstbestimmung, Hinterfragen von Sachverhalten und das Recht auf Meinungsäußerung schon in der Schule, und das immerhin bundeseinheitlich vermittelt. Ein paar Burschenschaftler können nicht dagegen anstinken und alles unter rechtsradikale Gesinnung stellen. Nur weil schon zwei menschen unterschiedliche Ansichten auf ein und denselben Sachverhalt entwickeln, wird es zu meinem großen Bedauern auch immer extreme Ansichten auf Dinge gegen, rechts- udn linksextrem. Auf den Fortbestand der Demokratie muss jeder einzelne ein wachsames Auge haben. Ich bezweifel allerdings sehr, dass die Bereitschaft dazu durch ungesteuerte Zuwanderung gestärkt wird. Wenn Du Anschlagsvorfälle wie Rostock und Solingen anführst, dann möchte ich auch Mölln und Hoyerswerda ergänzen. Alle in den 90iger Jahren und da gehäuft aufgetreten. Nach Mauerfall, Jahrzehnten ungesteuerter Integrationspolitik und enttäuschten Erwartungshaltungen Ostdeutscher kam da vieles ganz gruselig zusammen.

Nun herrscht in Halb- bis ganz Europa seit Jahren eine größere Wirtschaftskrise. Und da guck Dich mal in anderen europäischen Staaten um, mit welchem “Einfühlungsvermögen” diese Migranten behandeln.

Es ist kein ausschließlich den Deutschen zuzuschreibendes Phänomen, dass Fremdes umso bedrohlicher wirkt, je weniger man sich in seiner eigenen wirtschaftlichen Existenz sicher fühlt.

Meinen Landsleuten möchte in Bezug auf Solingen etc. zugute halten, dass alle Täter, soweit man sie fassen konnte, auch vor Gericht gestellt und rechtskräftig verurteilt worden sind und es zu jedem Vorfall Demonstrationen mit sehr hoher Bevölkerungsbeteiligung gab, auf denen man sich eindeutig gegen Rassismus positioniert hat, unterstützt von Intellektuellen, Künstlern und Teilen der Politikerschaft.

By the way, wo findet sich Vergleichbares(=Gegendemonstration), wenn z.B. ein britischer Soldat von einem Durchgeknallten im Namen des Islam auf offener Straße abgeschlachtet wird ?! Oder Demonstrationen gegen Ehrenmorde von denen, die in solchen Kulturen aufgewachsen sind/aufwachsen ? Ehrenmord nur alle zehn Jahre ? www. ehrenmord.de wird Deinem Gedächtnis gern auf die Sprünge helfen, dass solche Vorfälle leider viel öfter passieren, leider mitten in Deutschland. Zusätzlich zu den Familiendramen, die sich abspielen.

Und genau weil auf diese Weise (Rechtsstaatliche Verurteilungen, Demonstrationen gegen Rassismus & Rechtsextremismus) gezeigt wird, dass hier eine rechtsstaatliche Demokratie noch gut funktioniert, kamen immer weiter Zuwanderer ( bei denen ja immer jeder einzelne die Wahl hat, ob er sich ausgerechnet ins pöhse, durch und durch rassistisch eingestellte Deutschland zur dauerhaften Niederlassung begeben will).

Du klingst übrigens in Deinen letzten Beiträgen sehr larmoyant. Dabei weißt Du so gut wie ich, dass Politiker alles und alle Gruppierungen benutzen, wenn sie sich dadurch Wählerstimmen erhoffen – ob nun Autofahrer, Bummelstudenten, HARTZ IV-Empfänger, ständig beim Arzt sitzende Rentner, alleinerziehende Mütter, die nicht arbeiten gehen…..die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Ich sehe mich auch nicht in der Verantwortung, einem Migranten sein Leben hierzulande durch mein Verhalten leichter/bequemer zu machen, genauso wie er mit seinem Verhalten nicht für mein Lebensglück verantwortlich ist . Woraus soll sich eine solche Erwartungshaltung denn legitimiert ableiten können ? Ihm werden bestimmte Rahmenbedingungen gestellt, im Vergleich zu vielen anderen europäischen Staaten noch nichtmal die schlechtesten. Wenn ich um Hilfe gebeten werde, dann schaue ich was ich tun kann und helfe in dem Maß, in dem ich helfen kann. Sicher kann man immer etwas besser machen, aber das gilt m.E. für beide Seiten….

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