Hallo ihr Lieben,

im Rahmen meines Studiums, schreibe ich momentan eine Hausarbeit über das “Entwicklungsland Afghanistan”.

Ich wäre auch seeeeeehr dankbar wenn Ihr mir in einigen Punkten durch Infos, Hinweise oder Diskussionen behilfreich sein könntet :-)


Zunächst ist oder war jemand von euch in letzter Zeit in Afghanistan und kann mir was über die Korruption vor Ort erzählen bzw. auf Daten verweisen?!?


Kennt sich jemand mit dem Bankwesen in Afghanistan (oder Afghan. Zentralbank) aus, bzw. mit ihrer Strategie?

Weiß jemand wie es mit dem Schulsystem aussieht? Nicht bloss theoretisch, sondern tatsächlich?!?

Und was ist mit dem illegalen Sektor? Sprich: Drogen. Wie gelangen sie ins Ausland, wie viel und durch wen?!? Und woher stammen die offizielen Daten?

Ich wäre euch sooooooo dankbar, wenn ihr mir einwenig helfen könntet!!


Comments


Jigsaw
Jigsaw 6 years ago

am ende streiten wir alle und deutsche68 bringt unsere religion ins spiel und schon sind wir vom thema weg!!!!

Kandolak
Kandolak 6 years ago

sei doch nicht so negativ und erzähl mal bisschen was!

Jigsaw
Jigsaw 6 years ago

soviele nette fragen von dir. die drogen so so, ganz einfach. gefördert von den amis. wie wärs wenn du mal nach streams suchst über google. ich such mal was für dich. es gibt einige reportagen über afghanistan, drogen, schule usw.

Kandolak
Kandolak 6 years ago

ach gott, was meinst, was ich mir schon alles angesehen bzw. gelesen habe… was ich jedoch brauche sind belege und quellen und vorallem eigene eindrücke und erfahrungen…vermutungen habe ich selbst genug ;-)

Jigsaw
Jigsaw 6 years ago

Von der britischen Invasion 1839 bis hin zur Operation Enduring Freedom nach dem 11. September 2001 – Afghanistan ist schon lange Schlachtfeld zwischen den Kulturen. Schon Mitte der 1960er Jahre bemühten sich sowohl die USA als auch die Sowjetunion mittels Straßen- und Flughafenbau um Einfluss in Afghanistan. Die Reportage von Peter Berg aus dem Jahr 1968 zeigt ein vermeintlich noch friedliches Land zerrieben zwischen Entwicklungshilfe aus Ost und West.

Kandolak
Kandolak 6 years ago

das hab ich noch nicht gesehen, danke!

Jigsaw
Jigsaw 6 years ago

oben drüber ein link

Jigsaw
Jigsaw 6 years ago

hoffentlich konntest du was nützliches finden

Afghaniiiiiii
Afghaniiiiiii 6 years ago

Ich hab mir vorgenommen nicht mehr irgendwelche arbeiten über AFG zu schreiben
Weil es einfach sooooo viel ist

chaplikabab
chaplikabab 6 years ago

salam. ich war das letzte halbe jahr in kabul, um entwicklungshilfe zu leisten. ich wurde mehr als nur enttäuscht. nicht nur von den afghanen, sondern auch von den deutschen. korruption herrscht überall. mir selbst wurde geld angeboten, damit meine empfehlungsschreiben anders ausfallen. kurz nachdem ich abgelehnt habe, konnte ich meine feinde schon gar nicht mehr zählen.
ich habe kürzlich gehört, dass die drogenexporte afghanistans bip von 6 mrd auf das doppelte ansteigen lässt. hier ist ein link vom afghanischen “drogen ministerium”. vielleicht haben die ein paar nützliche berichte für dich.

Jigsaw
Jigsaw 6 years ago

dein link geht nicht und wo kann ich an die drogen kommen? ich flieg vielleicht dorthin, also gib mir tips, ich will millionen machen

Deutsch68
Deutsch68 6 years ago

Hallo Kandolak,

aus einem Familienbesuch von Kabul im Jahr 2005 habe ich ggenüber der Schulbildung bzw. dem Schulsystem eine sehr amibvalente Haltung der Familie gegenüber dem Schulsystem erlebt.

Sie berichteten mir, dass Unterrichtsausfall häufig durch die Lehrer verursacht werde. Der Grund dafür soll in dem vergleichsweise niedrigen Lehrerhonorar zu finden sein, das allein zur Bewältigung der schon damals einsetzenden Preisexplosion nicht ausreicht, um sowohl Miete als auch Lebensmittel etc. bezahlen zu können. Also geht ihnen jeder lukrative Zweitjob vor und bestimmt, ob die Lehrkraft Zeit für den Unterricht hat.

Schulgebäude habe ich nur welche mit erheblichen Kriegsbeschädigungen gesehen. Ansonsten fand Schule viel in mehr oder weniger vom Wind zerschlissenen UNO-Zelten am Straßenrand statt

Die Eltern der Schüler nehmen das wiederum als Grund, um quasi jeden Tag neu zu entscheiden, ob sie ihre Kinder überhaupt zur Shcule schicken. Insbesodnere bei Mädchen wird da schnell gegen den Schulbesuch entschieden. Wir haben an einem Tag nach einer Hochzeitsfeier eine Familie besucht. Deren Töchter waren an dem regulären Schultag zuhause geblieben. Die Begründung war: Sie sind krank. Da sie aber nicht wirklich einen desolaten Eindruck machten, habe ich über meinen Mann nachfragen lassen, worunter sie denn litten (ob sie vielleicht irgendetwas aus meinem mitgebrachten Medikamentenfundus gebrauchen könnten). Da kam als Antwort, naja, also Muskelkater (vom vielen Tanzen auf der Hochzeitsfeier am Tag vorher !).

Ein Mann einer anderen Familie sagte mir gegenüber, dass es in seinen Augen gar keinen Sinn mache, bei überhaupt irgndjemandem für eine umfassende Schulbildung zu sorgen. Hinterher ist die Wahrscheinlichkeit am größten, arbeitslos zu sein oder in Niedriglohnjobs zu landen ( wie z.B. Kellner in einem Hochzeitssaal), ob mit Bildung oder ohne . Und für Frauen sei es ohnehin wichtiger, sich auf eine Eheschließung vorzubereiten. Das könne besser dadurch geschehen, dass sie als Tochter ihrer Mutter regelmäßig im Haushalt zur Hand geht und möglichst viel von der Mutter lernt.

Junge Frauen, die selbst noch nicht vor allzu langer Zeit noch Schülerinnen gewesen sind, gaben mir zu verstehen, dass Schule bzw. der Weg dorthin und zurück ab einem bestimmten Lebensalter vor allem dazu dient, die Augen nach einem passenden “fiancer” offen zu halten.

Es wird wahrscheinlich auch positivere Einstellungen gegenüber dem Schulwesen geben. Aber die sind mir leider so nicht begegnet.

Auf NGOs haben alle geschimpft und ihnen pauschal unterstellt, nur in die eigene Tasche zu wirtschaften, egal aus welchem Land sie kamen.

Einen deutschstämmigen Bauunternehmer habe ich ebenfalls dort kennengelernt, der auch viele Anfeindungen von Afghanen abwehren musste. Er hat mir erzählt, dass er während des Ramadans ein Bauprojekt mit afghanischen Arbeitern fertigtstellen wollte bzw. vertragsgemäß musste. die afghanischen Arbeiter kamen zu Beginn des Fastenmonats zu ihm und verlangten Rücksichtnahme auf den Fastenmonat. Konkret wollten sie einen Monatslohn ohne Gegenleistung. Der Bauherr hat ihnen darauf gesagt, entweder sie arbeiten und dann gibt es Lohn oder sie lassen es und er sucht sich andere Arbeiter. Dann hatte er sich darüber lustig gemacht, das er während des Ramadans bei manchen Arbeitern Essensreste im Bart gesehen hat. Wenn er sie darauf ansprach, erzählten sie ihm, “ No no, it’s concret !”.

Zu seinem persönlichen Schutz hatte er aber immer eine geladene Psitole griffbereit, die er mir auch gezeigt hatte. Als Hilfskräfte im Büro hatte er ausschließlich junge Frauen vom Stamm der Hazara. Er erzählt, dass er mit ihnen die besten Erfahrungen gemacht hatte, und sich daher auch gern um ihre berufliche Qualifikation (Bau-/Bürobranche) kümmert. Eine Hazara konnte Englisch, mit ihr habe mich auch etwas unterhalten. Sie war sehr erfreut, dass sie bei dem Bauunternehmer arbeiten konnte, und betonte, er hätte auch ihrer ganzen Familie sehr geholfen. Sie hoffte, mit ihren Fremdsprachenkenntnissen und Büroqualifikation eines Tages ins Ausland gehen zu können. Ob etwas daraus geworden ist, habe ich leider nicht erfahren.

Amar77
Amar77 6 years ago

Kandolak,
eine Hausarbeit sollte eigentlich selbständig verfasst werden. Deshalb wäre besser, wenn Du selbst Recherche betreibst.

Trotzdem gebe ich hier einige Zahlen, die Du ja von den Massenmedien auch gehört hast.

A) Bildungswesen
1. Im Jahre 2011 gingen bzw. gehen ca. 8 Mio. Mädchen und Jungen zur Schule in ganz Afghanistan. Das ist 8 Mal soviel wie 2001 und 16 Mal soviel wie im Jahre 1973. Im Jahre 1973 gab es 500 000 Schüler, davon 100 000 Schülerinnen.
2. Die Zahl der Schülerinnen sind in Kabul mehr als die jungen, die zur Schule gehen; warum, weil sie den Lebensunterhalt der Familie mit verdienen; Paradox nicht wahr?
3. Es gibt über 7000 Schulen im ganzen Land; ca. die Hälfte ist renoviert bzw. neu gebaut; 3500 Schulen sind faktisch immer noch Ruine.
4. Es gibt 20 Universitäten; 20 Mal mehr als 1973; 1973 gab es eine Universität in Kabul
5. 40 000 Lehrer fehlen;
6. ca. 40 Mio. Schulbücher in Südostasien gedruckt
6. Es gibt ca. 30 Fachhochschulen und Fachschulen; das sind auch 30 Mal mehr als 1973. 1973 gab es ein Polytechnikum in Kabul, wo die sog. Loya Jirga stattfindet, deren Mitglieder die Zahl “39” nicht wollten.

B) Korruption und Bestechlichkeit
Diese Phänomene gibt es seit Adam und Eva in Afghanistan. Doch was passiert mit den Milliarden von US-Dollar der Geberländer; Insgesamt seit 2001 bis jetzt sind 56 Mrd. Dollar von der Staatengemeinschaft in Afghanistan ausgegeben.

Von diesem Geld bekamen Afghanen nur 10%, sonst haben die obigen Summen die Länder bzw. ihre Nicht-Regierungsorganisationen ausgegeben;
Also für Korruption der 10% der finanziellen Hilfen sind die afghanischen Stellen verantwortlich.

Für 80% der Gelder sind die jeweiligen Geberländer und ihre Organisationen verantwortlich.

Frage: für was haben sie diese Gelder ausgegeben?
1. Die internationelen Konzerne sind für ihre Gewinn-Maximinierung verantwortlich. Afghanistan ist ein Konsumgesellschaft; Einfuhr ist 90%; Ausfuhr ist 10%. Also Difizit.
2. Ein amerikanischer Fachmann bekommt zwischen 30 000 Dollar bis 300 000 US Dollar im Monat, während diese Arbeit ein afghanischer Fachmann hätte mit weniger Geld auch machen können.
Die meisten Gelder werden für Polizei und Militär ausgegeben wie immer in Afghanistan.

Zaher Schah im Jahre 1971 hat von 6000 Mrd. 2500 Mrd fürs Militär ausgegeben; das hat aber auch nichts geholfen; Russen marschierten 1979 ein;

C) das Bankwesen Afghanistan ist mittlerweile mit EDV ausgerüstet; Sparer bekommen keine Zinsen, kein Bargeld, sondern Waren als Geschenke wie Computer, Kamera, Fernseh usw. Die Frage ist, in wie fern sie die Banken Gewinne machen, ist mir fragwürdig. Zinsen zu kassieren, ist im Islam verpönt; wahrscheinlich für die Bevölkerung, aber die Banken müssen ja Gewinne machen;

Dennoch lautet meine Empfehlung; bitte suche selber weitere Daten: Internet, Bücher; Büchereien usw.

Kandolak
Kandolak 6 years ago

vielen vielen lieben dank für eure infos und erfahrungen!!

Selbstverständlich verfasse ich meine Hausarbeit selbst und recherchiere auch selbst dafür, mich interessieren aber vorallem, dass was ihr so aus erster Quelle wisst, denn ich denke nicht, dass alles was man an infos im netz oder sonstwo findet auch 1:1 der realität entsprechen…
Nochmals, dankeschön ihr lieben ;-)

Please login to comment