Obwohl Afghanistan über nennenswerte Bodenschätze verfügt, spielen sie wegen ihrer ungünstigen Lage zu den Absatz- und Verarbeitungsstandorten für die industrielle Entwicklung des Landes nur eine geringe Rolle.
- In größerem Umfang wurden bisher nur Kohle und Erdgas genutzt. Kohlevorkommen befinden sich bei Darrahi-Suf, Karkar, Ischpuschta und Herat.
- Erdöllagerstätten sind im Norden bei Koh-i-Angot entdeckt worden. Wegen der relativ geringen Reserven von ca. 12 Mio t lohnt sich die Förderung kaum.
- Bei Shibergan wurden reiche Erdgasvorkommen entdeckt, die von sowjetischen Technikern systematisch ausgebeutet wurden. Das Gas wurde in einer Pipeline in die GUS exportiert, die Pipeline aber im Krieg immer wieder unterbrochen.
- Drei neu entdeckte Erdgasfelder sollen in absehbarer Zeit nutzbar gemacht werden.
- Unter den neueren Funden sind die hochwertigen Eisenerzreserven (1,7 Mrd t, 62 % Eisengehalt) am vielversprechendsten. Allerdings liegen die Vorkommen großenteils in Höhen über 3.500 m.
- Ein wichtiges Potential stellen auch die Kupfervorkommen bei Aynak (nach EIU: 3,5 Mio t) dar, mit deren Ausbeutung von den Sowjets begonnen wurde.
- Ferner eine Reihe anderer Mineralien wie Blei, Zink, Gold, Silber, Asbest, Glimmer, Schwefel, Beryll.
- Afghanistan ist der bedeutendste Fundort von Lapislazuli* (mit geschätzten Reserven von 2.700 t) der Welt (Badakhshan).
Deutsche Geologen hatten maßgeblichen Anteil bei der Suche nach Bodenschätzen.
Die Ausbeutung der Edelsteinvorkommen im Nordosten hilft den regionalen Machthabern ihren Krieg gegen die Taliban zu finanzieren.

 

 *) [Wikipedia]


Lapislazuli bildet sich vorwiegend durch Metamorphose bzw. metasomatische Vorgänge unter anderem in Amphiboliten, Gneis, Marmor, Peridotiten und Pyroxeniten. Des Weiteren können neben den bereits genannten Mineralen noch Afghanit, Apatit, Dolomit, Hauyn, Nephelin, Schwefel, Tremolit und andere assoziiert sein.

Die bekanntesten Fundstätten liegen im westlichen Hindukusch in der Provinz Badakhshan in Afghanistan. Im afghanischen Bürgerkrieg spielte die Beherrschung des Pandschir-Tals, neben seiner strategischen Bedeutung, als Lieferant des teuren Lapislazulis eine wichtige Rolle als Einnahmequelle zum Kauf von Waffen. Die Gewinnungsstellen bei Sar-é Sang vom Kokscha-Tal in Badakhshan, in der noch heute Lapislazuli gewonnen wird, war schon zu Zeiten des alten Ägypten in Betrieb. Um den Stein zu gewinnen, wurde er in der Mine mit Feuer gesprengt: Man erhitzte die Steine durch örtliche intensive Holzfeuer und kühlte sie dann mit Wasser plötzlich ab, worauf sie Risse bekamen und herausgeklopft werden konnten. Heute wird in Badakhshan mit Sprengstoff gearbeitet.


Untersuchungen des United States Geological Survey (USGS) ergaben, daß vermutete Rohstoffvorkommen in Afghanistan in ihrer Größe schlicht atemberaubend sind. Denn während die meisten Besatzer Afghanistan den Umfang ihrer Erdarbeiten darauf beschränkten, im ganzen Land mehr oder weniger flächendeckend, Landminen zu vergraben, entdeckten die Forscher der USGS, daß Afghanistan wahrscheinlich über die größten Kupfervorkommen der Erde verfügt. Man schätzt die dortigen Kupfer-Vorkommen auf über 11 Millionen Tonnen, was einem derzeitigen Marktwert von etwa 88 Milliarden Dollar entspricht.

Die USGS schätzt allein die Gasvorkommen auf 700 Milliarden Kubikmeter und 300 Millionen Tonnen Öl, nur in den nördlichen Provinzen. Die Eisenvorkommen werden auf 2 Milliarden Tonnen geschätzt. Dabei muß berücksichtigt werden, daß die reichsten Vorkommen an Bodenschätzen im immer noch stark umkämpften Süden des Landes vermutet werden.
Den Anfang zur Ausbeutung der afghanischen Bodenschätze macht nun China. Eine chinesische Firma hat Ende 2007 einen 30-Jahresvertrag über die Schürfrechte zum Abbau der Kupfervorkommen in der Nähe von Kabul abgeschlossen.
Quelle



Und jetzt haltet euch fest!!!!

Die Sowjets schätzten während ihrer Besatzungszeit in Afghanistan die reichhaltigen Erdgasreserven des Landes auf fast zwei Trillionen Kubikmeter.
Ausgeschrieben: 2 000 000 000 000 000 000 Kubikmeter Erdgas !!!
Die Erdölvorkommen wurden von sowjetischen Experten auf 95 Millionen Barrel (ein Barrel entspricht 159 Litern) beziffert. Dazu kommen etwa 70 Millionen Tonnen Kohle im Gebiet zwischen Herat und Badashkan. Quelle



Und jetzt unter uns; was soll Afghanistan damit anfangen, solange es soviele Analphabeten und Dollarhungrige Machthaber gibt?


Comments


Deutsch68
Deutsch68 4 years ago

Ja, eben, das ist es doch. Wenn im eigenen Land die Erschließungstechnologien für die Bodenschatzvorkommen fehlen, was bliebt einem übrig, als HAndelsbeziehungen mit Staaten einzugehen, die über diese Technologien evrfügen ?

Und weshalb spricht man immer von “Ausbeutung” ? Das klingt so negativ. Warum schreibt man nicht einfach “Nutzung” ? Sonst hat man doch auch keine Hemmnungen, aus der Natur zu nehmen, was man für brauchbar hält.

AliGee
AliGee 4 years ago

Das wird so in den Medien berichtet. Hätten z.B. die USA den Vetrag zum Abbau der Kupfervorkommen erhalten, hätte man das nicht mehr Ausbeutung genannt.

Das Afghanistan über diese wertvolle Bodenschätze verfügt, ist den meisten Ländern schon seit über 40 Jahren bekannt. Die Pipeline-Geschichte kommt nun ans Tageslicht und man sieht, wie einfach man Leute mit etwas Geld, unter dem Mantel “Islam” gegen das eigene Regime hetzen kann. Damals waren die Sowjets jetzt sind es ca. 41 andere Länder, die diese Schätze im Visier haben.

Ich hoffe, dass unser afghanisches Volk endlich aufwacht und die Augen aufmacht. Wir wären heutzutage vielleicht genauso fortgeschritten gewesen wie Japan. Ab 1919 stand eigentlich nichts mehr im Wege. Leider gehört seit Jahrzehnten Armut zu Afghanistan. Ich verstehe nicht was unsere Könige so gutes für das Land getan haben außer königlich andere Stätte besucht zu haben. Hier ist nicht das richtige Thread für diese Diskussion, aber wolte es mal erwähnt haben.
Armut ist es, dass vielen käuflich gemacht hat und sie ihr Land verkauft haben. Solange es solche Leute gibt, wird sich die Lage kaum verändern.
Vielleicht werden unsere Kindeskinder ein besseres und friedliches Afghanistan erleben…. vielleicht ….

Deutsch68
Deutsch68 4 years ago

Naja, Afghanistan wird noch einige Zeit im Status “Entwicklungsland” bleiben; also auch auf nichtafghanische Unterstützung bei der Nutzbarmachung diverser Bodenschätze nicht verzichten können.

Vielleicht hindern ja auch geologische Ggebebenheiten, die Bodenschätze vollumfänglich eines Tages erschließen zu können (Erdbebengefahr ?!).

Unter Teilen Sibiriens soll auch einiges an Diamantvorkommen u.ä. stecken; aber vor lauter Frost kommt man halt (noch) nicht ‘ran.

Aber was “Königs” seinerzeit gehindert hat, in Afghanistan (technische usw.) Entwicklung zuzulassen, kann ich Dir nicht sagen.

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