70 Punkte zum Thema Fasten

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Al-Siyām

Von Scheikh Muhammad Salih al-Munajjid

Inhalt:

1. Einleitung
2. Definition des Fastens (Siyām)
3. Die Regeln des Fastens
4. Die Vorzüge des Fastens
5. Der Nutzen des Fastens
6. Etikette und Sunnah des Fastens

7. Was in diesem großartigen Monat getan werden sollte
8. Einige der Säulen (Ahkām) des Fastens
9. Wie der Beginn des Ramadān ermittelt wird
10. Wer ist verpflichtet zu Fasten?
11. Reisende
12. Kranke
13. Alte
14. Die Absicht (Niyyah) des Fastens
15. Beginn und Ende des Fastens
16. Was das Fasten bricht
17. Die Regeln des Fastens für Frauen


Comments


JackSparrow
JackSparrow 4 years ago

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Fereshtajan
Fereshtajan 4 years ago

Einleitung

Alles Lob gebührt Allah, wir loben Ihn und erbitten Seine Hilfe und Vergebung. Wir suchen Zuflucht bei Allah vor dem Übel in uns selbst und vor unseren schlechten Taten. Wen Allah rechtleitet, der kann nicht in die Irre gehen, und wen Er in die Irre gehen lässt, der kann nicht rechtgeleitet werden. Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah allein, ohne Partner oder Teilhaber, und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist.


Allah hat Seine Diener mit bestimmten Zeiten der Güte gesegnet, in denen Hasanāt (Belohnungen für gute Taten) vervielfacht und Sayi`āt (schlechte Taten) vergeben werden, der Rang der Menschen erhöht wird, die Herzen der Gläubigen sich ihrem Herrn zuwenden, diejenigen, die sich selbst reinigen, Erfolg haben und diejenigen, die verdorben sind, versagen. Allah hat Seine Diener erschaffen, um Ihm zu dienen, wie Er sagt (ungefähre Bedeutung): „Und Ich (Allah) habe die Jinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen.“ (51:56)


Einer der großartigsten Akte der Anbetung ist das Fasten, das Allah für Seine Diener zur Pflicht gemacht hat, wie Er sagt (ungefähre Bedeutung): „Oh die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten (al-Saum), so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr gottesfürchtig (al-Muttaqūn) werden möget.“ (2:183)


Allah ermutigt Seine Diener zum Fasten: „… Und dass ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr (es) nur wisst!“ (2:184)


Er rechtleitet sie, dass sie Ihm dafür danken, dass Er das Fasten für sie zur Pflicht gemacht hat: „… und Allah als den Größten preist, dafür, dass Er euch rechtgleitet hat, auf dass ihr dankbar sein möget.“ (2:185)


Er hat ihnen das Fasten lieb und einfach gemacht, sodass die Menschen es nicht als zu schwierig empfinden, ihre Gewohnheiten und das, was sie zu tun pflegen, aufzugeben. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „… an bestimmten Tagen…“ (2:184)


Er hat Gnade mit ihnen und hält sie fern von Schwierigkeiten und Leid, wie Er sagt (ungefähre Bedeutung): „… Wer von euch jedoch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, der soll eine (gleiche) Anzahl von anderen Tagen fasten (nachholen). …“ (2:184)


Es verwundert nicht, dass in diesem Monat die Herzen der Gläubigen sich ihrem gnadenreichsten Herrn zuwenden, sie ihren Herrn über sich fürchten und darauf hoffen, Seine Belohnung zu erlangen sowie den großartigen Sieg (das Paradies).


Da der Rang dieser Art der Anbetung so hoch ist, ist es wichtig, die Regeln (Ahkām), die mit dem Monat des Fastens zusammenhängen, zu lernen, sodass der Muslim weiß, was verpflichtend ist, um es dann auszuführen, damit er weiß, was harām ist, um es dann zu vermeiden, und damit er weiß, was erlaubt ist, so dass er sich seine Lage nicht durch das Fernbleiben vom Erlaubten erschwert.


Dieses Buch ist eine Zusammenfassung der Regeln, der Etikette und der Sunnah des Fastens. Möge Allah es zu meinem Nutzen machen und zum Nutzen für meine muslimischen Brüder. Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten.


Definition des Fastens (Siyām)


1. Siyām bedeutet im Arabischen „Sich Enthalten“; im Islam bedeutet es, sich nach dem Fassen der entsprechenden Absicht (Niyyah) von Dingen, die das Fasten brechen, in der Zeit von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang fernzuhalten.


Die Regeln des Fastens


2. Die Ummah stimmt darin überein, dass das Fasten im Monat Ramadān Pflicht ist; der Beweis dafür findet sich sowohl im Qur’ān als auch in der Sunnah. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Oh die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, so wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr gottesfürchtig (al-Muttaqūn) werden möget.“ (2:183)


Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Der Islam ist auf fünf (Säulen) aufgebaut…“ und er erwähnte das Fasten im Ramadān (Bukhāri, al-Fath #1/49). Wer das Fasten im Ramadān ohne einen legitimen Grund bricht, hat eine schwerwiegende und große Sünde begangen. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte, einen Traum, den er gesehen hatte, beschreibend: „… bis ich auf dem Berg war, wo ich laute Stimmen hörte. Ich fragte: `Was sind diese Stimmen?` Sie sagten: `Dies ist das Schreien der Leute des Höllenfeuers.` Dann wurde ich an einen anderen Platz gebracht und ich sah Leute, die an ihren Beinen aufgehängt waren, ihre Mundwinkel zerfetzt und triefend vor Blut. Ich fragte: `Wer sind diese?` Sie sagte: `Diese Leute haben ihr Fasten vor der Zeit gebrochen (d. h. vor der Zeit des Iftār).`“ (Sahīh al-Targhīb #1/420).


Al-Hāfiz al-Dhahabi (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Es ist unter den Gläubigen wohlbekannt, dass derjenige, der im Ramadān ohne gültige Entschuldigung vom Fasten ablässt, schlimmer ist als ein Ehebrecher oder Säufer; sie zweifeln sogar, ob er überhaupt ein Muslim ist, und er wird als ein Ketzer und Verdorbener betrachtet.“ Scheikh al-Islam (ibn Taymiyyah – möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Wenn eine Person im Ramadān nicht fastet, wohl wissend, dass es harām ist, sie es aber für sich selbst halāl macht, so tötet sie, und wenn sie es tut, weil sie sittenlos ist (jedoch daran glaubt, dass ihr Handeln harām ist), dann bestraft sie für das Unterlassen des Fastens.“ (Majmū` al-Fatāwa #25/265).


Die Vorzüge des Fastens


3. Die Vorzüge des Fastens sind in der Tat großartig und eines der Dinge, die in den sahīh Ahādīth überliefert werden, ist, dass Allah das Fasten für Sich Selbst erwählt hat und dass Er es belohnen und dabei den Lohn ohne Maß vervielfachen wird, wie Er in einem Hadīth qudsi sagt: „Außer das Fasten, welches nur um Meinetwillen ist und Ich werde ihn dafür belohnen.“ (al-Bukhāri, al-Fath #1904; Sahīh al-Targhīb #1/407).

Es gibt nichts, was dem Fasten gleicht (al-Nisā’i #4/165; Sahīh al-Targhīb #1/413) und das Du`ā der fastenden Person wird nicht zurückgewiesen (al-Bayhaqi #3/345; al-Silsilat al-Sahīh #1797).

Der Fastende hat zwei Momente der Freude: einen, wenn er sein Fasten bricht, und einen, wenn er seinen Herrn trifft und über sein Fasten glücklich ist (Muslim #2/807).

Das Fasten wird für die Person am Tag des Gerichts vermitteln und sagen: „Oh Herr, ich hielt ihn vom Essen und physischen Gelüsten während des Tages fern, so lasse mich für ihn Fürsprache halten.“ (Ahmad #2/174; al-Haythami ordnete den Isnād in al-Majma` #3/181 als hasan ein; siehe auch Sahīh al-Targhīb #1/1411).

Der Geruch, der aus dem Mund des Fastenden kommt, ist Allah lieber als der Duft von Moschus (Muslim #2/807).

Das Fasten ist ein Schutz und ein starkes Bollwerk, welches den Menschen vor dem Feuer beschützt (Ahmad #2/402; Sahīh al-Targhīb #1/1411; Sahīh al-Jāmi` #3880).

Wer einen Tag für Allah fastet, dessen Gesicht wird Allah für eine Distanz von 70 Jahren vom Feuer fernhalten (Muslim #2/808).

Wer einen Tag fastet, um Allahs Wohlgefallen zu erlangen, wird, wenn dies der letzte Tag seines Lebens sein sollte, das Paradies betreten (Ahmad #5/391; Sahīh al-Targhīb #1/412).

Im Paradies gibt es ein Tor, das al-Rayyān genannt wird und durch das diejenigen, die fasten, eintreten werden und niemand sonst außer ihnen; nachdem sie hindurchgegangen sind, wird es verschlossen und niemand kann mehr hindurch. (Bukhāri, Fath #1797).

Ramadān ist eine Säule des Islam; der Qur’ān wurde in diesem Monat offenbart und in ihm gibt es eine Nacht, die besser ist als tausend Monate. „Wenn Ramadān beginnt, werden die Tore des Paradieses geöffnet und die Tore der Hölle werden geschlossen und die Teufel werden angekettet.“ (Bukhāri, al-Fath #3277). Das Fasten im Ramadān entspricht dem Fasten von 10 Monaten (Musnad Ahmad #5/280; Sahīh al-Targhīb #1/421). „Wer den Ramadān über aus Gläubigkeit fastet und mit der Hoffnung auf Belohnung, dem werden all seine vorherigen Sünden vergeben.“ (Bukhāri, Fath #37). Bei jedem Fastenbrechen entlässt Allah Menschen aus dem Höllenfeuer (Ahmad #5/256; Sahīh al-Targhīb #1/419).

Fereshtajan
Fereshtajan 4 years ago

Der Nutzen des Fastens

4. Es liegen viel Weisheit und Nutzen im Fasten, was mit Taqwa zu tun hat und von Allah in der folgenden Āyah in ihrer ungefähren Bedeutung erwähnt wird: „… auf dass ihr gottesfürchtig (al-Muttaqūn) werden möget.“ (2:183)


Die Interpretation davon lautet, dass es, wenn eine Person sich in der Hoffnung auf Allahs Wohlgefallen von halāl Dingen fernhält sowie aus Angst vor Seiner Bestrafung, für sie einfacher wird, sich von harām Dingen fernzuhalten.


Wenn der Magen einer Person hungrig ist, so wird dies viele ihrer anderen Glieder davon abhalten, hungrig oder verlangend zu werden; wenn aber der Magen satt ist, dann werden die Zunge, Augen, Hand und Genitalien beginnen, sich hungrig zu fühlen. Durch das Fasten wird der Schaytān besiegt, es kontrolliert die Gelüste und schützt die anderen Bereiche.


Wenn die fastende Person den Schmerz des Hungers fühlt, kann sie die Situation der Armen nachempfinden, bekommt so Mitleid mit ihnen und gibt ihnen etwas, um ihren Hunger zu lindern. Von ihnen (den Armen) zu hören ist nicht dasselbe, wie ihr Leiden zu teilen, ebenso wie ein Reiter nicht die Belastung des Laufens spürt, bis er selbst absteigt und läuft.


Das Fasten trainiert den Willen, Gelüste zu vermeiden und sich von der Sünde fernzuhalten; es hilft einer Person, ihre eigene Veranlagung zu unterwerfen und sich ihrer Gewohnheiten zu entledigen. Es erzieht eine Person außerdem dazu, organisiert und pünktlich zu sein, was die Probleme vieler Menschen, die unorganisiert sind, lösen könnte, wenn sie es nur erkennen würden.


Das Fasten ist auch eine Demonstration der Einheit der Muslime, denn die Ummah fastet und bricht ihr Fasten zur selben Zeit.


Es birgt auch eine große Chance für diejenigen, die andere zu Allah aufrufen. In diesem Monat kommen viele Menschen zum ersten Mal oder nach langer Zeit zur Moschee und ihre Herzen sind offen, daher müssen wir das Beste aus dieser Gelegenheit machen und auf freundliche Weise predigen, angemessene Lektionen erteilen, nützliche Worte sprechen und gleichzeitig in Rechtschaffenheit und guten Taten zusammenarbeiten. Der Dai`yah sollte nicht so sehr mit anderen beschäftigt sein, dass er seine eigene Seele vergisst und wie eine Kerze wird, die für andere den Weg beleuchtet, für sich selber aber aufgezehrt ist.

Etikette und Sunnah des Fastens

5. Einige Aspekte sind verpflichtend (wājib) und andere sind empfohlen (mustahabb):


Wir sollten dafür sorgen, dass wir zum Suhūr essen und trinken und dass wir dies bis kurz vor den Adhān des Fajr Gebets hinauszögern. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Nehmt Suhūr zu euch, denn im Suhūr liegt Segen (Barakah).“ (al-Bukhāri, Fath #4/139). „Suhūr ist gesegnetes Essen und dazu gehört, dass wir uns von den Leuten der Schrift unterscheiden. Was für ein guter Suhūr sind Datteln für den Gläubigen.“ (Abu Dawud #2345; Sahīh al-Targhīb #1/448).


Den Iftār nicht verspäten, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Den Menschen wird es gut gehen, solange sie nicht den Iftār verspäten.“ (Bukhāri, Fath #4/198).


Das Fastenbrechen sollte in der Art erfolgen, die in dem Hadīth von Anas (möge Allah mit ihm zufrieden sein) beschrieben wird: „Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) brach sein Fasten gewöhnlich mit frischen Datteln vor dem Gebet. Falls frische Datteln nicht vorhanden waren, dann aß er getrocknete Datteln. Falls getrocknete Datteln nicht erhältlich waren, dann nahm er ein paar Schlucke Wasser.“ (al-Tirmidhi #3/79 und andere; er sagte, dieser Hadīth sei gharīb hasan; klassifiziert als sahīh in al-Irwa’ #922).


Nach dem Iftār die Worte rezitieren, die gemäß einem von ibn `Umar (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichteten Hadīth vom Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) gesagt wurden, nachdem er das Fasten gebrochen hatte: „Dhahaba al-zama’, wa’btallat al-‘urūq, wa thabat al-ajru in sha Allaah (Der Durst ist vorüber, die Venen fließen wieder und die Belohnung ist gesichert, inshaAllah).“ (Abu Dawud #2/765; sein Isnād wurde von al-Dāraqutni als hasan eingestuft #2/185).


Sich von den Sünden fernhalten, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wenn einer von euch fastet, dann lasst ihn keine Sünde verüben…“ (al-Bukhāri, al-Fath #1904). Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer nicht aufhört, Lügen zu erzählen und dementsprechend zu handeln, von dem braucht Allah es nicht, dass er das Essen und Trinken aufgibt.“ (al-Bukhāri, al-Fath #1903). Die Person, die fastet, sollte alle Arten von harām Handlungen vermeiden, dazu gehören: Lästerei, Obszönitäten und Lügen, ansonsten wird ihre Belohnung verloren gehen. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es kann sein, dass einer fastenden Person nichts von ihrem Fasten bleibt außer dem Hunger.“ (ibn Mājah #1/539; Sahīh al-Targhīb #1/453).


Zu den Dingen, die die guten Taten (Hasanāt) zerstören und die schlechte Taten (Sayi`āt) nach sich ziehen, gehört es, dass jemand es sich selbst gestattet, sich von Quiz-Shows, Soap Operas, Spielfilmen, Sportveranstaltungen, nutzlosen Versammlungen, dem Herumhängen mit schlechten Leuten und Zeitverschwendern, dem Herumfahren ohne Sinn und Zweck sowie dem Herumsitzen auf Straßen und Bürgersteigen ablenken zu lassen, sodass der Monat von Tahajjud, Dhikr und Anbetung für viele Menschen ein Monat des Schlafens am Tage wird, um so das Hungergefühl zu unterdrücken. Sie verpassen dadurch auch ihre Gebete sowie die Gelegenheit, diese in der Gemeinschaft zu verrichten und verbringen stattdessen ihre Nächte mit Unterhaltung und dem Stillen ihrer Gelüste. Einige Leute begegnen diesem Monat sogar mit Verärgerung, nur an die Genüsse denkend, die ihnen entgehen. Im Ramadān verreisen einige Leute sogar in Länder der Kuffār, um dort ihre Ferien zu verbringen! Selbst die Moscheen sind nicht frei von solchen Übeln, wie z. B. dass Frauen auftauchen, die Make-up und Parfum tragen, und sogar das Heilige Haus Allahs ist nicht frei von solchen Krankheiten. Einige Leute machen aus diesem Monat eine Saison des Bettelns, auch wenn sie es gar nicht nötig haben. Einige von ihnen vergnügen sich mit gefährlichen Feuerwerken und Ähnlichem und andere verschwenden ihre Zeit auf Märkten, schlendern durch die Geschäfte und suchen nach der neuesten Mode. Manche präsentieren während der letzten zehn Tage des Monats neue Produkte und Modetrends in ihren Geschäften, um die Menschen vom Streben nach ihrer Belohnung und vom Verdienen der Hasanāt abzuhalten.


Es sich selbst nicht erlauben, sich provozieren zu lassen, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wenn jemand ihn bekämpft oder beschimpft, dann sollte er sagen: `Ich faste, ich faste.`“ (Bukhāri und andere, al-Fath #1894). Ein Grund dafür ist es, sich selbst zu erinnern, und ein weiterer Grund ist es, seinen Gegner zu erinnern. Aber jeder, der das Benehmen derer, die Fasten, betrachtet, wird etwas anderes bemerken. Es ist wichtig, Selbstbeherrschung zu üben und ruhig zu bleiben, aber wir sehen das Gegenteil bei verrückten Autofahrern, die losrasen, wenn sie den Adhān für das Maghrib Gebet hören.


Nicht zu viel essen, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Der Sohn Adams füllt kein schlechteres Gefäß als seinen Magen.“ (al-Tirmidhi #2380; er sagte, dieser Hadīth sei hasan sahīh). Die intelligente Person isst um zu leben, sie lebt nicht um zu essen. Die beste Art von Essen ist die, die von Nutzen ist, und nicht die, die der Präsentation dient. Doch die Leute verwöhnen sich mit allen Arten von Essen (während des Ramadān) und betreiben die Essenvorbereitung als eine Art Kunstfertigkeit, sodass die Hausfrauen und Diener all ihre Zeit damit verbringen und von der Anbetung abgehalten werden. Die Leute verschwenden im Ramadān weitaus mehr Zeit mit ihrem Essen als normalerweise. Dadurch wird der Monat ein Monat der Übelkeit, der Verfettung und der Magenverstimmung, in dem die Menschen wie Vielfraße essen und wie durstige Kamele trinken und wenn sie zum Tarāwīh-Gebet aufstehen, dann tun sie dies widerstrebend und einige von ihnen verlassen es nach den ersten zwei Raka`āt wieder.


Großzügig das Wissen teilen, Geld spenden, die eigene Autorität oder physische Stärke nutzen, um anderen zu helfen, und ein gutes Verhalten zeigen.


Al-Bukhāri und Muslim berichten, dass ibn `Abbās (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: „Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) war der großzügigste aller Menschen (bei seinen guten Taten) und er war am großzügigsten im Ramadān, als Jibreel ihn traf und er traf ihn jede Nacht im Ramadān und lehrte ihn den Qur’ān. Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) war bei seinen guten Taten großzügiger als ein Windstoß.“ (Bukhāri, al-Fath #6).


Wie können die Menschen Großzügigkeit gegen Geiz austauschen und Fleiß gegen Faulheit, bis zu dem Ausmaß, dass sie weder vernünftig arbeiten noch andere angemessen behandeln und dabei benutzen sie ihr Fasten als Ausrede für all dies.


Das Verknüpfen von Fasten mit der Speisung von Armen ist eines der Mittel, um das Paradies zu erreichen, wie der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Im Paradies gibt es Räume, deren Äußeres von innen gesehen werden kann und deren Inneres von außen gesehen werden kann. Allah hat diese für diejenigen, die die Armen speisen, vorbereitet und für diejenigen, die freundlich in ihrer Sprache sind, die regelmäßig fasten und die in der Nacht beten, wenn die Menschen schlafen.“ (Ahmad #5/343; ibn Khuzaymah #2137; al-Albāni sagte in einer Fußnote, dass der Isnād hasan ist, aufgrund von unterstützenden Berichten).


Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer einer fastenden Person Essen gibt, mit dem diese ihr Fasten bricht, wird eine dem entsprechende Belohnung erhalten, ohne die der fastenden Person auch nur im Geringsten zu verringern.“ (al-Tirmidhi #3/171; Sahīh al-Targhīb #1/451). Scheikh al-Islam (ibn Taymiyyah, möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Was gemeint ist, ist dass er ihn speisen sollte, bis er zufrieden ist.“ (Al-Ikhtiyārāt al-Fiqhiyyah, S. 109).


Eine Anzahl von Salaf (möge Allah mit ihnen zufrieden sein) bevorzugten die Armen vor sich selbst, wenn sie sie zur Zeit des Iftār speisten. Dazu gehörten ‘Abd-Allah ibn ‘Umar, Mālik ibn Dīnār, Ahmad ibn Hanbal und andere. `Abd-Allah ibn `Umar brach sein Fasten nicht, bis sich Waisen und Arme zu ihm setzten.

 

Fereshtajan
Fereshtajan 4 years ago

Was in diesem großartigen Monat getan werden sollte

Sich selbst und seine Umgebung auf den Gottesdienst vorbereiten, sich beeilen zu bereuen und sich wieder Allah zuwenden, sich über den Beginn des Monats freuen, richtig fasten, die richtige Einstellung haben und Allah während des Tarāwīh Gebets fürchten, während der mittleren zehn Tage sich nicht erschöpft fühlen, die Laylat al-Qadr erwarten, den kompletten Qur’ān immer wieder lesen, sich dabei seinen Gefühlen hingeben und versuchen, das Gelesene zu verstehen. `Umrah während des Ramadān ist mit einer Hajj gleichgestellt und während dieser vorzüglichen Zeit gegebene Almosen werden vervielfacht, `Itikāf (das Zurückziehen in die Moschee zum Gottesdienst) wird als Teil der Sunnah durchgeführt.


Es ist nichts Falsches daran, einander zum Beginn des Monats zu beglückwünschen. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) teilte seinen Gefährten gewöhnlich die frohe Botschaft über den Beginn des Ramadān mit und ermahnte sie, das Beste daraus zu machen. Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte: Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Zu euch ist der Ramadān gekommen, ein gesegneter Monat. Allah hat es euch zur Pflicht gemacht (in diesem Monat) zu fasten. In ihm sind die Tore des Paradieses geöffnet und die Tore der Hölle sind verschlossen und die Satane sind gefesselt. In ihm gibt es eine Nacht, die besser ist als 1000 Monate; wer sich selbst ihrer Vorzüglichkeit beraubt, ist wahrlich beraubt.“ (al-Nasā’i #4/129; Sahīh al-Targhīb #1/490).


Einige der Säule
n (Ahkām) des Fastens


6. Es gibt die Art des Fastens, die an aufeinanderfolgenden Tagen vollzogen werden muss, wie das Fasten im Ramadān oder das Fasten als Buße für das versehentliche Töten eines Menschen, für die Scheidung von der Ehefrau durch Zihār (eine Form der Scheidung aus der Zeit der Jāhiliyah, bei der der Mann zu seiner Frau sagt: Du bist für mich wie der Rücken meiner Mutter – Anmerkung des Übersetzers) oder für den Geschlechtsverkehr bei Tage im Ramadān. Ebenso muss jemand, der einen Schwur dafür leistet, dass er an aufeinanderfolgenden Tagen fasten wird, diesen erfüllen.


Es gibt außerdem die Art des Fastens, die nicht an aufeinanderfolgenden Tagen erfüllt werden muss, wie z. B. das Nachholen von verpassten Tagen des Ramadāns, das Fasten von zehn Tagen, wenn jemand kein Opfer schlachten kann, das Fasten für Kafārat yamīn (gemäß der Mehrheit der Gelehrten), das Fasten als Ausgleich für die Verletzung der Regeln des Ihrām (gemäß der korrekten Meinung) und das Fasten um einen Schwur zu erfüllen, in den Fällen, in denen derjenige nicht die Absicht gefasst hatte, die Tage direkt nacheinander zu fasten.


7. Freiwilliges Fasten kann einen Rückstand des Pflichtfastens ausgleichen. Beispiele für freiwilliges Fasten sind `Āschūra, `Arafāh, Ayyām al-Bīd (der 13., 14. und 15. der Hijri Monate – Anmerkung des Übersetzers), Montage und Donnerstage, sechs Tage des Schawwāl und das Fasten während Muharram und Scha`bān.


8. Es ist nicht erlaubt, einen Freitag als einzelnen Tag zum Fasten auszuwählen (Bukhāri, Fath al-Bāri #1985) oder an einem Samstag zu fasten, außer es ist ein obligatorisches Fasten (berichtet und als hasan eingestuft von al-Tirmidhi #3/111) – womit gemeint ist, diesen Tag ohne Grund auszuwählen. Es ist nicht erlaubt, das gesamte Leben zu fasten oder für zwei oder mehr Tage ohne Pause zu fasten, d. h. zwei oder drei Tage ohne eine Pause dazwischen einzulegen. Es ist harām, an den zwei `Id Tagen zu fasten oder an den Ayyām al-Taschrīq, welche der 11., 12. und 13. des Dhū-l-Hijjah sind, denn diese Tage sind dem Essen, Trinken und dem Gedenken an Allah gewidmet, doch es ist demjenigen, der kein Opfertier hat, erlaubt, an ihnen (Ayyām al-Taschrīq) in Mina zu fasten.

 Wie der Beginn des Ramadān bestimmt wird

9. Der Beginn des Ramadān wird durch die Sichtung des Neumondes bestätigt oder durch die Vollendung des 30. Tages von Scha`bān. Wer auch immer die Sichel des Neumondes sieht oder es aus einer vertrauenswürdigen Quelle hört, ist verpflichtet zu fasten.


Das Benutzen von Berechnungen, um den Beginn des Ramadān zu ermitteln, ist Bid`ah, denn der Hadīth des Propheten (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagt deutlich aus: „Fastet, wenn ihr ihn (den Neumond) seht, und brecht euer Fasten, wenn ihr ihn seht.“ Wenn ein erwachsener, gesunder, vertrauenswürdiger und glaubwürdiger Muslim, der gesunde Augen hat, sagt, dass er den Mond mit seinen eigenen Augen gesehen hat, dann sollten wir sein Wort akzeptieren und dementsprechend handeln (d. h. mit dem Fasten beginnen).


Wer ist verpflichtet zu fasten?


10. Das Fasten ist eine Pflicht für jeden erwachsenen, gesunden, niedergelassenen (d. h. nicht Reisenden) Muslim, der in der Lage ist zu fasten und nicht durch etwas wie Hayd (Menstruation) oder Nifās (Postnatale Blutung) daran gehindert wird.Eine Person wird als erwachsen betrachtet, wenn eines der folgenden drei Dinge geschieht: die Absonderung von Sperma, entweder durch einen feuchten Traum oder anders, das Wachstum von rauen Schamhaaren im Genitalbereich, das Erreichen eines Alters von 15 Jahren. Im Falle von Mädchen gibt es einen vierten Punkt, nämlich die Menstruation. Mit der ersten Periode (Menarche) ist sie verpflichtet zu fasten, selbst wenn sie jünger als zehn Jahre ist.


11. Kinder sollten dazu angeleitet werden zu fasten, wenn sie sieben Jahre alt und dazu in der Lage sind. Einige Gelehrte sagen, dass ein Kind im Alter von zehn Jahren geschlagen werden sollte, wenn es nicht fastet, ebenso wie im Falle des Salāh (siehe al-Mughni #3/90). Das Kind wird für sein Fasten belohnt und die Eltern werden dafür belohnt, dass sie es gut erzogen und zum Guten angeleitet haben. Al-Rubay’ bint Mu’awwidh (möge Allah mit ihr zufrieden sein) sagte, als sie über den Ramadān sprach, nachdem dieser obligatorisch geworden war: „Wir ließen unsere Kinder gewöhnlich fasten und wir fertigten ihnen Spielzeug aus Wolle an. Wenn eines von ihnen um Essen bettelte, gaben wir ihm das Spielzeug zum Spielen, bis es Zeit zum Fastenbrechen war.“ (Bukhāri, Fath #1960). Einige Leute denken nicht, dass es wichtig ist, die Kinder zum Fasten zu bringen, doch tatsächlich kann ein Kind vom Fasten begeistert und dazu in der Lage sein, seine Eltern halten es jedoch davon ab, weil sie falsches Mitleid mit ihm haben. Sie erkennen nicht, dass wahres Mitleid und Mitgefühl darin bestehen, das Kind an das Fasten zu gewöhnen. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „Oh die ihr glaubt, bewahrt euch selbst und eure Angehörigen vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind, über das hartherzige, strenge Engel (gesetzt) sind, die sich Allah nicht widersetzen in dem, was Er ihnen befiehlt, sondern tun, was ihnen befohlen wird.“ (66:6) Besondere Aufmerksamkeit muss dem Fasten eines Mädchens gewidmet werden, wenn sie gerade ihre Reife erlangt hat, denn sie könnte ansonsten aus Schüchternheit während ihrer Periode fasten und es versäumen, diese Tage später nachzuholen.


12. Wenn ein Kāfir Muslim wird oder ein Kind die Pubertät erreicht oder eine geistig kranke Person während des Tages zur Besinnung kommt, dann sollten diese Personen sich für den Rest des Tages des Essens enthalten, denn sie gehören dann zu denen, die verpflichtet sind zu fasten. Sie müssen die verpassten Tage des Ramadān jedoch nicht nachholen, denn bis zu dem Zeitpunkt gehörten sie nicht zu denen, die zu fasten verpflichtet sind.


13. Die geistig Kranken sind nicht verantwortlich für ihre Taten (diese werden nicht aufgezeichnet), doch wenn eine Person manchmal krank ist und manchmal nicht, dann muss sie während der Zeiträume ihrer Zurechnungsfähigkeit fasten und ist für die restliche Zeit, während der Zeiträume ihrer Unzurechnungsfähigkeit, entschuldigt. Wird die Person im Laufe des Tages krank, dann wird ihr Fasten nicht für ungültig erklärt, wie es ebenso der Fall ist, wenn jemand aufgrund einer Krankheit oder durch etwas anderes ohnmächtig wird, denn er hatte die Absicht zu fasten, als er bei Sinnen war (Majālis Schahr Ramadān von Ibn ‘Uthaymīn, S.28). Ein ähnlicher Fall ist es bei Epilepsie.


14. Wenn jemand während des Ramadān stirbt, so liegen bezüglich der verbleibenden Tage des Monats keine „Schulden“ auf ihm oder seinen Erben.


15. Falls jemand nicht weiß, dass es Fard (Pflicht) ist, im Ramadān zu fasten, oder dass es harām ist zu essen oder Geschlechtsverkehr während des Tages in diesem Monat zu haben, dann ist seine Entschuldigung gemäß der Mehrheit der Gelehrten akzeptabel, wie auch in dem Fall, wenn er ein neuer Konvertit ist, ein Muslim, der im Dār al-Harb (einem nichtmuslimischen Land) lebt, oder ein Muslim, der zwischen den Kuffār aufgewachsen ist. Eine Person aber, die unter Muslimen aufgewachsen ist und in der Lage war, sich Wissen anzueignen, hat keine Entschuldigung.

 

Fereshtajan
Fereshtajan 4 years ago

 Reisende

16. Es ist dem Reisenden erlaubt, sein Fasten zu brechen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Seine Reise sollte lang sein oder zumindest als Reise anerkannt werden (es gibt eine bekannte Meinungsverschiedenheit unter den Gelehrten hinsichtlich dieser Angelegenheit) und sie sollte ihn außerhalb seiner Stadt und ihrer Umgebung führen. (Die Mehrheit der Gelehrten sagt, dass er sein Fasten nicht brechen sollte, bis er die Stadtgrenze überschreitet. Sie sagen, dass die Reise nicht richtig begonnen hat, bis die Person die Stadtgrenze passiert, und jemand, der immer noch in seiner Stadt ist, gilt als ansässig. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „… Wer also von euch während dieses Monats anwesend (d. h. zu Hause) ist, der soll fasten, …“ (2:185). Diese Person wird nicht als Reisender gezählt, bis sie ihre Stadt verlassen hat; solange sie in der Stadt ist, gilt sie als Niedergelassener und es ist ihr nicht erlaubt, ihre Gebete zu verkürzen). Die Reise sollte außerdem nicht für sündige Zwecke erfolgen (gemäß der Mehrheit der Gelehrten) oder um dem Fasten zu entgehen.

17. Es ist dem Reisenden gemäß dem Konsens der Ummah erlaubt, sein Fasten zu brechen, unabhängig davon, ob er in der Lage wäre, es fortzusetzen oder nicht und unabhängig davon, ob es ihm schwer fällt zu fasten oder nicht. Selbst wenn die Reise einfach ist und er jemanden hat, der ihn bedient, so ist es ihm trotzdem erlaubt, sein Fasten zu brechen und sein Gebet zu verkürzen (Majmū’ al-Fatāwa #25/210).

18. Wer entschlossen ist, im Ramadān zu reisen, sollte nicht die Absicht haben, das Fasten zu brechen, bis er tatsächlich abgereist ist, denn es könnte etwas geschehen, das ihn von seiner Abreise abhält (Tafsīr al-Qurtubi #2/278).Der Reisende sollte sein Fasten nicht brechen, bis er an den unbewohnten Häusern seiner Stadt vorbei gekommen ist; hat er die Stadtgrenze erreicht, dann kann er sein Fasten brechen. Ähnliches gilt, wenn er fliegt – sobald das Flugzeug abgehoben und die Stadtgrenze passiert hat, darf er sein Fasten brechen. Wenn der Flugplatz außerhalb der Stadt liegt, kann er sein Fasten dort brechen, befindet sich der Flugplatz aber innerhalb der Stadt oder ist er ihr angeschlossen, dann sollte er sein Fasten nicht auf dem Flugplatz brechen, denn er ist immer noch in seiner Heimatstadt.

19. Wenn die Sonne untergeht und er sein Fasten am Boden bricht, das Flugzeug dann abhebt und er die Sonne sieht, muss er sein Essen nicht unterbrechen, denn er hat sein Fasten für diesen Tag bereits vervollständigt und es gibt keine Möglichkeit, einen Akt der Anbetung zu wiederholen, der bereits beendet wurde. Wenn das Flugzeug vor Sonnenuntergang abhebt und er sein Fasten während der Reise vervollständigen möchte, dann sollte er es nicht brechen bis die Sonne von seinem derzeitigen Aufenthaltsort in der Luft aus betrachtet untergegangen ist. Es ist dem Piloten nicht erlaubt, das Flugzeug auf eine Höhe abzusenken, von der aus die Sonne nicht mehr gesehen werden kann, nur um das Fasten brechen zu dürfen, denn dies wäre eine Art von Betrügerei. Senkt er das Flugzeug aber aus einem annehmbaren Grund ab und die Sonne verschwindet deshalb aus seinem Sichtfeld, dann kann er sein Fasten brechen (Fatāwa von Scheikh ibn Bāz, mündlich mitgeteilt).

20. Wer verreist und beabsichtigt, am Ankunftsort für mehr als vier Tage zu bleiben, muss gemäß der Mehrheit der Gelehrten fasten. Wenn eine Person also verreist, um im Ausland für mehrere Monate oder Jahre zu studieren, dann gilt sie – entsprechend der Mehrheit der Gelehrten und ebenfalls der vier Imāme – als dort ansässig und muss fasten und ihre Gebete vollständig verrichten.

Wenn ein Reisender durch eine andere als seine Heimatstadt reist, muss er nicht fasten, außer er bleibt dort für mehr als vier Tage. In diesem Fall muss er fasten, denn die Regeln, die auf Ansässige zutreffen, treffen auch auf ihn zu (Fatāwa al-Da`wah von ibn Bāz #977).

21. Wer sein Fasten beginnt, während er „zu Hause“ ist und dann während des Tages zu einer Reise aufbricht, darf sein Fasten brechen, denn Allah hat die Abreise im Allgemeinen zu einem legitimen Grund gemacht, nicht zu fasten. Allah sagt (ungefähre Bedeutung): „… wer jedoch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, (der soll) eine (gleiche) Anzahl von anderen Tagen (fasten)” (2:185)

22. Einer Person, die gewohnheitsmäßig reist, ist es erlaubt, das Fasten zu unterlassen, wenn sie einen Wohnsitz hat, zu dem sie zurückkehrt, wie z. B. ein Kurier, der im Interesse der Muslime herumreist (ebenso Taxifahrer, Piloten und Mitarbeiter der Fluglinie, selbst wenn sie täglich verreisen – jedoch müssen sie die Tage später nachholen). Dasselbe trifft auf Seeleute zu, die ein Zuhause an Land haben. Wenn der Seemann jedoch seine Ehefrau und alles, was er benötigt, bei sich auf dem Schiff hat und er permanent reist, dann ist es ihm nicht erlaubt, sein Fasten zu brechen oder seine Gebete zu verkürzen. Wenn nomadische Beduinen von ihrem Winterquartier in ihr Sommerquartier umsiedeln – oder andersherum – dann ist es ihnen erlaubt, ihr Fasten zu brechen und ihre Gebete zu verkürzen, wenn sie aber in ihrem jeweiligen Quartier angekommen sind, dann sollten sie weder ihr Fasten brechen noch das Gebet verkürzen, selbst wenn sie ihren Herden folgen (Majmū’ Fatāwa Ibn Taymiyyah #25/213).

23. Wenn ein Reisender während des Tages sein Ziel erreicht, dann gibt es diesbezüglich eine Meinungsverschiedenheit unter den Gelehrten, ob er entweder mit dem Essen und Trinken aufhören sollte oder nicht (Majmū’ al-Fatāwa #25/212). Um aber auf der sicheren Seite zu sein, sollte er es, schon allein aus Respekt diesem Monat gegenüber, tun. Er muss den Tag jedoch trotzdem nachholen, unabhängig davon, ob er nach seiner Ankunft mit dem Essen und Trinken stoppt oder nicht.

24. Wenn er den Ramadān in seiner Stadt beginnt, dann in eine andere Stadt verreist, in der die Leute vor oder nach ihm mit dem Fasten begonnen haben, dann sollte er den Leuten dieser Stadt folgen; er sollte den Ramadān also so beenden wie sie, selbst wenn dies bedeutet, dass er mehr als 30 Tage fastet, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Fastet, wenn jeder fastet, und brecht euer Fasten, wenn jeder sein Fasten bricht.“ Wenn daraus folgt, dass sein Fasten weniger als 29 Tage beträgt, dann muss er diese Tage nach dem `Id nachholen, denn der Hijri Monat kann nicht weniger als 29 Tage haben (Fatāwa al-Scheikh ‘Abd al-‘Azīz ibn Bāz: Fatāwa al-Siyām, Dār al-Watan, S. 15-16)

Fereshtajan
Fereshtajan 4 years ago

Kranke

25. Im Falle irgendeiner Krankheit, durch die der Mensch sich unwohl fühlt, ist es ihm erlaubt, nicht zu fasten. Der Beweis dafür ist die folgende Āyah (ungefähre Bedeutung): „… wer jedoch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, (der soll) eine (gleiche) Anzahl von anderen Tagen (fasten)” (2:185) Ist das Leiden jedoch gering, wie z. B. Husten oder Kopfschmerz, dann gilt dies nicht als Grund, das Fasten zu brechen. Gibt es einen medizinischen Beweis oder weiß es eine Person aus ihrer eigenen Erfahrung oder ist sie sich sicher, dass das Fasten ihre Krankheit verschlimmert oder die Genesung verzögert, dann ist es ihr gestattet, das Fasten zu brechen; tatsächlich ist es unerwünscht (makrūh) in solchen Fällen zu fasten. Ist die Person ernsthaft erkrankt, so muss sie in der Nacht nicht die Absicht des Fastens für den folgenden Tag fassen, selbst wenn die Möglichkeit besteht, dass es ihr am nächsten Morgen besser geht, denn was zählt, ist der Moment.


26. Wenn das Fasten eine Ohnmacht verursachen könnte, dann sollte es gebrochen und später nachgeholt werden (al-Fatāwa #25/217). Falls eine Person während des Tages bewusstlos wird und vor dem Maghrib-Gebet zu sich kommt oder danach, dann ist ihr Fasten immer noch gültig, solange sie am Morgen gefastet hatte; dauert die Ohnmacht vom Fajr bis zum Maghrib an, dann ist das Fasten nach der Mehrheit der Gelehrten nicht gültig. Gemäß der Mehrheit der Gelehrten ist es für jemanden, der die Besinnung verliert, verpflichtend, die Fastentage später nachzuholen, unabhängig davon, wie lange die Ohnmacht andauerte (Al-Mughni ma’a al-Scharh al-Kabīr #1/412, 3/32; al-Mausū’ah al-Fiqhiyyah al-Kuwaytiyyah #5/268). Einige Gelehrte haben Fatwas ausgegeben, die besagen, dass eine Person, die ohnmächtig wird oder Schlaftabletten nimmt oder aus einem wichtigen Grund ein Betäubungsmittel erhält und infolgedessen für drei Tage oder weniger ohne Besinnung ist, das Fasten nachholen muss, denn sie wird wie jemand betrachtet, der schläft; dauert die Bewusstlosigkeit länger als drei Tage an, dann muss sie das Fasten nicht nachholen, denn sie gilt als krank (von den Fatāwa des Scheikh ‘Abd al-‘Azīz ibn Bāz, mündlich übermittelt).


27. Wenn eine Person extrem hungrig oder durstig ist und befürchtet, dass sie sterben oder einen irreparablen Schaden erleiden könnte und sie für diese Annahme einen vernünftigen Grund hat, dann sollte sie ihr Fasten brechen und es später nachholen, denn der Schutz des Lebens ist eine Pflicht. Doch es ist nicht erlaubt, das Fasten im Falle einer ertragbaren Schwierigkeit zu brechen oder weil jemand müde ist oder sich vor eingebildeten Krankheiten fürchtet. Menschen, die in körperlich anspruchsvollen Jobs arbeiten, sind nicht befugt, ihr Fasten zu brechen, und sie müssen während der Nacht die Absicht haben, am folgenden Tag zu fasten. Falls sie ihre Arbeit nicht unterbrechen können und sie befürchten, dass sie am Tage einen Schaden erleiden könnten, oder wenn sie sich extremen Schwierigkeiten ausgesetzt sehen, die sie zum Unterbrechen des Fastens zwingen, dann sollten sie nur soviel essen, wie sie benötigen, um die Schwierigkeiten ertragen zu können, danach sollten sie sich des Essens bis zum Sonnenuntergang wieder enthalten und sie müssen die Tage nachholen. Arbeiter mit körperlich anstrengenden Jobs, wie die Arbeit mit Schmelzöfen und heißen Metallen, sollten versuchen, ihre Schichten zu wechseln, sodass sie in der Nacht arbeiten können, oder sie sollten während des Ramadān Urlaub nehmen, notfalls sogar unbezahlten. Ist all dies nicht möglich, dann sollten sie sich nach einem anderen Arbeitsplatz umsehen, an dem sie ihre religiösen mit ihren weltlichen Pflichten verknüpfen können.„Und wer Allah fürchtet, dem schafft Er einen Ausweg und gewährt ihm Versorgung, von wo (aus) er damit nicht rechnet.“ (65:2-3, ungefähre Bedeutung) (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/233, #235)


Die Prüfungen von Studenten sind keine Entschuldigung, um das Fasten im Ramadān zu brechen, und es ist nicht erlaubt, den Eltern zu gehorchen, wenn sie dies verlangen. Denn es gibt keinen Gehorsam gegenüber der Schöpfung, wenn dies den Ungehorsam gegenüber dem Schöpfer beinhaltet (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/241).


28. Eine kranke Person, die auf Genesung hofft, sollte warten, bis es ihr besser geht, und dann die verpassten Fastentage nachholen; es ist ihr nicht erlaubt, Arme zu speisen. Eine Person, die an einer chronischen Krankheit leidet und keine Hoffnung auf Genesung hat, sowie ältere Leute, die nicht in der Lage sind zu fasten, sollten einen Armen mit einem halben Sā` (ungefähr 1,5 Kilo Reis) der üblichen Speise ihre Landes für jeden Tag, den sie verpasst haben, versorgen. Es ist erlaubt, alles auf einmal am Ende des Monats zu geben oder einen Armen täglich zu speisen. Aufgrund des Wortlauts der Āyah muss dies durch das tatsächliche Geben von Lebensmitteln erfolgen und nicht durch das Spenden von Geld an Arme (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/198). Doch kann das Geld einer vertrauenswürdigen Person oder einer wohltätigen Organisation überreicht werden, die dann davon Lebensmittel kauft und sie im Auftrag des Kranken an Arme verteilt.


Wenn eine kranke Person im Ramadān nicht fastet und auf ihr Heilung wartet, damit sie die verpassten Tage nachholen kann, dann aber herausfindet, dass ihre Krankheit chronisch ist, so muss sie für jeden nicht gefasteten Tag einen Armen speisen (von den Fatāwa des Scheikh Ibn `Uthaymīn). Wartet eine Person auf ihre Genesung, stirbt dann aber, so bleiben ihr oder ihren Erben keine „Schulden“ bestehen. Wird die Krankheit einer Person als chronisch betrachtet und sie fastet deshalb nicht und versorgt stattdessen Arme und ihre Krankheit kann dann aufgrund des medizinischen Fortschritts geheilt werden, dann muss sie die Fastentage nicht nachholen, denn sie hat den für diesen Zeitpunkt richtigen Weg gewählt (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/195).


29. Wenn eine Person krank wird, dann genest und es ihr möglich ist, die verpassten Fastentage nachzuholen, sie dies aber nicht tut, bevor sie stirbt, dann sollte Geld von ihrer Erbmasse genommen werden, um davon einen Armen für jeden versäumten Tag zu speisen. Wenn einer der Verwandten im Namen des Verstorbenen fastet, dann ist dies in Ordnung, denn es wird in al-Sahīhayn berichtet, dass der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Wer stirbt, wenn er noch Fastentage zu begleichen hat, für den lasst seine Verwandten in seinem Namen fasten.“ (von Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah, Ausgabe zur Da’wah #806).

Fereshtajan
Fereshtajan 4 years ago

Ältere Menschen

30. Sehr alte Menschen, die ihre Stärke verloren haben und die jeden Tag schwächer werden, da der Tod sich nähert, müssen nicht fasten und es ist ihnen erlaubt nicht zu fasten, solange es zu anstrengend für sie ist. Ibn `Abbās (möge Allah mit ihm zufrieden sein) sagte zur folgenden Āyah (ungefähre Bedeutung) „…Und denjenigen, die es nur schwer zu leisten vermögen (d. h. alte Leute), ist als Ersatz (sie haben die Wahl, entweder zu fasten oder nicht) die Speisung eines Armen (für jeden Tag) auferlegt. …“ (2:184): „Dies wurde nicht aufgehoben. Es bezieht sich auf alte Männer und alte Frauen, die nicht fasten können und die daher einen Armen für jeden Tag speisen sollten.“ (Bukhāri, Kitāb al-Tafsīr, Bāb Ayāman Ma’dudat…).


Diejenigen, die senil und verwirrt sind, müssen weder fasten noch etwas anderes tun und ihre Familien müssen ebenfalls nichts in ihrem Namen tun, denn solche Menschen werden nicht länger als verantwortlich gezählt. Wenn sie manchmal bei gesundem Verstand und manchmal verwirrt sind, dann müssen sie fasten, wenn es ihnen gut geht, und sie können das Fasten unterlassen, wenn sie verwirrt sind (siehe Majālis Schahr Ramadān von Ibn `Uthaymīn, S. 28).


31. Für diejenigen, die gegen einen Feind kämpfen oder von einem belagert werden, ist es erlaubt das Fasten zu brechen, wenn sie ansonsten zu sehr geschwächt für den Kampf wären, selbst wenn sie nicht auf der Reise sind. Wenn sie das Fasten vor einem Kampf brechen müssen, dann können sie ihr Fasten brechen. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte einst vor einem Kampf zu seinen Gefährten: „Am Morgen brecht ihr auf, um eurem Feind zu begegnen, und der Verzicht auf das Fasten lässt euch stärker werden, daher fastet nicht.“ (Muslim #1120; dies ist auch die bevorzugte Meinung des Scheikh al-Islam ibn Taymiyyah. Die Gelehrten aus Damaskus haben ähnliche Fatwas zu diesem Thema erlassen als ihre Stadt von den Tataren angegriffen wurde.).


32. Ist der Grund für den Verzicht auf das Fasten offensichtlich, wie z. B. bei einer Krankheit, dann ist nichts Falsches daran, öffentlich zu essen und zu trinken. Ist der Grund aber nicht direkt zu erkennen, wie z. B. bei der Menstruation, dann ist es besser, im Geheimen zu essen und zu trinken, um nicht falschen Anschuldigungen und Ähnlichem ausgesetzt zu sein.


Die Absicht (Niyyah) des Fastens


33. Die Absicht (Niyyah) ist eine Vorbedingung beim Fard-Fasten (Pflichtfasten) und bei anderem obligatorischem Fasten, wie z. B. beim Nachholen verpasster Tage oder bei dem Fasten, das als Sühne (Kafārah) vollzogen wird, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es gibt kein Fasten für eine Person, die in der Nacht vor dem Fasten nicht die Absicht dazu hatte.“ (Abu Dawud #2454; eine Anzahl von Gelehrten, wie auch Bukhāri, al-Nisā’i und al-Tirmidhi, waren der Ansicht, dass er wahrscheinlich mauqūf sei. Siehe Talkhīs al-Hubayr #2/188).


Die Absicht kann zu irgendeinem Zeitpunkt während der Nacht gefasst werden, selbst wenn es einen Moment vor Fajr ist. Niyyah bedeutet die Entscheidung im Herzen, etwas zu tun; sie laut auszusprechen ist Bid`ah (eine tadelnswerte Neuerung) und jeder, der weiß, dass am nächsten Tag ein Tag des Ramadān ist, und der fasten möchte, muss die Absicht fassen (Majmū’ Fatāwa Scheikh al-Islam #25/215). Beabsichtigt eine Person ihr Fasten während des Tages zu brechen, tut es aber nicht, dann ist ihr Fasten dadurch gemäß der korrekten Ansicht nicht negativ beeinflusst. Diese Person ist wie jemand, der während des Gebets sprechen möchte, es aber nicht tut. Einige der Gelehrten glauben, dass diese Person jedoch nicht fastet, sobald sie den Entschluss für den Abbruch gefasst hat. Um also auf der sicheren Seite zu sein, sollte man den Tag nachholen. Apostasie annulliert die Absicht und es gibt diesbezüglich keine Meinungsverschiedenheit. Derjenige, der im Ramadān fastet, muss seine Absicht während des Monats nicht jede Nacht wiederholen; es ist ausreichend, die Absicht zu Beginn des Monats zu haben. Wenn die Absicht durch eine Pause des Fastens, beispielsweise aufgrund einer Reise oder Krankheit unterbrochen wird, muss sie erneut gefasst werden, sobald der Grund der Unterbrechung vorüber ist.


34. Das Fassen der Absicht in der vorhergehenden Nacht ist nicht Bedingung für ein allgemeines freiwilliges (nāfil) Fasten, aufgrund des Hadīth, der von `Ā’ischah (möge Allah mit ihr zufrieden sein) überliefert wurde, in dem es heißt: „Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) kam eines Tages zu mir und sagte: `Hast du etwas zu essen?` Wir antworteten: `Nein.` Er sagte: `In diesem Fall faste ich.`“ (Muslim #2/809, `Abd al Bāqi). Im Falle eines speziellen nāfil Fastens jedoch, wie am Tag von `Arafāh oder `Āschūra’, ist es – um sicherzugehen – besser, die Absicht in der Nacht vorher zu fassen.


35. Wenn eine Person ein Pflichtfasten beginnt, wie das Nachholen eines verpassten Tages des Ramadān oder für die Erfüllung eines Eides oder als Sühne (Kafārah), dann muss sie ihr Fasten vervollständigen und es ist ihr nicht erlaubt, das Fasten zu brechen, außer aus einem akzeptablen Grund. Im Falle von nāfil (freiwilligem) Fasten gilt: `Die Person, die ein freiwilliges Fasten verrichtet, hat die Wahl, es entweder zu unterbrechen oder nicht.` (Ahmad #6/342) – selbst wenn es keinen Grund für einen Abbruch gibt. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) stand morgens fastend auf, dann aß er (berichtet in Sahīh Muslim; in der Überlieferung wurde ihm al-Hais (eine Art von Essen) als Geschenk gegeben, als er in `Ā’ischahs Haus war #1154, `Abd al Bāqi). Aber wird die Person, die ihr Fasten ohne Grund gebrochen hat, für das bereits erfolgte Fasten belohnt? Einige der Gelehrten sagen, dass man dafür nicht belohnt wird (al Mausū’ah al-Fiqhiyyah #28/13), daher ist es besser, das freiwillige Fasten zu vervollständigen, es sei denn, es gibt einen gültigen, dringenden Grund, um das Fasten zu stoppen.


36. Wenn eine Person bis nach der Morgendämmerung nicht weiß, dass Ramadān begonnen hat, muss sie für den Rest des Tages mit dem Essen und Trinken stoppen und den Tag später nachholen, gemäß der Mehrheit der Gelehrten, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Es gibt kein Fasten für eine Person, die in der Nacht vor dem Fasten nicht die Absicht dazu hatte.“ (Abu Dawud #2454).


37. Wenn ein Häftling oder Gefangener weiß, dass Ramadān begonnen hat, weil er selbst den Mond gesehen hat oder es ihm von einer vertrauenswürdigen Person berichtet wurde, dann muss er fasten. Wenn er nicht weiß, wann der Monat beginnt, dann muss er sich bemühen, es für sich selbst herauszufinden (Ijtihād) und entsprechend dem handeln, was ihm am wahrscheinlichsten erscheint. Findet er später heraus, dass sein Fasten mit dem Ramadān übereinstimmt, so ist dies in Ordnung gemäß der Mehrheit der Gelehrten, und wenn sein Fasten nach Ramadān war, so ist dies ebenfalls in Ordnung gemäß der Mehrheit der Fuqahā’. Doch wenn sein Fasten vor Ramadān war, dann ist dies nicht akzeptabel und er muss das Fasten nachholen. Wenn sein Fasten teilweise mit dem Ramadān übereinstimmt und teilweise nicht, dann ist das, was sich mit dem Monat deckt bzw. danach stattfand in Ordnung, doch das, was vorher war, nicht. Wird diese Angelegenheit für ihn niemals aufgeklärt, dann ist sein Fasten gültig, denn er tat sein Bestes und Allah trägt einem Menschen nie mehr auf, als dieser tragen kann (Al-Mausū’ah al-Fiqhiyyah #28/84).

Fereshtajan
Fereshtajan 4 years ago

Beginn und Ende des Fastens

38. Sobald die komplette Sonnenscheibe verschwunden ist, sollte der Fastende sein Fasten brechen und dem roten Glimmen, das am Horizont verbleibt, keine Beachtung schenken, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Sobald die Nacht von dort kommt und der Tag von dort verschwindet und die Sonne untergegangen ist, sollte der Fastende sein Fasten brechen.“ (al-Bukhāri, al-Fath #1954; die Angelegenheit wurde ebenfalls in Majmū` al-Fatāwa #25/216 erwähnt).


Zur Sunnah gehört es, sich mit dem Fastenbrechen zu beeilen. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) betete Maghrib nicht, bevor er nicht sein Fasten beendet hatte und sei es auch nur mit einem Schluck Wasser. (al-Hākim #1/432; al-Silsilat al-Sahīha #2110). Kann der Fastende nichts finden, um sein Fasten zu brechen, dann sollte er in seinem Herzen die Absicht dazu fassen und er sollte an seinem Finger saugen. Er sollte sich davor hüten, das Fasten zu früh zu brechen, denn der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sah einige Leute an ihren Beinen aufgehängt, wobei Blut aus ihren Mundwinkeln lief, und als er fragte, was mit ihnen sei, wurde ihm gesagt, dass dies die Leute waren, die ihr Fasten zu früh brachen (Der Hadīth ist im Sahīh ibn Khuzaymah #1986 verzeichnet und in Sahīh al-Targhīb #1/420). Ist der Fastende sich sicher oder hält er es für wahrscheinlich oder ist er sich unsicher, ob er das Fasten vor der richtigen Zeit gebrochen hat, dann sollte er den Tag später nachholen, denn das Grundprinzip ist, dass der Tag immer noch nicht geendet hatte (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/287). Er sollte sich davor hüten, sich auf das Wort von kleinen Kindern oder unseriösen Quellen zu verlassen und er sollte vorsichtig sein hinsichtlich der zeitlichen Differenzen zwischen verschiedenen Orten, falls er den Adhān z. B. im Radio hört.


39. Wenn die Morgendämmerung anbricht – das ist das weiße Licht, das im Osten erscheint – muss die fastende Person ihr Essen und Trinken sofort einstellen, unabhängig davon, ob sie den Adhān hört oder nicht. Wenn er weiß, dass der Muezzin den Adhān bei Dämmerung ruft, muss der Fastende aufhören zu essen, sobald er den Adhān hört; wenn der Muezzin aber den Adhān vor dem Fajr Gebet ruft, dann muss das Essen bzw. Trinken nicht beim Ertönen des Adhān eingestellt werden. Weiß der Fastende nicht genau über die Vorgehensweise des Muezzin Bescheid oder gibt des Unterschiede zwischen den Muezzin und er kann den Zeitpunkt der Dämmerung nicht selbst bestimmen – was gewöhnlich in Städten der Fall ist, aufgrund der Lichter und der Gebäude -, dann sollte er vorsichtshalber eine Zeittafel benutzen, vorausgesetzt, dass sie auf Berechnungen basiert, die korrekt sind. Das Stoppen des Essens und Trinkens eine bestimmte Zeit vor Fajr, z. B. zehn Minuten vorher, um auf der sicheren Seite zu sein, ist eine Bid`ah. Auf einigen Zeittafeln sind in der Überschrift zwei Zeitangaben zu sehen: eine für Imsāk (das Ende der Essenszeit) und eine weitere für Fajr; dies ist entgegen den islamischen Vorschriften.


40. Die Muslime, die in Städten leben, in denen es einen deutlichen Unterschied zwischen Tag und Nacht innerhalb einer 24-Stunden Periode gibt, sind verpflichtet zu fasten, unabhängig davon, wie lang der Tag ist, solange der Wechsel zwischen Tag und Nacht vorhanden ist. An einigen Orten gibt es diese Unterscheidung nicht; die Muslime dort sollten gemäß den Zeiten der nächsten Stadt, in der es einen deutlichen Wechsel zwischen Tag und Nacht gibt, fasten.

 

Fereshtajan
Fereshtajan 4 years ago

Was das Fasten bricht

41. Abgesehen von Hayd (Menstruation) und Nifās (Postnatale Blutung) brechen andere Dinge das Fasten nur unter den folgenden drei Voraussetzungen: wenn der Fastende weiß, dass es das Fasten bricht und er nicht unwissend ist; wenn er sich dessen, was er tut, bewusst ist und er nicht vergessen hat, dass er fastend ist, wenn er es aus freiem Willen tut, ohne gezwungen worden zu sein.
Zu den Dingen, die das Fasten brechen, gehören Handlungen, die das Hervorkommen von Körperflüssigkeiten verursachen, wie Geschlechtsverkehr, Übergeben, Menstruation und das Schröpfen, sowie Handlungen, bei denen etwas eingenommen wird, wie Essen und Trinken (Majmū’ al-Fatāwa #25/148).

42. Zu den Dingen, die das Fasten brechen, gehören solche, die dem Essen und Trinken gleichgestellt sind, wie die Einnahme von Medikamenten durch den Mund oder Injektionen mit Nährmitteln oder Bluttransfusionen.


Injektionen, die nicht anstelle von Essen und Trinken gegeben werden, sondern um eine medikamentöse Behandlung zu erreichen, wie Penicillin und Insulin oder Stärkungsmittel oder Impfungen, brechen das Fasten nicht, unabhängig davon, ob sie in den Muskel oder in die Vene gespritzt werden (Fatāwa Ibn Ibrahim #4/189).


Um aber auf der sicheren Seite zu sein, sollten all diese Injektionen während der Nacht verabreicht werden.


Eine Nierendialyse, bei der Blut entnommen, gereinigt und mit chemischen oder nährenden Substanzen, wie Zucker und Salzen, versetzt zurückgegeben wird, bricht das Fasten (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/190).


Gemäß der korrekten Meinung brechen Zäpfchen, Augentropfen, Ohrentropfen, das Ziehen von Zähnen und die Behandlung von Wunden nicht das Fasten (Majmū’ Fatāwa Scheikh al-Islam #25/233, #25/245).


Inhalatoren, wie sie für Asthmapatienten benutzt werden, brechen das Fasten nicht, denn sie enthalten lediglich komprimiertes Gas, das den Lungen zugeführt wird – es ist kein Nahrungsmittel und wird zu allen Zeiten benötigt, sowohl im Ramadān als auch sonst.


Die Entnahme einer Blutprobe bricht das Fasten nicht und ist erlaubt, denn dies ist
etwas Notwendiges (Fatāwa al-Da’wah: Ibn Bāz, #979).


Arzneimittel, die durch Gurgeln genutzt werden, brechen das Fasten nicht, solange sie nicht verschluckt werden. Wird jemandem eine Zahnfüllung gemacht und er schmeckt den Geschmack davon im Hals, so bricht dies das Fasten nicht (von den Fatāwa des Scheikh ‘Abd al-‘Aziz ibn Bāz, mündlich erhalten).


Die folgenden Dinge brechen das Fasten NICHT:

  • Ohrenspritzen, Nasentropfen und –sprays, solange das Herunterschlucken ab der Kehle vermieden wird
  • Tabletten, die unter der Zunge platziert werden um Angina und andere Beschwerden zu behandeln, solange das Herunterschlucken ab der Kehle vermieden wird
  • Irgendetwas, das in die Vagina eingeführt wird, wie ein Pessar, Intimduschen oder Finger zum Zwecke der medizinischen Untersuchung. Das Einführen eines Intrauterinpessars (IUP oder „Spirale“) oder etwas Ähnlichem in den Uterus sowie eines Katheters, eines Kontrastmittels, Medizin oder Lösungen zur Reinigung der Blase in die Harnröhre (bei Männern oder Frauen).
  • Zahnfüllungen, das Ziehen von Zähnen, das Reinigen der Zähne, das Benutzen von Siwāk oder Zahnbürste, das Spülen, Gurgeln oder Auftragen von topischen Mundsprays, solange das Herunterschlucken ab der Kehle vermieden wird.
  • Subkutane (unter die Haut gehende), intramuskuläre oder intravenöse Injektionen, ausgenommen diejenigen, die Ernährung bereitstellen.
  • Sauerstoff
  • Narkosegas, solange dem Patienten keine Nährlösungen gegeben werden.
  • Durch die Haut aufgenommene Arzneimittel, wie Cremes und Pflaster, durch die Medikamente verabreicht werden.
  • Das Einführen eines Katheters in die Venen, um diagnostische Bilder herbeizuführen oder die Behandlung von Blutgefäßen am Herzen oder anderen Organen
  • Das Benutzen eines Laparoskops (ein Instrument, das durch einen kleinen Schnitt im Bauch eingeführt wird), um die Bauchhöhle zu untersuchen oder um eine Operation durchführen zu können.
  • Das Entnehmen von Gewebeproben, Proben der Leber oder anderen Organen, solange dies nicht von der Verabreichung von Lösungen begleitet wird.
  • Magenspiegelung, solange sie nicht durch die Verabreichung von Lösungen oder anderen Substanzen begleitet wird.
  • Das Einführen eines Instruments oder eines Medikaments in das Gehirn oder in die Wirbelsäule.
43. Jeder, der während des Ramadān tagsüber absichtlich isst oder trinkt, ohne dafür eine gültige Entschuldigung zu haben, begeht eine große und schwerwiegende Sünde (Kabīrah). Er muss dies bereuen und das Fasten nachholen. Hat er das Fasten mit etwas Verbotenem (Harām) gebrochen, wie z. B. das Trinken von Alkohol, dann verschlimmert dies seine Sünde. In jedem Fall muss er aufrichtig bereuen und seine freiwilligen (nāfil) Taten, sein Fasten und andere Akte der Anbetung vermehren, um jeden Mangel in der Auflistung seiner Pflichthandlungen zu vermeiden und damit Allah seine Reue annimmt.

44. „Wenn er vergisst und isst und trinkt, dann lasst ihn sein Fasten vervollständigen, denn Allah hat ihn gespeist und ihm zu Trinken gegeben.“ (Bukhāri, Fath #1933). Nach einer anderen Überlieferung heißt es: „Er muss weder das Fasten nachholen noch Buße tun (Kafārah).“

Wenn jemand einen anderen sieht, der isst, weil er vergessen hat, dass er fastend ist, dann sollte er ihn daran erinnern. Denn es gilt die allgemeine Bedeutung der Āyah (ungefähre Übersetzung): „… Helft einander zur Güte und Gottesfurcht, …“ (5:2) und des Hadīth „… wenn ich vergesse, dann erinnert mich…“ sowie des Prinzips, dass eine schlechte Tat (munkar) geändert werden muss (Majlis Schahr Ramadān, Ibn ‘Uthaymīn, S.70).


45. Diejenigen, die ihr Fasten brechen, um das Leben eines anderen zu retten, können dies tun und sollten den Tag später nachholen. Dies ist der Fall, wenn jemand ertrinkt oder wenn Feuer gelöscht werden muss.


46. Ist jemand verpflichtet zu fasten, hat dann aber absichtlich und aus freiem Willen Geschlechtsverkehr, bei dem die beiden „beschnittenen Teile“ (Genitalien) während des Tages im Ramadān aufeinander treffen und die Spitze des Penis entweder von der vorderen oder der hinteren Seite eindringt, dann ist das Fasten unabhängig von einer möglichen Ejakulation gebrochen, und er muss bereuen. Er muss den Rest des Tages trotzdem weiter fasten, ihn später jedoch nachholen und Buße (Kafārah) tun, denn Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein) berichtete in einem Hadīth: “Während wir mit dem Gesandten Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) saßen, kam ein Mann zu ihm und sagte: `Oh Gesandter Allahs, ich bin verdammt!` Er fragte: `Was ist los mit dir?` Der Mann antwortete: `Ich hatte Geschlechtsverkehr mit meiner Frau, während ich fastete.` Der Gesandte Allahs (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Hast du einen Sklaven, den du frei lassen kannst?` Der Mann antwortete: `Nein.` Er sagte: `Kannst du in zwei aufeinander folgenden Monaten fasten?` Der Mann antwortete: `Nein.` Er sagte: `Hast du die Mittel um 60 Arme zu speisen?` Er sagte: `Nein.`…“ (al-Bukhāri, al-Fath, 4, #1936). Dieselbe Regel gilt im Falle von Zinā (Unzucht oder Ehebruch), Homosexualität und Sodomie (Anmerkung des Übersetzers: Geschlechtsverkehr durch die hintere Öffnung zu haben, Ehebruch, Homosexualität und Sodomie gelten als schwerwiegende Sünden im Islam und werden als umso schlimmer betrachtet, wenn sie im Ramadān stattfinden.) Hat eine Person Geschlechtsverkehr an mehr als einem Tag im Ramadān, dann muss sie für jeden Tag Buße tun und auch für jeden Tag das Fasten nachholen. Nicht zu wissen, dass Kafārah verpflichtend ist, ist keine Entschuldigung (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/321).


47. Wenn ein Mann den Geschlechtsverkehr mit seiner Frau wünscht, er sein Fasten aber zuerst durch Essen bricht, ist seine Sünde schwerwiegender, denn er hat die Heiligkeit des Monats in zweierlei Hinsicht verletzt – durch Essen und durch Geschlechtsverkehr. Es ist in diesem Fall sicher, dass die Buße verpflichtend ist, und wenn er versucht, sich dem zu entziehen, verschlimmert er seine Lage. Er muss aufrichtig bereuen (siehe Majmū’ al-Fatāwa #25/262).


48. Küssen, Umarmen, Berühren und wiederholt die eigene Frau zu betrachten ist erlaubt, wenn der Mann in der Lage ist, sich selbst zu kontrollieren, denn es wird in den al-Sahīhayn von `Ā’ischah (möge Allah mit ihr zufrieden sein) erwähnt, dass der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) seine Frauen gewöhnlich küsste und umarmte während er fastete; wobei er derjenige war, der seine Gelüste am besten unter Kontrolle hatte. Bezüglich des Hadīth qudsi: „… er enthielt sich seiner Frau um Meinetwillen…“ so bezieht sich dies auf den Geschlechtsverkehr. Doch ist ein Mann leicht erregbar und nicht in der Lage sich zu kontrollieren, dann ist es ihm nicht erlaubt, seine Frau zu küssen oder zu umarmen, denn dies würde ihn dazu verleiten, sein Fasten zu brechen, da er sich nicht sicher sein kann, dass er eine Ejakulation oder den Geschlechtsverkehr verhindern kann. Allah sagt in einem Hadīth qudsi: „… und er unterlässt sein Begehren um Meinetwillen.“. Die islamische Richtlinie ist, dass alles, was zum Harām führt, ebenfalls harām ist.


49. Ist eine Person mit dem Geschlechtsverkehr beschäftigt und die Morgendämmerung kommt, dann ist der Mann verpflichtet, sich zu entziehen und sein Fasten ist gültig, selbst wenn er nach dem Abbruch des Aktes ejakuliert. Fährt er jedoch mit dem Geschlechtsverkehr bis nach der Morgendämmerung fort, so hat er sein Fasten gebrochen und er muss bereuen, sein Fasten nachholen und Buße tun.


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0. Wenn der Morgen anbricht und eine Person ist im Zustand von Janābah (Unreinheit infolge von Geschlechtsverkehr), dann beeinträchtigt das ihr Fasten nicht. Ihm oder ihr ist es erlaubt, den Ghusl bis zur Morgendämmerung (allerdings vor den Sonnenaufgang) zu verlegen, unabhängig davon, ob der Zustand Janābah ist oder durch Menstruation oder postnatale Blutung hervorgerufen wurde, doch es ist besser, sich mit dem Ghusl zu beeilen, so dass man beten kann.

51. Wenn der Fastende einschläft und einen feuchten Traum erlebt, dann bricht dies gemäß dem Konsens der Gelehrten (Ijmā’) nicht sein Fasten, daher sollte er es vervollständigen. Das Verspäten des Ghusl bricht das Fasten nicht, doch sollte die Person sich damit beeilen, sodass sie beten kann und damit die Engel sich ihr nähern.


52. Ejakuliert ein Mann während des Tages in Ramadān, durch etwas, von dem er sich hätte fernhalten können, wie z. B. das Berühren oder wiederholte Schauen auf eine Frau, dann muss er sich in Reue Allah zuwenden und für den Rest des Tages fasten, doch er hat den Tag nachzuholen. Wenn jemand zu masturbieren beginnt, dann aber stoppt und nicht ejakuliert, dann muss er bereuen, den Tag aber nicht nachholen, denn die Ejakulation blieb aus. Der Fastende muss sich von allem fernhalten, was seine Gelüste erwecken könnte, und er muss jeden schlechten Gedanken, der ihm in den Sinn kommt, abweisen. Gemäß der korrekten Meinung wird das Fasten durch die Absonderung von Flüssigkeit aus der Prostata (Madhiy) nicht gebrochen. Die Absonderung von Wadiy, eine dicke, klebrige Substanz, die nach dem Urinieren erscheint, ohne ein Gefühl von körperlicher Freude, bricht das Fasten nicht, und die Person muss kein Ghusl machen, sondern lediglich Istinjā’ (die Intimsphäre reinigen) und Wudū’ (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/279).


53. „Wer sich unabsichtlich übergibt, muss sein Fasten später nicht nachholen; wer es aber mit Absicht tut, muss sein Fasten nachholen.“ (Sahīh, verzeichnet bei al-Tirmidhi #3/89). Jemand, der dadurch, dass er seinen Finger in den Hals steckt oder dass er Druck auf seinen Magen ausübt oder dass er einen widerwärtigen Geruch einatmet oder auf etwas für ihn Übelkeit Erregendes schaut, absichtlich erbricht, muss sein Fasten später nachholen. Wenn er merkt, dass er sich übergeben muss, sich das Gefühl dann jedoch von selbst legt, so bricht dies nicht sein Fasten, denn so etwas kann der Mensch nicht kontrollieren. Steigt ihm das Erbrochene jedoch in den Mund und er schluckt es wieder herunter, dann ist sein Fasten gebrochen. Hat eine Person Magenschmerzen, so muss sie den Drang, sich zu übergeben nicht unterdrücken, denn dies könnte Schaden verursachen (Majālis Scharh Ramadān, Ibn ‘Uthaymīn #67). Verschluckt der Fastende unabsichtlich etwas, das zwischen seinen Zähnen steckt oder wenn es so klein ist, dass er es vorher nicht bemerken oder ausspucken konnte, dann wird dies als Teil seines Speichels betrachtet und es bricht sein Fasten nicht. Ist es aber groß genug, um ausgespuckt zu werden, dann sollte er dies tun und es ist in Ordnung. Schluckt er es aber hinunter, dann bricht es sein Fasten. Falls es ganz oder teilweise im Mund verdünnt werden kann und es hat einen verstärkten Geschmack oder Süße, dann ist es harām für ihn, darauf zu kauen. Wenn etwas von dieser Substanz seinen Hals erreicht, dann ist sein Fasten gebrochen. Spuckt er Wasser aus, nachdem er seinen Mund gespült hat, so wird sein Fasten nicht durch verbleibende Feuchtigkeit oder Nässe beeinträchtigt, denn er kann nichts dagegen tun.


Leidet der Fastende an Nasenbluten, so ist sein Fasten weiterhin gültig, denn dies ist etwas, dass außerhalb seiner Kontrolle liegt (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/264).
Hat er ein Geschwür am Zahnfleisch oder blutet sein Zahnfleisch nachdem er Siwāk (Zahnbürste) benutzt hat, so ist es ihm nicht erlaubt, das Blut zu schlucken. Vielmehr muss er es ausspucken. Erreicht Blut zufällig seinen Hals, ohne dass er es beabsichtigte, dann gibt es keinen Grund sich zu ärgern. Ähnlich ist es, wenn Erbrochenes unabsichtlich seinen Hals aufsteigt und dann wieder in den Magen zurückfließt – das Fasten ist gültig (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/254).

Was den Schleim anbelangt, der aus der Nase und den Nebenhöhlen kommt, sowie dem aus der Brust, der sich durch Husten und Räuspern löst, so beeinträchtigt er das Fasten nicht, wenn er geschluckt wird, bevor er den Mund erreicht, denn dies ist ein Problem, das alle Menschen haben. Wird er jedoch geschluckt, nachdem er den Mund bereits erreicht hatte, dann ist das Fasten gebrochen, es sei denn, er wurde unabsichtlich geschluckt.
Das Inhalieren von Wasserdampf, wie es Leuten passieren kann, die in Entsalzungsanlagen arbeiten, bricht das Fasten nicht (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/276).


Es ist unerwünscht (makrūh) Essen unnötig zu probieren, denn dies trägt das Risiko in sich, dass das Fasten dadurch gebrochen werden könnte. Beispiele für Fälle, in denen es notwendig ist, das Essen zu probieren, sind eine Mutter, die ihrem Kind das Essen vorkaut, wenn sie keine andere Möglichkeit hat es zu füttern, das Vorkosten des Essens um sicherzustellen, dass es in Ordnung ist, und das Probieren, wenn man etwas einkauft. Es wird berichtet, dass ibn `Abbās sagte: „Es ist nichts Falsches daran, Essig oder irgendetwas anderes, das man kaufen möchte, zu kosten.“ (als hasan eingestuft in Irwa` al-Ghalīl #4/86; siehe al-Fath, Kommentar zu Bāb Ightisāl al-Sā`im, Kitāb al-Siyām).


54. Das Benutzen von Siwāk zu allen Tageszeiten ist Sunnah für denjenigen, der fastet, selbst wenn es nass ist. Wenn der Fastende Siwāk benutzt und etwas Schärfe oder einen anderen Geschmack davon in seinem Mund verspürt und es schluckt oder wenn er den Siwāk aus seinem Mund heraus nimmt, Speichel daran sieht und ihn dann wieder in den Mund steckt und den Speichel schluckt, dann bricht dies nicht sein Fasten (al-Fatāwa al-Sa’diyyah #245).


Er sollte jede Substanz, die löslich ist, vermeiden, wie z. B. grünen Siwāk oder solchen, dem ein zusätzlicher Geschmack beigefügt wurde, wie Zitrone oder Minze. Er sollte kleine Teile, die sich vom Siwāk ablösen, ausspucken; er sollte sie nicht absichtlich schlucken – passiert dies aber unabsichtlich, so folgt daraus kein Schaden.


55. Ist der Fastende verletzt oder hat er Nasenbluten oder bekommt er unabsichtlich Wasser oder Benzin in seinen Mund, dann bricht dies sein Fasten nicht. Ebenso bricht es sein Fasten nicht, wenn unabsichtlich Staub, Rauch oder Fliegen in seinen Mund geraten. Dinge, die unvermeidbar verschluckt werden, wie der eigene Speichel oder Staub beim Mahlen von Mehl, brechen das Fasten nicht. Sammelt der Fastende eine Menge Speichel in seinem Mund und schluckt ihn absichtlich, so bricht dies das Fasten nicht, gemäß der richtigen Meinung (al-Mughni von Ibn Qudāmah #3/106).


Erreichen Tränen den Hals des Fastenden oder wenn er Öl auf sein Haar oder den Bart aufträgt oder Henna benutzt und dann feststellt, dass er den Geschmack davon in seinem Hals verspürt, so bricht dies nicht sein Fasten. Das Benutzen von Henna, Kuhl oder Öl bricht das Fasten nicht. (Majmū’ al-Fatāwa #25/233, #25/245). Das Gleiche gilt für Cremes, mit denen die Haut gepflegt wird. Es ist nichts Falsches daran, angenehme Düfte zu riechen oder duftende Cremes aufzutragen und Ähnliches. Es ist nichts daran auszusetzen, wenn eine fastende Person Bakhūr (Räuchermittel) benutzt, solange sie es nicht wie Schnupftabak einatmet (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/314).


Es ist besser am Tage auf Zahnpasta zu verzichten und sie bei Nacht zu verwenden, denn sie ist sehr stark (Al-Majālis, Ibn ‘Uthaymīn, S. 72).


56. Um auf der sicheren Seite zu sein, ist es besser für den Fastenden, sich nicht schröpfen (Hijāmah) zu lassen. Es gibt eine starke Meinungsverschiedenheit zu diesem Thema. Ibn Taymiyh war der Ansicht, dass derjenige, der sich schröpfen lässt, sein Fasten bricht, doch derjenige, der ihn schröpft, bricht sein Fasten nicht.


57. Rauchen bricht das Fasten und kann nicht als Entschuldigung genommen werden, auf das Fasten zu verzichten. Wie kann eine Sünde als Entschuldigung genommen werden?


58. In Wasser einzutauchen oder sich mit nasser Kleidung einzuwickeln, um sich abzukühlen, bricht das Fasten nicht. Es ist nicht Falsches daran, sich Wasser über den Kopf zu kippen, um Hitze und Durst zu lindern. Schwimmen ist unerwünscht, da es ein Abbrechen des Fastens verursachen könnte (durch das Verschlucken von Wasser). Beinhaltet die Arbeit einer Person Tauchvorgänge und kann sie sicher sein, dass kein Wasser in ihren Mund gelangt, dann gibt es daran nichts auszusetzen.


59. Falls eine Person isst, trinkt oder Geschlechtsverkehr in dem Glauben hat, dass immer noch Nacht ist, dann aber feststellt, dass die Morgendämmerung bereits begonnen hat, dann ist kein Schaden entstanden, denn die Āyah sagt deutlich aus, dass es erlaubt ist, diese Dinge zu tun, bis man sicher ist, dass die Dämmerung angebrochen ist. `Abd al-Razzāq berichtete mit einem sahīh Isnād, der auf ibn `Abbās (möge Allah mit ihm zufrieden sein) zurückgeht, dass er sagte: „Allah hat euch zu essen und zu trinken erlaubt, solange es noch einen Zweifel in euch gibt.“ (Fath al-Bāri #4/135; dies ist ebenfalls die Meinung von Scheikh al-Islam ibn Taymiyyah, Majmū’ al-Fatāwa #29/263).

Fereshtajan
Fereshtajan 4 years ago

60. Wenn der Fastende sein Fasten bricht, weil er glaubt, die Sonne wäre bereits untergegangen, dies aber nicht stimmt, so muss er sein Fasten nachholen (gemäß der Mehrheit der Gelehrten), denn das Prinzip lautet, dass der Tag noch nicht vorüber ist, und eine sichere Tatsache kann nicht zugunsten einer zweifelhaften Angelegenheit zurückgewiesen werden (Scheikh al-Islam Ibn Taymiyyah war der Ansicht, dass es in einer solchen Situation nicht notwendig ist, das Fasten nachzuholen.).

61. Wenn die Dämmerung anbricht und jemand hat noch Essen oder Trinken in seinem Mund, dann sollte er es ausspucken und sein Fasten ist gültig gemäß der Mehrheit der Fuqahā’. Es ist wie die Regel für jemanden, der isst und trinkt, weil er vergessen hat, dass er fastet und sich dann daran erinnert – wenn er sich beeilt, das Essen oder Trinken auszuspucken, so ist sein Fasten weiterhin gültig.

 Die Regeln des Fastens für Frauen

62. Eine Frau, die die Pubertät erreicht hat, jedoch zu schüchtern ist, um es jemandem zu erzählen, und die deshalb nicht fastet, muss dies bereuen und die verpassten Tage nachholen sowie für jeden dieser Tage einen Armen als Buße für ihr Versäumnis speisen, falls der nächste Ramadān kommt und sie die Tage noch nicht nachgeholt hat. Ihr Fall ist wie der einer Frau, die aus Schüchternheit während ihrer Periode gefastet und die Tage nicht wiederholt hat.


Falls eine Frau nicht genau weiß, wie viele Tage sie verpasst hat, dann sollte sie fasten bis sie sich ziemlich sicher ist, dass sie ihre verpassten und noch nicht nachgeholten Tage aus vergangenen Jahren vervollständigt hat und ihre Buße für jeden verspäteten Tag tun. Das kann sie zur gleichen Zeit wie das Fasten machen oder separat, abhängig von ihren Möglichkeiten.


63. Eine Frau sollte – außer im Ramadān – nur fasten, wenn ihr Mann es ihr erlaubt, es sei denn, er befindet sich auf einer Reise und ist nicht anwesend, dann spielt es keine Rolle.


64. Findet eine menstruierende Frau eine weiße Substanz, die vom Uterus ausfließt, wenn die Periode vorüber ist, bei sich, dann weiß sie, dass sie ab sofort rein (tāhir) ist. Sie sollte in der vorangegangenen Nacht die Absicht haben zu fasten und es tun. Weiß sie nicht, wann die Zeit ihrer Reinheit kommt, dann sollte sie ein Stück Watte oder Ähnliches einführen und wenn es sauber wieder herauskommt, dann sollte sie fasten. Falls die Blutung wieder einsetzt, sollte sie das Fasten unterbrechen, unabhängig davon, ob das Blut fließt oder nur einige Tropfen hinterlässt, denn es bricht das Fasten, solange es zur Zeit der Periode auftritt (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/154).

Hält das Ende der Blutung bis zum Maghrib an und sie fastete mit der Absicht aus der vorangegangenen Nacht, so ist ihr Fasten gültig. Fühlt eine Frau die Bewegung des Menstruationsblutes in sich, es kommt jedoch bis zum Sonnenuntergang nicht heraus, so ist ihr Fasten ebenfalls gültig und sie muss den Tag nicht nachholen.


Endet die Periode einer Frau oder ihre postnatale Blutung während der Nacht und sie nimmt sich vor zu Fasten, schafft es vor der Morgendämmerung aber nicht mehr, Ghusl zu vollziehen, dann ist ihr Fasten gemäß aller Gelehrten gültig (al-Fath #4/148).


65. Wenn eine Frau weiß, dass ihre Periode am nächsten Tag beginnt, dann sollte sie trotzdem ihre Absicht aufrechterhalten und weiter fasten; sie sollte ihr Fasten erst brechen, wenn sie tatsächlich Blut sieht.


66. Es ist für die menstruierende Frau besser, sich ihrer Natur gemäß zu verhalten und das, was Allah für sie bestimmt hat, zu akzeptieren. Daher sollte sie auf Medikamente, die eine Blutung verhindern, verzichten. Sie sollte mit dem zufrieden sein, was Allah von ihr annimmt – nämlich, dass sie ihr Fasten während der Periode bricht und die Tage nachholt. Dies ist die Art und Weise, wie die Mütter der Gläubigen und die Frauen der Salaf gefastet haben (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/151). Außerdem ist es medizinisch bewiesen, dass viele der Dinge, die eine Blutung verhindern können, schädlich sind und zahlreiche Frauen leiden unter unregelmäßigen Blutungen als Ergebnis ihrer Einnahme. Falls eine Frau jedoch solche Medikamente nimmt und fastet, so ist dies in Ordnung.


67. Istihādah (eine Blutung aus der Vagina, die nicht zur Periode gehört) hat keine Auswirkungen auf die Gültigkeit des Fastens.


68. Erleidet eine Frau eine Fehlgeburt und der Fötus ist bereits ausgebildet oder hat erkennbare Umrisse irgendeines Teiles seines Körpers, wie einen Kopf oder eine Hand, dann ist ihr Blut Nifās; wenn sie hingegen etwas entbindet, das wie ein Blutklumpen (`Alaq) aussieht oder wie ein gekautes Stück Fleisch, das keine erkennbaren menschlichen Merkmale aufweist, dann ist ihre Blutung Istihādah und sie muss fasten, wenn sie dazu in der Lage ist. Ansonsten kann sie ihr Fasten brechen und später nachholen (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/224). Hat sie nach einer Operation zur Reinigung der Gebärmutter (Ausschabung) ihre Reinheit erlangt, dann sollte sie fasten. Die Gelehrten legten fest, dass der Embryo nach dem 80. Schwangerschaftstag beginnt, eine Form anzunehmen.


Wenn der Wochenfluss (Nifās) einer Frau bereits vor dem 40. Tag endet, sollte sie Ghusl vollziehen, damit sie mit dem Gebet beginnen und fasten kann (al-Mughni ma’a al-Scharh al-Kabīr #1/360). Setzt die Blutung innerhalb der 40 Tage nach der Geburt wieder ein, dann sollte die Frau ihr Fasten einstellen, denn das Blut gehört immer noch zum Nifās. Hält die Blutung nach dem 40. Tag weiterhin an, dann sollte sie gemäß der Mehrheit der Gelehrten die Absicht zum Fasten fassen und Ghusl vollziehen; jede Blutung, die über den 40. Tag hinaus geht, wird als Istihādah betracht (keine Menstruationsblutung) – es sei denn, sie überschneidet sich mit der normalen Zeit der Periode, in diesem Fall ist es Hayd (Menstruation).


Wenn eine stillende Frau am Tage fastet und in der Nacht einen Tropfen Blut bemerkt, obwohl sie am Tag rein war, so ist ihr Fasten weiterhin gültig (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/150).


 

Fereshtajan
Fereshtajan 4 years ago

69. Gemäß der korrekten Ansicht wird eine schwangere oder stillende Frau wie jemand betrachtet, der krank ist, daher ist es ihr erlaubt, das Fasten zu unterlassen, und sie muss lediglich die verpassten Tage nachholen, unabhängig davon, ob sie um sich selbst fürchtet oder um ihr Kind. Der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Allah hat dem Reisenden die Verpflichtung des Fastens und einen Teil des Gebets erlassen und Er hat die Verpflichtung des Fastens für die schwangere und die stillende Frau erlassen.“ (al-Tirmidhi #3/85, der sagte, der Hadīth sei hasan). Wenn eine schwangere Frau fastet und Blut entdeckt, so ist ihr Fasten weiterhin gültig; es beeinflusst ihr Fasten in keiner Weise (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/225).

70. Wenn eine Frau, die verpflichtet ist zu fasten, an einem Tag im Ramadān mit ihrem eigenen Einverständnis Geschlechtsverkehr mit ihrem Mann hat, dann sind auf sie dieselben Regeln anzuwenden wie auf ihren Mann. Falls er sie, wie auch immer, dazu zwingt, sollte sie ihr Möglichstes tun, um sich ihm zu widersetzen und sie muss keine Buße tun. Ibn `Aqīl (möge Allah ihm barmherzig sein) sagte: „Wenn ein Mann mit seiner Frau im Ramadān bei Tage Geschlechtsverkehr hat, während sie schläft, muss sie keine Buße tun.“ Um jedoch auf der sicheren Seite zu sein, sollte sie ihr Fasten später nachholen (Scheikh al-Islam Ibn Taymiyyah [möge Allah ihm barmherzig sein] war der Ansicht, dass ihr Fasten davon nicht beeinträchtigt wird).


Eine Frau, die weiß, dass ihr Mann sich nicht beherrschen kann, sollte sich von ihm fernhalten und sich während der Tage im Ramadān nicht schmücken.


Frauen müssen die im Ramadān verpassten Tage nachholen, auch ohne das Wissen ihrer Ehemänner. Es ist keine Bedingung für ein Pflichtfasten, die Einwilligung des Ehemannes einzuholen. Wenn eine Frau mit einem Pflichtfasten beginnt, ist es ihr nicht erlaubt, es ohne legitimen Grund zu brechen. Es ist ihrem Ehemann nicht erlaubt, sie zum Abbruch ihres Fastens zu bewegen, wenn sie verpasste Tage aus dem Ramadān nachholt; es ist ihm nicht erlaubt, mit ihr Geschlechtsverkehr zu haben, und ihr ist es nicht erlaubt, ihm in dieser Angelegenheit gehorsam zu sein (Fatāwa al-Lajnah al-Dā’imah #10/353).


Im Falle von freiwilligem Fasten ist es einer Frau in Anwesenheit ihres Mannes nicht erlaubt, dies ohne seine Erlaubnis zu beginnen, aufgrund des Hadīth von Abu Hurayrah (möge Allah mit ihm zufrieden sein), demzufolge der Prophet (Allahs Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Kein Frau sollte fasten, wenn ihr Mann anwesend ist, außer mit seiner Erlaubnis.“ (Bukhāri #4793).


Dies ist alles, was mir möglich war, über die Angelegenheit des Fastens zu schreiben. Ich bitte Allah darum, uns zu helfen, uns an Ihn zu erinnern, Ihm zu danken, Ihm angemessen zu dienen und unseren Ramadān mit Vergebung zu beenden und uns vor dem Höllenfeuer zu bewahren.


Möge Allah unseren Propheten Muhammad segnen und seine Familie und seine Gefährten und ihnen Frieden gewähren.

www.diewahrereligion.de

 

Golbashree
Golbashree 4 years ago

Salam,

danke Freshta jan, das Thema ist interessant und Informativ. Aber für manche Faule wie ich ist doch das zu lange…dennoch dankeeeeeeeeeeeeee schüüüüüüüüüüüüüüüüüüünnnnn! Versuche einiges durchzulesen.

 

Golbashree

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